
Nach dem “Robo Rainbow” hat Akay jetzt den “Rainbow Warrior” entwickelt – das neue “Instrument of mass destruction (complicated technical solution to aide in simple acts of vandalism)”. Mehr zu Akay auch hier. Via

Nach dem “Robo Rainbow” hat Akay jetzt den “Rainbow Warrior” entwickelt – das neue “Instrument of mass destruction (complicated technical solution to aide in simple acts of vandalism)”. Mehr zu Akay auch hier. Via

#7: “do as much damage as you can” – die neue Performance von Sebastian Haslauer, aus der Serie “Ways to feel better“. Via

Neue Arbeit von Mobstr: “67.324 million pounds of tax money is spent each year cleaning up graffiti. Painting on walls is bad and leads to harder crime.”

Foto: Gif-Animation via, nach diesem Video
In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik“; #2: “Alleine“):
Das Wort und die Buchstaben. Beim Schreiben der Buchstaben ging es schon auch um die Wörter, die sie bildeten. Aber die Wörter waren nicht als Begriffe gemeint, sondern als Namen, als Zeichen. Und oft eben um ein Name, der präsent sein sollte, in einem Milieu, in einer Stadt, überall. Einen Namen in die Stadt, an die Züge schreiben: ein Zeichen geben. Bei den Buchstaben der Ausdruck eines Stils. Sobald die Buchstaben zum Wort verschmolzen und von der zweiten Outline umrahmt sind, sind sie mehr als der Ausdruck des Stils: ein identitäres Produkt, es zeigt der Welt, X war hier.
Die Fähigkeit alles in einem besonderen Stil schreiben zu können. Auch Wildstyle, so schreiben, dass es nur noch Spezialisten entziffern können. Dann wirken die Bilder oft schon wie abstrakte Gemälde und werden vielleicht dementsprechend geschätzt. Oft von Passanten zu hören, dass eine hohe Anzahl an Farben geschätzt wird, was ungefähr so tiefgängig ist, wie einen Farbfilm mit einem Schwarzweißfilm zu vergleichen und als einziges Merkmal die Farbigkeit anzuführen. Eine andere Tendenz war Antistyle. Sich zwar in die Konkurrenz des Namen Hochbringens zu begeben, aber die Regeln zu brechen, so zu malen wie Anfänger malen: Toystyle (stilistisch nicht technisch). Schwer zu sagen, ob es mehr oder weniger gemocht wird. Es entschärft den Kampf im Graffiti, aber sieht vielleicht mehr wie Schmutz aus als die bunteren Sachen. Allerdings sind sie auch selten aggressiv. Es ist ein hin und her, wie auch in den ersten Jahren des Streetart Hypes es dieses hin-und-her mit kleinen banalen Grafiken und dagegen aufwändige Collagen, aber auch Installationen aus einfachen Elementen der Stadt und Readymades gab.
Die Selbstgeschichtsschreibung des Writings hat oft so angesetzt, dass Leute in NY Namen schrieben, sich dann auf die Buchstaben konzentrierten, Styles entwickelten, diese auf Zügen und Wänden probten, dies sich popularisierte. Da das wohl für Masse und Einzelfall zutrifft, ist es die plausible Geschichte des Writings. Dann gäbe es aber gar nicht mehr viel über sie zu schreiben, die Protagonisten feststellen, Datieren, Styles ordnen. Wurde schon zu viel gemacht.
Warum sollte das Writing von Einzelpersonen nichts mit Gangzeichen zu tun haben, die es schon vorher gab, warum sollte die Rebellion der Jugendlichen durch Buchstaben in NY nichts mit einer Bewegung der Jugendrebellion in Buchstaben (Lettristen) 20 Jahre vorher in Paris zu tun haben. Ich will keine Geschichtslinien konstruieren, das ist vielmehr das, was mich überhaupt gestört hat. Ich will vielmehr das Netz der Geschichte auswerfen, und sehen wie sich die Überlieferungen in ihr verfangen.
Einen breiteren Horizont der Geschichte anzulegen, das stilvolle Beschriften auf Lettrismus und Kalligrafie und vieles mehr zurückzubinden, wurde auch schon gemacht, und hier soll angeschlossen werden. Die Geburt des Writings ist dann Pop, der Mythos eine Affirmation des Banalen. Soll heißen, die Populärkultur fand eine Darstellung für die konkrete Erfahrung der Protagonisten. Heutige Entwicklungen des Writings weisen nicht nur nach vorne (in die Zukunft) über den Gründungsmythos hinaus, sondern auch nach hinten. Darum wird es in den nächsten Texten gehen.

