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“Und Alle so: Yeaahh! Die vulgäre Avantgarde”, Haus für elektronische Künste, Basel


David Horvitz (USA): “241543903″, 2009–heute. David Horvitz ist bekannt für seine Anleitungen zu Do-It-Yourself-Projekten. 2009 startete er über Tumblr die Aktion Head in the Freezer, die sich rasant über soziale Netzwerke verbreitete. Horvitz forderte dazu auf, seinen Kopf in ein Gefrierfach zu stecken, sich dabei fotografieren zu lassen, und das Foto ins Internet zu laden – versehen mit dem Tag „241543903“. Gibt man diese Zahl bei der Google-Bildersuche ein, erscheinen nun hunderte von Imitationen dieser künstlerisch initiierten Performance, die zum Internet-Mem geworden ist.


Evan Roth (USA): “Cache Rules Everything Around Me”, 2010. In Cache Rules Everything Around Me arrangiert Evan Roth im Internet vorgefundenes Bildmaterial spielerisch zu Musik von „Girl Talk“ aus dem Album Nightripper – selbst ein Mashup-Album, das verschiedene Musikstücke kombiniert. Bekannte Szenen aus Kinofilmen, aus Fernsehserien oder YouTube-Videos werden mit den populärsten Internet-Memen und animierten .gifs zusammengewürfelt und demonstrieren auf amüsante und beeindruckende Weise, wie sich im Internet auch künstlerische Produktions- und Distributionsformen verändern.


Helene Dams
(DE): “I Can Has History?“, 2010. Kein anderes Tier scheint im Netz derart beliebt zu sein wie Katzen. Sogenannte „Lolcats“ (Lol = laut lachen) bilden seit ca. 2006 ein beliebtes und weit verbreitetes Internet-Phänomen, bei dem Katzenbilder mit (orthografisch fehlerhaften) Sprüchen versehen und über soziale Netzwerke geteilt werden. Doch woher kommen bloß all diese Katzen? Dams betrieb Ahnenforschung und präsentiert in ihrer animierten Netzkunst-Arbeit I Can Has History? den Familienstammbaum der „Lolcats“.


Alex Von Bergen (USA): “Self Portrait with Tail”, 2008 / “Ongoing Collaboration with My Cat to Create an Image that Hopefully Becomes an Internet Meme”, 2010–heute / “Tan Line Gradient Study”, 2013. Alex von Bergen greift immer wieder Gebrauchsgegenstände oder aus dem Alltag vertraute Phänomene auf. Geschickt bewegt er sich dabei zwischen Netzwelt und physischer Welt, zwischen Kunstproduktion und Kommerz. So auch in Ongoing Collaboration with My Cat to Create an Image that Hopefully Becomes an Internet Meme und Tan Line Gradient Study, welche mitunter die Frage nach der Funktion von Kunst und Kultur im Internetzeitalter stellen. Was hat mehr Einfluss: ein Bild in einem Museum, ein Kino-Blockbuster, oder ein sich viral verbreitendes Internet-Mem? Als Postkarte zum Mitnehmen werden wir aufgefordert Von Bergens Internet-Meme auch außerhalb des Netzes zirkulieren zu lassen.


Mathieu Tremblin (FR) mit Aurélie Fourel, Marinka Limat: “Ink Geyser”, 2013. Mathieu Tremblin ist berüchtigt für seine Interventionen im städtischen Raum. Meist sind diese minimal, vielfach von einer gewissen Absurdität gezeichnet und bilden ein Gegengewicht zur reglementierten (rechtlichen, repräsentativen, symbolischen) Öffentlichkeit. Ink Geyser ist ein künstlerisches Re-enactment des Mentos-Cola-Internet-Mems: Durch die chemische Reaktion, das Hinzufügen von Farbe und die installative Anordnung entsteht ein künstlerisches Wandgemälde, das seine Spuren für eine kurze Zeitdauer an Wänden, Decke und Boden hinterlässt.


Matthias Fritsch (DE): “Technoviking Transmedia”, 2007–2011 / “We, Technoviking”,
2010. Mit über 40 Millionen Klicks und mehr als 4000 Videoreaktionen auf YouTube gehört Matthias Fritschs Technoviking – im Jahr 2000 unter dem Namen Kneecam No. 1 ins Netz gestellt – zu den weltweit populärsten Internet-Memen. In den präsentierten Videos recherchiert Fritsch die Geschichte seines Kunstvideos, von der Produktion bis zum populären Internet-Mem, wo der Technoviking sich wie genetisches Material im Netz fortgepflanzt und ständig in neue Variationen und Formen mutiert. Während Technoviking Transmedia User-Reaktionen sammelt, die den Technoviking in virtuellen Welten (z.B. World of Warcraft, Minecraft) inszenieren oder in ein anderes Medium übersetzen, präsentiert We, Technoviking ein Zusammenschnitt von über 50 Reenactment-Videos, welche von Fritsch im Netz gesammelt und zu einem musikclipartigen Video zusammengemixt wurden.


