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“What happened to the Happening?”


PARASITES#1: Encastrable. Foto: Just


PARASITES#2: The Wa. Foto: Tim Holthöfer


PARASITES#3: Ondrej Brody & Kristofer Paetau. Foto: Christian Rinke

What happened to the Happening?” – ein fantastischer Artikel von Maja Hoock bei Kunstaspekte ĂĽber Aktionskunst, Happenings, Performances und das Ausstellungskonzept PARASITES:

“(…) „Das Happening kann doch gar nicht tot sein“, sagte einst Wolf Vostell. „Weil es mit dem Leben zusammenhängt.“ Tatsächlich existiert die Kunstform weiter, nur die Themen und Mittel der KĂĽnstler wurden in den letzten 40 Jahren andere: statt sich thematisch mit Atomkraft, Vietnamkrieg und Nazizeit zu befassen, kritisieren SituationskĂĽnstler heute Ăśberwachungsstaat, Gentechnik, Gentrifizierung und Globalisierung. Auch ihnen geht es darum, in einer zunehmend geglätteten und gesäuberten Welt Kontrapunkte zu setzen. Parasites ist ein gutes Beispiel fĂĽr solche Störversuche. Der Hamburger Kurator Tom Segler (Name von der Redaktion geändert) rief die Aktionsreihe 2009 ins Leben und inszeniert seitdem Aktionen mit verschiedenen KĂĽnstlern. Er findet Dokumentation und Aufbereitung in den Kunststätten zwar wichtig, will aber auch die aktuellen SituationskĂĽnstler genannt wissen: „Es ist schade, dass all die jungen Aktionen, die es heute ja auch zuhauf gibt, unbeachtet bleiben.“ Mit seiner Arbeit setzt Segler etwas gegen eine museale Verklärung von Aktionskunst. Die Liste der aktuellen Aktionen, auf die er mit seiner Internetseite rebelart.net aufmerksam macht, ist lang. Der Kunstjournalist beobachtet die Szene seit Jahren und hat sogar die Zunahme von kĂĽnstlerischen Interventionen in Richtung Happening feststellen können: „Ich habe das GefĂĽhl, dass ihre groĂźe Renaissance angebrochen ist. Auch weil es eine neue Sehnsucht nach dem echten Leben gibt. Man möchte dabei gewesen sein, statt nur passiv vor TV oder Internet zu sitzen.“ Vielleicht steht bei den heutigen Aktionen das gemeinsame intensive Erleben sogar noch mehr im Vordergrund, als in den politisch provokanten Happenings vor vierzig Jahren.

So stĂĽrmte das französische KĂĽnstler-Duo Encastrable vor einem Jahr einen Baumarkt in Hamburg, um live vor Ort Skulpturen aus Heimwerkerartikeln zu bauen. Diese Intervention im öffentlichen Raum fand vor hunderten Gästen statt, die ebenfalls kreativ wurden. Niemand war wirklich empört, sogar die Baumarktleitung gratulierte zur Aktion. Aber um das GefĂĽhl, gemeinsam in diese durchstrukturierte Konsumwelt einzudringen und sie etwas durcheinanderzubringen, darum geht es. Auch bei der Parasites-Aktion des KĂĽnstlers The Wa war alles da, woraus ein gutes Happening gemacht ist: das mit dem Publikum erlebte Ereignis, das durch ĂĽberzeichnete Kontraste ans Absurde grenzt. Vergangenen Winter inszenierte er eine Demonstration ohne erkennbares Anliegen auf einem der schicksten Plätze in Hamburg, hinterlieĂź Schmutz und Plastikbierflaschen, um eine Stunde später Kanapees und Lachs in einem Obdachlosentreff servieren zu lassen. Was der KĂĽnstler anspricht ist hochaktuell: Stadtviertel, die immer teurer werden und Menschen, die sich dort die Miete nicht mehr leisten können. (…)” Hier der ganze Artikel – und nicht verpassen:

An diesem Samstag, 18. September findet in Hamburg (Sternschanze) die vorerst letzte PARASITES-Aktion statt: Der Berliner KĂĽnstler BRONCO präsentiert das Guerilla-Musical “Street Art”. Und es gibt auch noch ein paar der auf 100 Exemplare limitierten Reclaim-Hefte (10 Euro + 1,50 Versand) mit dem gesamten StĂĽck! Der genaue Ort und die genaue Uhrzeit wird morgen bekanntgeben…

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