Popular Tags

Tag Street Art

EL SCHREIBT ÜBER GRAFFITI #4: “An die Wände”


Bild: honest tag

In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik“; #2: “Alleine“, #3: “Mythos Writing” und hier also #4: “An die Wände”:

Die Wände ummanteln kerkerhaft das, was sonstwo nicht ist, Freiheit in Sicherheit. Die Grenze zu allen anderen. Oder allgemeiner, es gibt eine Innenseite und eine Außenseite, und die Außenseite richtet sich immer an die Öffentlichkeit, ist Teil des öffentlichen Raums und schirmt ein funktionales Inneres ab. Von außen Andere, ganz leicht mit Farbe, schreiben den Namen frei hin, das symbolische Zeichen dessen was es nicht gibt, eines Alleinseins, das nicht gekerkert bleibt. Und im Stil der Buchstaben findet die Kunst am unerlaubten Ort statt. Werbeanlagen bis zu 0,50 Quadratmeter können vom Unternehmen ohne Genehmigung an der Fassade angebracht werden, solange sie nicht dem Straßenverkehrs-, Bau- und Wegerecht widersprechen. Die Fassaden sind nicht neutral, die Fassaden sind bunt und sprechen so viel. Stillos und respektlos stehen sie da und schreien uns an. Wird also das freie Beschriften einer Wand als gewalttätig verstanden, so kommt das daher, dass das Recht die Färbung der Wand mit der Zerstörung der Wand verbindet. Mit einer Kanonenkugel die Wand zum Privaten zu durchbrechen, gleicht dem Vorgang milimetertief Farbe in sie zu spritzen. Von drinnen sind die Färbungen nicht zu sehen, das eigentliche Private, das abgeschottete, ist in Frieden (ruhen) gelassen. Verwirrt ist nur der Markt der öffentlichen Aufmerksamkeit: Während die einen ihren Trieben folgen, und ihre Markierungen anbringen, kaufen die anderen Fläche und montieren von Hirnforschern und Psychologen optimierte – ihr habt die Wissenschaft verraten, euch gegen den Mensch gewandt – Texte und Bilder, die wiederum die Triebe ansprechen sollen, und eine Triebabfuhr im Massenkonsum, statt in der Einzelkreation bewirken sollen. Der Mensch soll sich nach Industrienorm reproduzieren, statt Künstler werden zu wollen.
(weiterlesen …)

Akay: “Rainbow Warrior” aus der Serie “Instrument of mass destruction”

Nach dem “Robo Rainbow” hat Akay jetzt den “Rainbow Warrior” entwickelt – das neue “Instrument of mass destruction (complicated technical solution to aide in simple acts of vandalism)”. Mehr zu Akay auch hier. Via

REBEL:ART-Kalender 2012: Street Art & Porn & LOL

Wer hat noch nicht, wer will noch einen? Noch sind ein paar Exemplare des ersten REBEL:ART-Kalenders 2012 zum Thema LOL & Porn übrig – mit neuen Arbeiten von OX, Frankreich, MR TALION, Deutschland, VARIOUS & GOULD, Deutschland, HOMER, Ukraine, TILT, Frankreich, BRONCO, Deutschland, MATHIEU TREMBLIN, Frankreich, ELFO, Italien, TONY WEINGARTNER, Frankreich, SPY, Spanien, BORIS HOPPEK, Deutschland und HARMEN DE HOOP, Niederlande. Limitiert auf 666 Stück, 29,7 x 42 cm, zum Preis von 19,90 Euro inkl. Versand! Unnötig zu sagen: Das perfekte Weihnachtsgeschenk, oder?

BR1 & Elfo: “Basezero”

Das neue Projekt von BR1 & Elfo: “Basezero”, Skalitzer Straße, Oktober 2011. Via: Mail

Update: Mathieu Tremblin


“Crocodile Drop”, 2011, Strasbourg


“Hypertag”, 2011, Strasbourg


“26 Wishes for Europe”, 2011, Prag

Neue Arbeiten von Mathieu Tremblin.

SKANDAL! BRONCO NACKT!

Unglaublich, aber wahr! Der Berliner Künstler Bronco – nackt und von hinten! Er hat´s wirklich getan! Für nen ollen Kalender, wow, danke! Dieses “Maybe my most conceptual piece ever” ist 1/12 des ersten LOL-Street-Art-Porn-Kalender (schnell, schnell noch ein Exemplar sichern: Es gibt nur 666 Stück!). Weitere Anekdoten zu den anderen Motiven gibt´s bald…

I can has cheezburger, porn and street art? Yes! Der erste LOL-Street-Art-Porn-Kalender:

I can has cheezburger, porn and street art? Yes, you can! Welcome to the first lolstreetart calender (2012, limited edition, 666 pcs., 19,90 €, PRE-ORDER HERE/HIER VORBESTELLEN) ever – serving you delicious new works made by twelve of the best and most humorous street artists worldwide. Attention: explicit visuals!