Kent Rogowski (USA): “There is a Rainbow”, 2012. Kent Rogowski greift in seinen Arbeiten Klichees und Stereotypen auf und schafft über das scheinbar Vertraute vielfach ein Gefühl der Befremdung. There is a Rainbow ist Teil der Serie Everything that I wish I could be, in welcher der Künstler Selbsthilfe-Bücher nach einer bestimmten topografischen Anordnung arrangiert und in Lebensgröße abfotografiert. Durch eine gezielte Linienführung der Regebogen deutet Rogowski vage eine Herzform an – und inszeniert so fast unscheinbar kulturell kodierte kommunikative Muster, die auch den Internet-Memen eigen sind. Und nach dem Double Rainbow von Hungrybear9562 gehört der Regenbogen (nach den Katzen) zum zweitliebsten Pop-Phänomen der Internetkultur.


Jonas Lund (SE): “Paint Your Pizza“, 2013. „Realität ist da, wo der Pizzamann herkommt“ ist ein beliebter Geek-Spruch. Was macht die Pizza zur Leibspeise der Internet-Generation? Vielleicht liegt es daran, dass man bei Pizza Hut bereits seit 1993 die erste Pizza im Internet bestellen konnte – lange Jahre vor der Gründung von Amazon, Google oder Ebay. Paint Your Pizza ist eine Webseite von Jonas Lund, über welche man mittels der Grafiksoftware MS Paint seine ganz individuelle Pizza malen, bestellen und verkaufen kann. Macht mit, malt eure Pizza, druckt sie aus und holt euch euer ofenfrisches Kunstwerk für CHF 12 draußen am Pizza-Stand!


Tracky Birthday & Hasi International™ feat. Cindy Sizer (DE): “Tricks 10″, 2013. Bereits neun Folgen der ARTE Creative Webserie Tricks haben Tracky Birthday und International™ souverän gemeistert: witzige und unberechenbare Shows, die uns mit auf eine Reise durch die Popgeschichte nehmen und unter anderem auch demonstrieren, wie sich mit Gemüse musizieren lässt. In der zehnten und letzten Folge von Tricks inszenieren die zwei Künstler zusammen mit ihren Freunden Cindy Sizer eine kollektive Jamsession, bei der die Besucher zur Band werden – und natürlich wird auch diese Folge live ins Netz gestreamt.

Für alle die es am 24. August nicht zur Oslo Night 2013 nach Basel geschafft haben: Ein paar Impressionen der Ausstellung “Und Alle so: Yeaahh! Die vulgäre Avantgarde” im Haus für elektronische Künste in Basel. “In Zeiten von NSA, Urheberrechtsklagen und Datenspeicherfragen kommt das Internet eher als Produkt des Bösen daher. Basel kehrt nun aber die fröhlichen Inhalte nach außen, und zeigt, wie positiv das Netz auch sein kann”, schrieb das ART-Magazin, und Dirk von Gehlen hat mich dazu für das SZ-Blog Phänomeme interviewt: “Die Netzkultur ist die neue Popkultur. Sie hat eine eigene Sprache (ROFL, <3), eine eigene Ästhetik (z.B. Seapunk), und ihre eigenen Stars (Grumpy Cat, Technoviking)." Und darum ging es: Internet-Meme sind die Popkultur des Internets: Bilder, Videos, Texte, Links, Tondateien und Webseiten, die sich viral und rasend schnell online verbreiten. Die Masse tanzt zu „Harlem Shake“ und „Gangnam Style“ und lacht über den „Techno Viking“ und „Lolcats“. Die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur verschmelzen im Netz – aber was sind die Folgen? Führt die memetische Kreativität im Netz zu einer kollektiven Intelligenz? Kann auch Kunst viral werden? Oder ist ein Mem vielleicht sogar Konzeptkunst? Wie verändern diese Netz-Phänomene unser Verständnis von Kunst? Und woher kommen bloß all die Katzen? Die Ausstellung „Und alle so yeah“, kuratiert von Alain Bieber, präsentiert die vulgäre Avantgarde, ist Spektakel und Kritik, zeigt Netzkunst und Trashkunst, lädt zur Partizipation ein und wird selbst zum Kunstwerk.