Für alle Infografik-Fetischisten: Graffiti und Street Art als Diagramm. “The Feral Diagram on Graffiti and Street Art is an homage to and celebration of the 75th Anniversary of the Alfred H. Barr diagram on Cubism and Abstract Art.” Das Poster gibt es hier – und dazu auch eine passende Ausstellung inkl. Katalog: Pantheon. “Participating artists tell their own histories, in their own words and pictures, while local writers and photographers give an overview of the cultural milieu. The catalog includes a dedication to Rammellzee by Charlie Ahearn, essay on the Feral Diagram by Daniel Feral, Street Art in the 2000s by Steven P. Harrington with photographs by Jaime Rojo, in addition to 20 essays, 20 interviews and over 400 images from the efforts of over 30 individuals.” Via: Mail

Blogpause: “Blog Interlude“, 2011: “Blog Interlude is a blank image for blogs, meant as a moment of rest.”

“As Far as I Can Reach (Aura)”, 2011: “Spray painting a wall as far as I can reach without moving my feet.”

Helmut Smits lässt seinen einjährigen Sohn twittern: “My One Year Old on Twitter“, 2011: “Abe doesn’t want to twitter anymore. I asked him several times lately but I guess he has lost his interest.”
Neue Arbeiten von Helmut Smits. Via



“Urban Monochrome Paintings” von Cornelis van Almsick: “Having done graffiti for a number of years in cities like Toronto, Berlin, Cologne, and Minneapolis- the lust for colors & letters died down when Cornelis van Almsick started his architectural studies. “Fine-Layered Arrangement” is about the repair of the colorful towards a monochrome wall painting, unintentionally and anonymous, yet stunningly beautiful. It is the crucial gap between the cover with the writer’s letterwork and a total renewal of the wall’s coating when urban masterpieces like these are created.” Via: Linktipp

Ausstellung: “Berliner Straße”, 2008
In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik“):
Es ist eigentlich gar nicht nahe liegend, dass Graffiti, als wandverhafteter Ausdruck, für den Kunstmarkt taugt. Damien Hirst machte aus seinem Haigraffiti, das jetzt ein Edelclubhaus schmückt, eine Zweckentfremdung der Wissenschaft: einen eingelegten Hai, als Konzeptkunst. Die Stuckisten sagten, er hat sogar das Konzept dieser Konzeptkunst geklaut, ich weiß es nicht. Hätte er weiter Tiere an Wände gemalt, hätte er diesen vielleicht ein sozialkritisches Konzept geben sollen, vielleicht Ratten, wie Blek le Rat und Banksy, und vielleicht, mit ganz viel Kontinuität, wäre daraus tatsächlich vermarktbare Wandkunst geworden, die Leute aus der Wand schneiden und verkaufen. Was die Wandbemaler nicht wollen, und was ihnen konkret auch nichts bringt, denn der Kunstraub ist der Gegenschlag des Marktes gegen diese so freie Kunst. Andere erklärten dann 2008 die letzte Stencil-Show, aus und vorbei, angesichts der Vereinnahmung der Form durch die Werbebranche. Doch wenn man mal nicht über die Großen und die Plakativen spekuliert, sondern sich selbst fragt, wie diese triebhafte Praxis sich in geregelte Formen einhegt, dann kommt nicht große Geschichtsschreibung heraus, sondern diese kleine Geschichte:
Alleine. Herum gehen, Schreiben, Drucken, Kleben. Diese Formen zu finden, herauszufinden, dass es etwas gibt, das zu dem passt was man will. Und auf eine wuchernde, offene Bewegung zu stoßen, selbst unsichtbar, sichtbar in ihren Zeichen. Selbst unsichtbar zu werden, im Dunkeln keine Angst mehr zu haben, weil man selbst dunkel wird, aus dem Dunkel hinaussieht. Am Tag Sehen lernen, wieder alleine sein, aber in einer Menge, zu wissen was man gerade tut, fokussieren. Und betrachten können, fokussieren, auf das was andere bewusst getan haben. Hinter einen Namen zurücktreten wie ins Dunkel zurücktreten. Das erste Mal in die vier hellen Wände einer Ausstellung. Beim Tun am Gästebuch betrachtet werden, angesprochen werden. Es verbindet sich. Dein eigenes Buch geben. Das Buch geht herum, es wird voll, Namen treffen Namen.
Wieder angesprochen werden, mit dem Namen, ein bisschen Angst kommt zurück, durch das identifizierbar werden. Sich besser fühlen wenn die Namen andere Namen auf der Wand treffen, ohne dabei angesprochen zu werden, ohne beim Tun betrachtet zu werden. Und dann die Kooperation, sich gemeinsam in der Bewegung bewegen, wenig Ansprache, die richtigen Zeiten finden für das Reden und für das Tun, synchronisieren, Schweigen können, wieder einen schützenden Schatten haben vor der Angst. Nie war es Selbstzweck, sondern genau das, was man selbst wollte. Verfälscht dann dadurch, es nicht allen zu geben, sondern einzelnen. Die Freunde zu drucken, die Namen der Lieben zu schreiben. So viele Einzelne, wie da noch das Schweigen und die Synchronisation, und das Bewegen überblicken, …. , es bewegt sich selbst, es spricht selbst.
Die Gedanken die doch abgeladen waren kommen so oft zurück und drehen ihre Kreise im Selbst, das sich wieder begrenzt und verdichtet. Eigentlich sind es doch Strahlen, die weg wandern. Das Gespräch anzunehmen, die Strahlen wenn sie längst ausgesendet sind wieder aufzunehmen, Worte über Namen zu verlieren, das ist wieder das Gleiche wie das erste Mal darauf angesprochen werden. Und es verbindet sich wieder, das Ausstrahlen reflektiert, es scheint wieder auf das Selbst. Erst auf diesem Rückweg erlangen die Zeichen einen Wert außerhalb ihrer Zeichenhaftigkeit. Im Gespräch erhalten sie ihren Tauschwert. Wieder Erschrecken. Aus dem Tun, in die Szene, auf den Markt.
“Can Slave” von Homer: “This is an ironic video I made for my solo exhibition in Warsaw last fall.” Via: Mail


