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ZEVS: “Le Mur”, Paris, 2007

“Le MUR”, Paris, 2007

“Urban Shadows”, Paris, 2000

“Liquidated MC Donald”, 2006,

“Visual Kidnapping”, Berlin, 2002

ZEVS ist ein Längstwellensender der russischen Marine, eine Zigarettenmarke, eine Schrammelband – aber vor allem “un des plus grands de la rue”. Und “Le M.U.R” (dt. die Mauer, fr. “Modulable, Urbain, Réactif”) ist ein französischer Verein, gegründet von Jean Faucheur - genauer: “Le M.U.R” ist eine Werbefläche im Pariser Szeneviertel Oberkampf, die jeweils alle 15 Tage frisch bespielt wird.

“Künstler wie ZEVS (sprich: Zeus) markieren nicht mehr nur ihr Terrain, sie treten in Dialog mit der urbanen Zeichenwelt, verdrehen deren Bedeutungen mit Witz und Verve und machen so politische Kunst im besten Sinne. An einer Ecke der Canal Street in Manhattan fand ZEVS im Oktober 2000 einen schlafenden Obdachlosen, der sich – seine Habseligkeiten in einem Einkaufswagen – unter eine Straßenlaterne gelegt hatte. Der Pariser Sprayer zog die Schatten-Silhouette mit weißer Farbe nach. In drei Minuten hatte er dem Obdachlosen ein Denkmal gesetzt.” (1)

Angeblich kam ZEVS “in einer Nacht des Jahres 1992 zu seinem Namen: Der damals 15-Jährige packte in einem Tunnel der Pariser Metro seine Spraydosen aus, als ihn ein Zug überraschte. Wie bei der Bahngesellschaft RER üblich, trug die Metro, die plötzlich vor dem Graffiti-Writer auftauchte, eine Kennung. „Das letzte, was ich sah, als ich mich an die Tunnelwand presste, waren die Buchstaben ZEVS. Der Name hat mich geflasht.” (1)

“Anlässlich einer Graffiti-Ausstellung in der Berliner Galerie „Rebell Minds“ nahm er ein riesiges Lavazza-Werbeplakat am Alexanderplatz aufs Korn, auf dem ein flippig ausstaffiertes Model mit dem Slogan „Espress yourself“ für Kaffee warb. Früh morgens kletterte er auf das Plakatgerüst, nach anderthalb Stunden hatte er das Model ausgeschnitten, eingerollt und „Visual Kidnapping. Pay Now!“ auf das Plakat gesprüht. Dann schnitt er der „Geisel“ einen Finger ab und schickte ihn an die Konzernzentrale nach Turin – mitsamt Lösegeldforderung von 500.000 Euro.

Als Lavazza Deutschland die Polizei rief, war der Kidnapper schon auf dem Weg nach Schweden, wo er die Geisel in einem Museum ausstellte. Nach diversen Aktionen rund ums gekidnappte Espresso-Model fand im April 2005 in Paris die Lösegeldübergabe statt. Der Lavazza-Manager, der den Scheck übergab und den Koffer mit der eingerollten Geisel in Empfang nahm, wurde aber von ZEVS Agent Alain Broders gespielt. Der Konzern habe nach der Aktion zwei deutsche Angestellte entlassen, erzählt Broders – „weil sie die Polizei riefen. Wären sie smart gewesen, hätten sie eine Publicity-Nummer daraus gemacht. Aber dafür waren sie wohl zu deutsch“.” (1)

Video und Artikel zur Aktion “Visual Kidnapping”: “Werbe-Models auf Abwegen“. “Le M.U.R” via: Eko

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