Internet-Meme (QR Codes) & Meme Generator: Mit dem Internet ist die Produktion und Verbreitung von Bildern unvorstellbar rasant angestiegen. Nicht nur zeitgenössische Künstler, sondern auch Amateure nutzen das Internet und digitale Tools, um Bildmaterial zu produzieren, zu manipulieren, und zu teilen – und erzeugen dadurch Internet-Meme. Vom animierten „Dancing Baby“, über die Keyboard spielende Katze bis hin zum doppelten Regenbogen sind deshalb auch populäre Internet-Meme aus der Amateurkultur in der Ausstellung vertreten, die sich auf die jeweiligen anderen Werke beziehen – auf dem Smartphone/Tablet abrufbar über den angebrachten QR-Code. Und natürlich hat auch jeder Ausstellungsbesucher die Möglichkeit mit dem Meme Generator sein eigenes Internet-Mem zu gestalten und direkt ins Netz zu laden.

Literatur zum Thema „Kunst & Meme“:
- Domenico Quaranta: „Internet Semiotics“, 2012
- Brad Troemel: „The Accidental Audience“, 2013
- Michele Knobel & Colin Lankshear: „Online Memes, Affinities and Cultural Production“, 2007
- Kate Miltner: „SRSLY Phenomenal: An Investigation into the appeal of Lolcats“, 2011
- Helene Dams: „I think you got cats on your internet“, 2008

Winter-Schluss-Verkauf: Street-Art-Porno-Kalender für nur noch 9,90 Euro inkl. Versand!

Alles muss raus! Winterschlußverkauf auch für den ersten rebel:art-Street-Art-LOL-Porno-Kalender 2012! Die letzten Ausgaben kosten nur 9,90 inkl. Versand in Deutschland! Noch einmal die Fakten: Es gibt 12 neue Arbeiten von OX, MR TALION, VARIOUS & GOULD, HOMER, TILT, BRONCO, MATHIEU TREMBLIN, ELFO, TONY WEINGARTNER, SPY, BORIS HOPPEK und HARMEN DE HOOP. Der Kalender ist limitiert auf 666 Stück, 29,7 x 42 cm! Mehr Infos und alle zwölf Motive könnt ihr hier sehen, zum Bestellen bütte hier entlang

REBEL:ART-KALENDER 2012: STREET ART & PORN & LOL


Foto: Philippe Puiseux

Aber jetzt! Von Buchläden ignoriert (in Straßburg verweigert z.B. die Buchhandlung des Museums für zeitgenössische Kunst die Auslage mit den Worten “N’ayant pas la clientèle pour le calendrier LOLStreetart 2012″ – “nicht die Klientel”, hä?) und natürlich von der Mainstreampresse verschmäht – und selbst Freunde haben nur noch ein verschämtes Lächeln übrig: Was ist denn los? Zu hart oder was? Es gibt doch nur einen erigierten Schwanz! Mhh – naja, zum Glück brauchen wir das alles nicht, denn ihr könnt hier online die letzten Exemplare ergattern (limitiert auf 666 Stück). Außerdem der Beweis: Der rebel:art-LOL-Street-Art-Porn-Kalender 2012 ist ein Spaß für die ganze Familie! “A friend of mine with the calender. Sorry”, schreibt OX. Wer noch einen Kalender zu Weihnachten bestellen und damit rebel:art unterstützen möchte – bütte hier entlang… MERCI!

Update: OX

Neue Arbeiten von OX in Gagny und San Bernardino (“The Billboard Art Project“).

REBEL:ART-Kalender 2012: Street Art & Porn & LOL

Wer hat noch nicht, wer will noch einen? Noch sind ein paar Exemplare des ersten REBEL:ART-Kalenders 2012 zum Thema LOL & Porn übrig – mit neuen Arbeiten von OX, Frankreich, MR TALION, Deutschland, VARIOUS & GOULD, Deutschland, HOMER, Ukraine, TILT, Frankreich, BRONCO, Deutschland, MATHIEU TREMBLIN, Frankreich, ELFO, Italien, TONY WEINGARTNER, Frankreich, SPY, Spanien, BORIS HOPPEK, Deutschland und HARMEN DE HOOP, Niederlande. Limitiert auf 666 Stück, 29,7 x 42 cm, zum Preis von 19,90 Euro inkl. Versand! Unnötig zu sagen: Das perfekte Weihnachtsgeschenk, oder?

