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“We want a world revolution, carried out by the artistic means and without any victim”: Interview mit der russischen Voina-Gruppe


“Mordovian Hour (Cat throwing in MacDonalds)”, 2007

Für das Buchprojekt “Art & Agenda” habe ich letztzes Jahr ein Interview mit der russischen Voina-Gruppe geführt – es wurde nie veröffentlicht und ich habe es nach Aufräumarbeiten erst jetzt wieder gefunden. Befragt wurde die gesamte Gruppe: Oleg Vorotnikov (alias “Vor” – the chief ideologist), Natalia Sokol (alias “Kozlyenok” – the chief coordinator), Leonid Nikolayev (alias Crazy Lenya) und Alex Plutser-Sarno (the chief media artist).

Alain Bieber: Your name means „war“. Against what and who are you in war?

Alexei Plutser-Sarno: We are in war with the glamorous timeserving conformist art-market, which reproduces art-rubbish that is badly behind the times. The galleries and catalogues are choked up with it.

Oleg Vorotnikov: We create a new left-wing art front, somehow reminiscent of the revolutionary art of the 1910 – 1920s. With the very fact of our existence in this radical left-wing front, we are shifting all the ideological poles of the art world and the political space as well. The radical right-wing essence of the rest of the contemporary Russian art becomes evident against the background of the Voina art-group.

Kozlyenok: The weakness of the so-called “opposition” movements in Russia becomes evident too.

Alexei Plutser-Sarno: Of course, there are artists of integrity. For example, Andrey Monastirsky or Hermann Nitsch. Their actions were crystal honest. Such people are few and far between.

Kozlyenok: But the Voina art-group is not just honest. It breathes a new life into the real political protest art in the whole world.

Alexei Plutser-Sarno: And, of course, we make war on the socio-political obscurantism and the right-wing reaction. We ideologically exterminate the obsolete patriarchal-repressive socio-political symbols and ideologies.
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“MacGhillie”-Wischmops reinigen Schweizer Banken

YesMen, Voina, Reverend Billy und Mac Ghillie in Zürich: “Der «coffeebreak of a revolution» (3.-5. febr.), der im rahmen der ausstellung «dada new york II: the revolution to smash global capitalism» im cabaret voltaire stattfand, war sehr produktiv. es fand ein intensiver austausch zwischen lokalen und internationalen kreativen aktivisten statt. neben den geplanten aktionen, reverend billy trieb der UBS den teufel aus und das aufhängen der voina-banner, stieg die ganze bande spontan in die macghillie-anzüge (knowbotiq) und stürmte die lobbys der zwei schweizer grossbanken UBS und CS. “Punkt 15 Uhr am Zürcher Paradeplatz platzten rund 15 als Wischmops verkleidete Aktivisten in die Banken CS und UBS ein und führten eine Oberflächenreinigung durch. Meier pries die Aktion als «neue Reinigungstechnologie an, die auf Ganzkörpereinsatz basiert.» Und: «Ein internationales ExpertInnenteam wollte damit der hartnäckigen Verschmutzung der Schweizer Banken auf den Leib gehen.» Die Sicherheitsleute der UBS und CS seien sichtlich überrumpelt gewesen, so Meier, dessen heiteren, symbolträchtigen Events immer wieder mediale Aufmerksamkeit erregen. «Man versuchte uns zu stoppen, aber das war bei 15 Wischmops schwierig.»” (*). Via: Mail

Voina: “Cop’s auto-da-fe, or Fucking Prometheus”

Die russische Voina-Gruppe zündelt wieder: “On December 31, 2011 at 23:25 Voina activists climbed over the fence to the yard of the police station №71 in St. Petersburg to hold an auto-da-fe for a police prisoner transport truck. The prison-on-wheels was set on fire with Molotov cocktails and totally burned down. Oleg Vorotnikov, Leonid Nikolayev, Natalia Sokol and other activists took part in the action. Cops didn’t succeed in arresting any of them. Alexei Plutser-Sarno’s statement: “Dear Russians, this action is a modest gift to all of you from the Voina Group. It’s a gift to all political prisoners of Russia: Philip Kostenko, Sergei Udaltsov, Taisia Osipova, Sergei Mokhnatkin, Vladimir Bukovsky and many others. We dedicate this action to the deceased heroic political prisoners Sergei Magnitsky, Anatoly Marchenko, Kronid Lyubarsky, Alexander Ginzburg, Andrei Sinyavsky, Yuri Galanskov, Yuli Daniel. Let’s destroy all prisons! Freedom to all political prisoners! Feds don’t fuck us – we fuck feds! Happy New Year, comrades!” Via: Mail

