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“Ztohoven”: Knast für Culture Jammer?

Am 20. Juni hatten wir über die “Atombombe zum Frühstück” der tschechischen Künstlergruppe Ztohoven berichtet: Die Gruppe hatte sich in das TV-Frühstücksfernsehen gehackt und die simulierte Detonation einer Atombombe eingespeist. (Video hier!) Später erklärte die Gruppe in einem Statement: “We are neither a terrorist organization nor a political group, our aim is not to intimidate the society or manipulate it, which is something we witness on daily basis both in the real world and in the world created by the media. We hope our action will become an appeal for the future and remind the media of their duty to bring out the truth.”

Die Performance mit dem Titel “Media Reality” löste eine kontroverse Debatte aus. Die tschechische Nationalgalerie verlieh der Gruppe den mit rund 18 000 Dollar dotierten Kunstpreis NG 33. Begründung: “This piece – alongside all of the art the group Ztohoven is making – is crossing the border from art into something more social. The artists are trying to escape from the cage of art, and into real life. They would like to influence their own lives, and other people’s lives.”

Aber das tschechische Fernsehen hatte rechtliche Schritte eingeleitet und laut Art Threat wurden nun sechs Mitglieder der Gruppe verhaftet und angeklagt. Anklagepunkte: “Öffentliche Aufruhr” und “Verbreitung falscher Informationen”. Wenn die Angeklagten wirklich verurteilt werden, dann könnten sie eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren erhalten! Unglaublich, aber wahr. Zuerst nen Preis für Kunst – und danach ab in den Knast? Die Gruppe braucht dringend Unterstützung! Deshalb: Spread the News! Und wer noch eine Idee hat, wie wir gemeinsam der Gruppe helfen können – her damit! Via: Art Threat. Mehr hier.

Comments

5 Comments so far. Leave a comment below.
  1. Tom,

    Tja, da wird eine gewisse Lobby ein wenig Druck ausüben, hm?

  2. Wer ungebeten eine Atombombenexplosion ins öffentliche Fernsehen einspeist, hat mit den Folgen zu leben, auch wenn er es zu Kunst erklärt.

    Mit meiner Unterstützung ist da jedenfalls nicht zu rechnen.

  3. nlg,

    wären ja nicht die ersten künstler die im kapitalismus in den bau einwandern , trotz der unterstützung durch die innländische kunst- und kulturwelt.
    älteres beispiel wäre da siqueiros – der wegen “zersetzung der gesellschaft” angeklagt wurde und einige jahre einsass – trotz umfangreicher unterstützung von seiten der kulturestablishments

  4. m/k,

    die ganze welt schaut tatenlos zu, wie gefangene (werden nicht als gefangene angesehen) in guantanamo gefoltert werden, und das über jahre, ohne ein einzigen beweiß, oder jemals einen prozess gehabt zu haben, ausserdem können die dortigen triunale einen gefangen zum tote verurteilen, und das auch ohne beweiß oder ohne auf die genfer konventionen zu achten. europa ist nicht amerika, aber wir schauen doch auch nur zu, oder?

  5. m/k,

    aber wünsche den jungs trotzdem viel glück, jetzt heisst es hart bleiben und zähne zeigen.

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