Diesen Aufruf gab´s vor kurzem auch bei Just zu sehen – hier noch mehr Hintergründe zur Aktion: “Liebe Freunde und Bekannte, in Hamburg steht derzeit der 61-jährige Walter F. wegen Graffiti vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen jener OZ zu sein, der in Hamburg an unzähligen Stellen seinen Namen, aber auch Smileys und bunte Muster gemalt hat. Hier ein paar Bildbeispiele (flickr) und ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung. Nachdem er bereits acht Jahre für Graffiti im Gefängnis war, drohen ihm nun zwei weitere Jahre Haft. Das wollen wir nicht zulassen! In den kommenden Tagen soll die Website www.free-oz.org freigeschaltet werden, um Solidaritäts- und Infoaktivitäten rund um diesen Fall zu dokumentieren und eine breitere Öffentlichkeit zu informieren. Außerdem möchten wir klarstellen, dass OZ nicht allein ein Hamburger “Problem” ist, sondern ein Beispiel für die übermäßige Verfolgung von Graffiti und Streetart. Darüber hinaus geht es um die Zukunft unserer Städte als lebenswerte Räume, in denen BewohnerInnen ein individuelles Recht auf Stadt eingeräumt wird. Ein wichtiger Teil der Unterstützungsaktionen ist der Appell “Freispruch für OZ!”, der im im Anhang dieser Mail zu finden ist und der OZ und seine Anwälte im Verfahren unterstützen soll. Für diese Solidaritätserklärung suchen wir schon jetzt, bevor die Website online ist, möglichst viele ErstunterzeichnerInnen (Einzelpersonen, Institutionen, Vereine, etc.) und bitten Sie dabei um Ihre Teilnahme. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns schnellstmöglich eine kurze Mail an freiraum.fuer.oz (ät) googlemail..com mit Ihren Daten schicken, die Sie in der bald bundesweit veröffentlichten UnterzeichnerInnen-Liste finden möchten (Name + Ort + ggfs. Institution, Verein; sämtliche Daten werden selbstverständlich nur für diese Aktion benutzt und vertraulich behandelt). Gerne können Sie diese Mail weiterleiten und in Ihren Kreisen um UnterstützerInnen werben (bei Twitter, Facebook usw. einfach “#freeoz” hinter die Nachrichten setzen)! Wir zählen auf Sie, danken für Ihre Aufmerksamkeit und senden bunte Grüße aus Berlin!” Via: Mail, thx!