Voina: Leonid Nikolajew auf der Flucht, Philip Kostenko im Hungerstreik


Foto: Vladimir Telegin

Kaum als Co-Kurator der Berlin-Biennale ernannt, schon verhaftet und schon wieder auf der Flucht: “Einer der Co-Kuratoren der 7. Berlin Biennale, Leonid Nikolajew, ist am vergangenen Wochenende bei einer kremlkritischen Demonstration verhaftet worden. Nikolajew gehört dem russischen Künstlerkollektiv Voina an. Erst in der vergangenen Woche hatte die Biennale bekannt gegeben, die Gruppe um den russischen Künstler Artur Zmijewski 2012 als „assoziierte Kuratoren“ einsetzen zu wollen. Am Montagmorgen gelang Leonid Nikolajew die Flucht aus der Polizeiwache. Mittlerweile soll ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vorliegen. (*). Und ein weiterer Voina-Aktivist, Philip Kostenko, sitzt noch in Haft und ist im Hungerstreik: “On December 6, 2011 Philip Kostenko, Voina Group artist, activist of the Russian human rights organization Memorial began a hunger strike. He was arrested near Gostiny Dvor at the peaceful rally in St. Petersburg against widespread violations in the State Duma elections. He was charged with failure to follow a police officer’s orders (Article 19.3). His case was heard by Judge Alexei Kuznetsov, whom many oppositionists claim is known for accepting false statements from police officers and handing down harsh punishments. Kostenko was sentenced to 15 days in custody. Another illegally arrested activist Victor Demyanenko joined Kostenko on the hunger strike. They demand “releasing all people who were detained at the peaceful rallies on December 4-6”. Kostenko is also wrongfully charged by Articles 214 (“vandalism”), 318 (“using violence against a public official”), 319 (“insulting a public official”).
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Und sonst so? : 09. 12. 2011


Endlich mal Spielzeugautos, mit denen meine Kinder spielen dürften. Foto: Jerome Demuth

* “Ich wollte dich auf den gerade frisch online gestellten Shop “urbanwalls.net” hinweisen. Hier werden Fotos auf Leinwand von Streetart in Berlin verkauft – ohne das die Künstler irgendeinen Benefit davon haben. Ich finde dieses Verhalten nicht akzeptabel”, schreibt mit ein “treuer Leser”. Danke für den Hinweis – und ja, das geht gar nicht! Also liebe Urbanwalls-Crew, wenn ihr so nen Käse (Streetart auf Leinwand, hä?) schon unbedingt machen müsst, dann beteiligt wenigstens die Künstler daran. Das ist das Mindeste…

* Die 7. Berlin Biennale stellt assoziierte KuratorInnen vor: Die Gruppe Voina aus Russland und Joanna Warsza: “Das KünstlerInnenkollektiv Voina (dt.: Krieg) aus Russland wurde 2005 von Oleg Vorotnikov und Natalya Sokol gegründet. Voina engagiert sich in aktionistischer Straßenkunst, die sich gegen die russischen Autoritäten richtet. Ihre Aktionen werden regelmäßig von einer Vielzahl von anonymen AktivistInnen unterstützt. Gegen die Gruppe und ihre AktivistInnen wurden bereits zahlreiche strafrechtliche Prozesse angestrengt. Zuletzt wurden Mitte Oktober 2011 Natalya Sokol und ihr Sohn Kasper für mehrere Stunden in Arrest genommen. Oleg Vorotnikov, Natalya Sokol, Leonid Nikolajew und Kasper Nienagliadny Sokol verweigern die Verwendung von Geld und leben ohne permanenten Wohnsitz in St. Petersburg. Ihr Credo lautet, wie Natalya Sokol erklärt: “Ein Künstler, der sich dem politischen Bewusstsein verschließt, ist nur ein Designer.” “Wir gehen nicht davon aus, dass die Gruppe Voina als herkömmliche KuratorInnen agieren werden. Vielleicht werden sie an die Türen von Ateliers klopfen, aber sicher nicht, um Kunstwerke auszuwählen, sondern um uns an das Ethos der KünstlerInnen zu erinnern. Sie gehören zu den letzten wenigen Gläubigen, die eine Kunst ausüben, die einen direkten politischen Auftrag hat. Sie verfolgen ihre eigene, grenzenlose, erratische und ernsthafte Praktik in Russland. Haben sie bereits ihr “bestes Kunstwerk“ geschaffen? Vielleicht der riesige Penis auf der Litiejnyj-Brücke in St. Petersburg? Das glauben wir nicht. Ihr bestes Kunstwerk ist die Erinnerung daran, dass wir uns als die Kunstwelt auf dem Weg befinden, zu einer neoliberalen Elite zu werden, die nur noch an finanziellem Gewinn und der Anhäufung symbolischen Kapitals arbeitet.“ (Artur Żmijewski und Joanna Warsza)