SKANDAL! BRONCO NACKT!

Unglaublich, aber wahr! Der Berliner Künstler Bronco – nackt und von hinten! Er hat´s wirklich getan! Für nen ollen Kalender, wow, danke! Dieses “Maybe my most conceptual piece ever” ist 1/12 des ersten LOL-Street-Art-Porn-Kalender (schnell, schnell noch ein Exemplar sichern: Es gibt nur 666 Stück!). Weitere Anekdoten zu den anderen Motiven gibt´s bald…

I can has cheezburger, porn and street art? Yes! Der erste LOL-Street-Art-Porn-Kalender:

I can has cheezburger, porn and street art? Yes, you can! Welcome to the first lolstreetart calender (2012, limited edition, 666 pcs., 19,90 €, PRE-ORDER HERE/HIER VORBESTELLEN) ever – serving you delicious new works made by twelve of the best and most humorous street artists worldwide. Attention: explicit visuals!

Featuring new works from: OX, France, MR TALION, Germany, VARIOUS & GOULD, Germany, HOMER, Ukraine, TILT, France, BRONCO, Germany, MATHIEU TREMBLIN, France, ELFO, Italy, TONY WEINGARTNER, France, SPY, Spain, BORIS HOPPEK, Germany & HARMEN DE HOOP, Netherlands.

You´re still not sure if you understood the theme? Let me explain: MILF, bukkake, cumstache, deepthroat, teabagging or Dirty Sanchez – pornography created the Internet. Today 12 percent of all websites contain porn, 25 percent of all search-engine requests made every day are about porn, that´s around 68 million a day, and 35 percent of all Internet downloads are porn. After porn mankind created lolcats. The net is the best thing that ever happened to cats. Who would have ever imagined that the Internet, once invented for military purposes and expanded for communication among scientists, will become a global spank bank and a worldwide cat picture distribution system?

But where is the connection to street art? Street art is characterized by a simplified and grass-roots democratic approach that allows anyone to produce and present art – simply and inexpensively. Using the Internet, today´s artist can also gain wide recognition rapidly without the aid of gallery owners, PR agents, or curators. Just as music groups can disseminate and sell their songs through social networks and video platforms, works of street artists get viral on the net and artists are able to make their first breakthrough. Lolcats (LOL for „laughing out loud“) became a global mem, a big running gag for geeks and nerds. And like nerds are making their jokes in virtual space, street artists are hacking the public space for their in-jokes. Graffiti started with classical seventies tagging and style writing, evolved into artful calligraphic and three-dimensional images, then came the stickers, spray stencils and the experiments with temporary sculptures and illegal interventions. It was a long and serious fight for acceptance, but now, after graffiti and street art is almost a mainstream phenomenon and universally accepted in the art scene, with its own museums shows, specialized art galleries and collectors… now comes the humor. Today’s street artists, like hackers and nerds, are mostly acting anonymous and subverting the system, they’re all playing with space, remixing art history with pop culture and political activism, creating context-sensitive works with great passion and fun. The postmodern European street artist seems to be the new king´s jester. Laughing out loud about the whole situation – without really having the power to change it. Irony replaced the utopia! The new motto is: If we cannot make the world a better place, let´s make it a funnier place! „I did it for the lulz“ is the new motivation – on the net and on the street. Hope you´re laughing out loud with this first lolstreetart calender ever – and never forget: It´s all about the pussy, my friend!

We did it for the lulz:
Curated by: Alain Bieber
Layout: Matthias Müller
Production: Andreas Ullrich
Cover & Print: diesiebdrucker.de, stickma.de
Distribution: stickermag.com
Release: October 2011; Price: € 19,90; Format: 29,7 x 42 cm; Features: 14 pages, full colour, serigraph cover

PS: Das ist mein vorläufiges Abschiedsgeschenk an Euch! Denn jetzt bin ich erst einmal eine Weile unterwegs – zunächst im Urlaub und danach bei der “Professional Media Master Class” in Halle und beim “DokFest Leipzig“! Bis bald – ich liebe Euch alle!

Sam3: “Anamórfica subjetividad”

Yes, das ist LOL Street Art Porn: Neue Arbeit von Sam3 für das italienische Fame Festival.

What the fuck is my street art strategy?

Das ist LOL Street Art: Verdammt lustige “Tipps” für alle Postgraffiti-Poser: “What the fuck is my street art strategy?“.