Featuring new works from: OX, France, MR TALION, Germany, VARIOUS & GOULD, Germany, HOMER, Ukraine, TILT, France, BRONCO, Germany, MATHIEU TREMBLIN, France, ELFO, Italy, TONY WEINGARTNER, France, SPY, Spain, BORIS HOPPEK, Germany & HARMEN DE HOOP, Netherlands.

You´re still not sure if you understood the theme? Let me explain: MILF, bukkake, cumstache, deepthroat, teabagging or Dirty Sanchez – pornography created the Internet. Today 12 percent of all websites contain porn, 25 percent of all search-engine requests made every day are about porn, that´s around 68 million a day, and 35 percent of all Internet downloads are porn. After porn mankind created lolcats. The net is the best thing that ever happened to cats. Who would have ever imagined that the Internet, once invented for military purposes and expanded for communication among scientists, will become a global spank bank and a worldwide cat picture distribution system?

But where is the connection to street art? Street art is characterized by a simplified and grass-roots democratic approach that allows anyone to produce and present art – simply and inexpensively. Using the Internet, today´s artist can also gain wide recognition rapidly without the aid of gallery owners, PR agents, or curators. Just as music groups can disseminate and sell their songs through social networks and video platforms, works of street artists get viral on the net and artists are able to make their first breakthrough. Lolcats (LOL for „laughing out loud“) became a global mem, a big running gag for geeks and nerds. And like nerds are making their jokes in virtual space, street artists are hacking the public space for their in-jokes. Graffiti started with classical seventies tagging and style writing, evolved into artful calligraphic and three-dimensional images, then came the stickers, spray stencils and the experiments with temporary sculptures and illegal interventions. It was a long and serious fight for acceptance, but now, after graffiti and street art is almost a mainstream phenomenon and universally accepted in the art scene, with its own museums shows, specialized art galleries and collectors… now comes the humor. Today’s street artists, like hackers and nerds, are mostly acting anonymous and subverting the system, they’re all playing with space, remixing art history with pop culture and political activism, creating context-sensitive works with great passion and fun. The postmodern European street artist seems to be the new king´s jester. Laughing out loud about the whole situation – without really having the power to change it. Irony replaced the utopia! The new motto is: If we cannot make the world a better place, let´s make it a funnier place! „I did it for the lulz“ is the new motivation – on the net and on the street. Hope you´re laughing out loud with this first lolstreetart calender ever – and never forget: It´s all about the pussy, my friend!

We did it for the lulz:
Curated by: Alain Bieber
Layout: Matthias Müller
Production: Andreas Ullrich
Cover & Print: diesiebdrucker.de, stickma.de
Distribution: stickermag.com
Release: October 2011; Price: € 19,90; Format: 29,7 x 42 cm; Features: 14 pages, full colour, serigraph cover

PS: Das ist mein vorläufiges Abschiedsgeschenk an Euch! Denn jetzt bin ich erst einmal eine Weile unterwegs – zunächst im Urlaub und danach bei der “Professional Media Master Class” in Halle und beim “DokFest Leipzig“! Bis bald – ich liebe Euch alle!

Watchlist: Obêtre


About tourorism


Altar for street cats


Exhibition / It wasn’t me II


Public Cleanliness / Pas de problème


Hypnotical lines / Le pulvérisateur de Munich


Dans la gueule du loup

Das erste Mal auf rebel:art: Herzlich willkommen Obêtre aus Brüssel. Via: Matthieu, merci!

Urban Hacking School #1: Strasbourg


Stadtguerilla-Diplom: Tony Weingartner (r.) und Alain Bieber (l.) mit den stolzen Absolventen der ersten Urban Hacking School


Florian Isenmann baute mit Metallabsperrungen eines Gehwegs eine Leiter


Elise Paix fragte Kinder in dem Stadtviertel nach ihrem Vornamen und benannte Straßen nach ihnen


Sandra Falquet & Anne-Sophie Blancato “reparierten” mit bunter Knetmasse Risse in Wänden und Straßen


Emilie Albert entwickelte das Konzept der “Copietonnage”, übersetzt “Co-Walking” (inspiriert von dem Prinzip der “Covoiturage”, dem Car sharing). Sie sprach dazu Passanten auf der Straße an und fragte, ob sie sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten könne. Um das Konzept weiter zu verbreiten, verteilte sie außerdem Anstecker mit einem “Copietonnage”-Logo. / “En partant du principe de covoiturage comme un moyen de se rencontrer, j’ai réadapté ce concept à la rue et au quartier en proposant aux marcheurs de faire un petit bout de route avec eux. Les initiés, porteurs désormais du “badge COPIETONNAGE”, sont alors invités à proposer à leur tour cette pratique à un autre marcheur.”