* “Gerade stark umstrittener Graffiti-Film aus Berlin: www.unlike-u.com. Bvg klagt, die Macher stellen zum Protest das Video für alle zum Streamen online…” Via: Jasmin, merci!

* “Hey hey, vielleicht eine Betrachtung wert: wir machen einen Aktionsadventskalender und dazu jeden Tag Aktionen mit der lokalen Occupy Bewegung zusammen: Im Rahmen der Ausstellung Dada New York 2 – Revolution to smash Global Capitalism zeigen wir ganz gemäß dem Prinzip neue Dringlichkeit die Plattform “One Action a Day keeps Capitalism away”. Gestartet haben wir den Aktionsadventskalender mit einer Performance und dem Revolutionsstarterkitverkauf bei der Vernissage im Cabaret Voltaire, weiter gings u.a. mit “verstörenden Chören” im Applestore und Co und einem Old-School-Radioballet am HB.” Via: Mail, thx nepo!

* “Hier ist der Max vom Minderheiten-Quartett. Von letzterem haben wir grade ein Erweiterungs-Pack fertig gestellt. Schau doch mal: http://minderheiten-quartett.de/erweiterung

* Der Mp3-Brutalizer: “Upload your shameful song to receive a download of the very same track but with a twist: the artist, song name, album, and cover art will have been disguised as an undeniably hardcore song.”

* “Zu den Feiertagen gibt es Vhils: Limited Collector’s Edition in einer streng limitierten Auflage von nur 30 Stück. Ein von ihm gestalteten Holzkiste beinhaltet seine Monografie, zwei Flipbooks sowie ein Kunstwerk – alles von Vhils persönlich nummeriert und unterschrieben. Via: Mail, danke, Helga!

* NoTube Contest von iocose.org: “The NoTube Contest comes back in its third edition on a renewed format. Sharing, tweeting, liking and +1ing now play, along with your vote, a significant role. It is now more “X-Factor meets Web2.0”, although this time the LESS voted videos will be shortlisted. *The NoTube Contest requires its participants to find the less valuable video on YouTube* When considering a video, the participant should make sure there is clearly 1) No reason to make it. 2) No reason to publish it. 3) No reason to watch it. The NoTube videos should have no value whatsoever!” Via: Mail

* Das neue Projekt von Paolo Cirio: “inVeritas is a project to democratize the power of the Italian media. Everyone should have the right to inform, thus breaking up the monopoly held by the mainstream media in Italy, renowned for their factiousness and systematic servility, and the censorship and manipulation of information. inVeritas gives everyone the chance to speak and disseminate news directly through news-stands across Italy. The inVeritas.net platform enables screamers to be generated for all the major Italian newspapers.”

Protestaktion: “Voina Wanted”

Plakatkampagne der Voina Group in Wien: “Voina Wanted – worldwide solidarity action by the Voina Group for the persecuted group member Oleg Vorotnikov. As a protest against the repressions of the Russian artist, Voina activists will hang hundreds of the 3×4 m banners depicting a portrait of Oleg Vorotnikov in various cities of the world. It is known that on demand of the Russian Interior ministry, Interpol put the artist on the international wanted list and is searching for him outside of Russia. It is also known that during the arrest on November 15, 2010 Russian cops confiscated all the IDs from Oleg Vorotnikov, Leonid Nikolayev, Natalia Sokol and her son Kasper, so none of them can leave the country. The “Voina Wanted” action mocks the actions of Russian Interior ministry and Interpol, which also needs to be reformed as it has become a toy in the hands of the corrupted bureaucrats from the authoritarian countries. The protest art action started in Vienna with the support of Sydney Ogidan (independent curator and director of the Black River Festival), Wolfgang Stranzinger (president of Lomographische AG), Gerald Matt (director of Kunsthalle Wien), Catherine Hug (curator of Kunsthalle Wien).” Via: Mail

Voina-Gruppe von Polizei verprügelt

“Yesterday three artists of the Voina art group have been attacked and severely beaten by police officers in St. Petersburg. Leonid Nikolayev, Oleg Vorotnikov and his wife, Natalia Sokol, were set upon by seven men on March 3 as they walked home after a press conference in which they told journalists about the terrible conditions they faced in pretrial detention center. “Around seven men in civilian clothes were trailing them. When [Voina members] made to take a photo of them, they laid into them shouting “We are from the criminal investigation department!” They were waving their IDs around and kicking the guys,” artists’ lawyer Dmitry Dinze said. The plainclothes police officers beat not only Vorotnikov and Nikolayev, but a miniature woman Natalia Sokol and her 2-year-old son Kasper as well. Please, see photo documentation in the attachment. Fragment from Oleg Vorotnikov’s story here.” Via: Mail

Voina: Oleg Vorotnikov & Leonid Nikolayev sind frei!


Foto: Vladimir Telegin

Seit dem 24. Februar sind Oleg Vorotnikov und Leonid Nikolaev von der russischen Voina-Gruppe (vgl. auch hier/hier) wieder auf freien Fuß – die Kaution (10.000 Dollar pro Künstler) hatte Banksy mit dem Verkauf einiger Arbeiten übernommen – und bedanken sich: “Dear friends, the Voina Group would like to thank you all for your support and help. Without your media coverage Oleg Vorotnikov and Leonid Nikolayev wouldn’t have any chance to be released. Today is their second day at large. But the charges against the artists still stand. The trial will be held soon. Again we can’t thank you enough for your every effort.” Via: Mail

Voina Group: “How to snatch chicken”

Und wieder eine neue Aktion der russischen Voina Group: “Voina DIY Handbook. Section 1. How to snatch chicken. The tale of how one Cunt fed the whole of the group Voina. Activist of the group Voina named Vacuous Cunt With Inconceivably Huge Tits steals a chicken from a supermarket by hiding it in her vagina. At the same time The Voina Activists, assisting Cunt, show the CCTV cameras and security guards their motto. FUCK WHORING YOURSELF! declares the Voina motto.” Mehr Bilder hier, siehe auch: “Kakerlaken im Gericht” und die “Penis-Brücke” in St. Petersburg. Via: Mail, danke Eugen!

3500 Kakerlaken im Gericht / UPDATE 29.12.10

UPDATE 15.07: Es gibt Bilder von der Vorbereitungsaktion. Hier kann man beobachten, wie Peter Verzilov die Kakerlaken liebevoll heranzüchtet, mit ihnen spielt – und sie danach diskret für ihren Einsatz im Gericht verpackt. Danke, Wanja!

UPDATE 29.12: Laut Alexey Plutser-Sarno, einem Voina-Aktivisten, haben es die Kakerlaken nicht bis ins Gerichtssaal geschafft, außerdem möchte Voina nicht mehr mit der Aktion in Verbindung gebracht werden – angeblich steckt dahinter das Ex-Mitglied Peter Verzilov.

“Als das Urteil verkündet wurde, war das Gerichtsgebäude plötzlich voller Kakerlaken. Tausende von vier bis fünf Zentimeter großen Schaben krabbelten die Treppen hoch und runter. Die Peter Verzilov wollte die etwa 3500 Tiere einschmuggeln und im Gericht freigelassen, als Protest gegen den „Kakerlakenprozess“. Doch auch zivilisiertere Einwände blieben an diesem letzten Prozesstag erfolglos: Der Kurator Andrej Jerofejew und der ehemalige Direktor des Sacharow-Museums, Juri Samodurow, wurden für schuldig befunden. Mit ihrer Ausstellung „Verbotene Kunst 2006“ haben sie nach dem Spruch des Gerichts zu „religiösem Hass“ aufgestachelt und müssen jeweils Geldstrafen von umgerechnet etwa 4000 und 5000 Euro zahlen.” (*) / “Wie der Woina-Aktivist Artem Loskutow in seinem Blog berichtet, laufen jetzt 3.500 der Insekten durch das Gerichtsgebäude. Zwei Mitglieder der Künstlergruppe wurden bei der Aktion festgenommen. Erst vor kurzem hatte “Woina” mit einem neben der Petersburger FSB-Geheimdienst-Zentrale auf eine Klapp-Brücke gemalten Riesenpenis Aufsehen erregt.” (*) Kakerlaken-Bilder konnte ich leider noch keine finden – sobald Bilder von der Aktion auftauchen, werde ich diese ‘türlich, ‘türlich bloggen…