Emilie Leroy & Raissa Monteiro fotografierten Anwohner des Stadtviertels, dekorierten mit den Augen u.a. Stadtmöbel und gaben dem Viertel ein Gesicht


Guillaume Richaud fertigte einen QR-Code aus Keramiksteinchen. Der Code verbindet mit folgendem Link, der den Herstellungsprozess illustriert – und ein zweiter QR-Code der mit Abdeckband auf einer Mosaikmauer entstand – und zu dem Wort “Mur” (dt. Mauer) führt.


Baptiste Martin & Mathias Cohendet konstruierten aus Gras einen Steinpfosten


Stephane Ruch baute sich aus Pflastersteinen eine Bank

Im Rahmen des Festivals Perffusion 2011 in Strasbourg (19-25.9.11) habe ich zusammen mit dem Künstler Tony Weingartner zum ersten Mal eine Urban Hacking School organisiert. Eine Woche lang gab es jeden Abend Theorie- und Praxisvorträge (mit Vladimir Turner, Paul Souviron, Sean Hart, Mathieu Tremblin, David Renault und Christophe Greilsammer) und einen stadtsoziologisch-künstlerischen Spaziergang mit David Hurstel. Rund 11 Teilnehmer haben am Ende der Woche dann ein Projekt realisiert. Und ich muss sagen, wir waren über die Qualität der “Abschlussarbeiten” wirklich erstaunt – denn es gab für die Realisierung nur einen Tag Zeit und außerdem hatten die meisten Teilnehmer keinerlei theoretische oder praktische Erfahrung mit Kunst im öffentlichen Raum. Danke an alle Beteiligten, es war eine wunderbare Woche, und natürlich vor allem: Glückwunsch zum Diplom!

Watchlist: Florian Rivière


Guérilla Urbaine #7 ~ “attrape croyants” (dt. Gläubigerfalle); (Mausefalle, Kirche, Köder)


Guérilla Urbaine #6 ~ “black hole” (dt. Schwarzes Loch); (Gullydeckel, Teppich)


Guérilla Urbaine #5 ~ “suspension dangereuse” (dt. gefährliche Aufhängung); (Pflasterstein, Faden)


Guérilla Urbaine #4 ~ “bande de pigeons” (dt. Taubenbande); (Parkbank, Fahrradspeichen)


Guérilla Urbaine #3 ~ “sélection naturelle” (dt. natürliche Selektion); (Ständer, Schuh – vor einem Blindenverein)


Guérilla Urbaine #2 ~ roulade sur fil et salto à la gorge (dt. Fadenrolle und Gurgelsalto); (Faden, Glasscherben)


Guérilla Urbaine #1 ~ ordures à propulsion (dt. Müll als Antrieb); (Schlauch, Bogen, Wurfgeschoss)


Chasse Urbaine #3 ~ thon rouge et mousse d’avocat (dt. Roter Thunfisch und Avocado-Mousse)


Chasse Urbaine #2 ~ pigeons rôtis au vin blanc et raisins blancs (dt. gebratene Tauben in Weißwein und grünen Trauben)


Chasse Urbaine #1 ~ pastilla de pigeon marocaine aux fruits secs (dt. Tauben-Pastilla mit Backobst)


“meubles EPAL #1-5″


“Robin des villes” (Anleitung zum Ladendiebstahl, aufgehängt an den Schwarzen Brettern großer Handelsketten)


“Prière de mettre de la publicité” (Aufforderung die Werbung in den Briefkasten eines Nachbarn zu stecken – auf eine unbefristete Dauer)

Wer hat behauptet, dass Street Art immer dekorativ und lieb sein muss? Der französische Künstler und Organisator des Festivals Perfussion Florian Rivière beweist vor allem mit seiner Serie “Guerilla, Chasse & Pêche” (aber auch die “Ikea”-Anleitungen für Paletten sind fantastisch): Es geht auch anders – und zwar richtig, richtig böse! Raffiniere Interventionen im öffentlichen Raum – mit einer ordentlichen Dosis schwarzen Humor. Via: Matthieu, merci!