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“Round 2. The Future Of DIY Activism” @ Delai Sam, 19./20. April 2014, Moskau


Adam Harvey: “CV Dazzle“: “CV Dazzle explores how fashion can be used as camouflage from face-detection technology, the first step in automated face recognition.”


Aram Bartholl: “Killyourphone” & “Dead Drops“. “Dead Drops” is an anonymous, offline, peer to peer file-sharing network in public space. / Killyourphone is an open workshop format. Participants are invited to make their own signal blocking phone pouch super fast for little money.


Dennis P Paul: “Nullstecker”. Nullstecker is a very simple hack consisting of 220 V power plugs modifed to trigger short circuits when plugged into the wall, shutting down all electricity.


Evan Roth: “Available Online For Free“. DIY: Download Russian Version.


Mitch Altman: “TV-B-Gone“. “You can use TV-B-Gone to control access to television for philosophical or practical reasons, or simply to have fun!”


Simone C. Niquille: “Realface Glamouflage“. Realface Glamouflage is a collection of Tshirts offering facial recognition dazzle.


James Bridle: “Drone Shadow Handbook”. A guide to drawing Drone Shadows.


Mr. Impact/Andreas Ullrich: “Defekt”. Diverse Sticker, u.a. “Liebe. Freiheit. Alles” & “Defekt”


U.R.A./FILOART : “I.-R.A.S.C. II F.C.P.“. Infra-red light against surveillance cameras II face care & protect.


::vtol: wird eine neue Arbeit für die Ausstellung bauen, eine Apparat, mit der man den Schmutzgehalt der Luft analysieren kann. “Having analyzed air content the algorithm forms a small 2D image taking the photos of the dirtiest cities and converting them to the abstract computer graphics. Pushing on the button it is possible to print a little digital image immediately. This instrument is to move in the city to search the dirtiest places for their virtual cleaning by means of converting pollution data into micro objects of digital art which are remained on any surface.”


Vladimir Turner & Ondřej Mladý: “Safety First“. To denounce the inadequate number of bike lanes, one of the artists rides a bike through Prague night’s traffic, through parks and crowds, turning his path into a DIY bike lane, which was screened on the street in front of him through a small projector installed on the handle bars.


Where The Dogs Run: Gadget to switch off the russian “Shanson” Radio Station.

Das russische Kollektiv Partizaning organisiert mit zahlreichen anderen Mitstreitern in Moskau das jährliche DIY-Festival Delai Sam (Делай Сам). Ich bin vor Ort, halte einen Vortrag zum Thema “Subversion, Fake und Fun im öffentlichen Raum” und habe auch eine kleine DIY-Ausstellung kuratiert. Mit dabei sind Arbeiten von: Adam Harvey, Aram Bartholl, Dennis P Paul, Evan Roth, Mitch Altman, Simone C. Niquille, James Bridle, Mr. Impact/Andreas Ullrich, U.R.A./FILOART, ::vtol:, Vladimir Turner, Ondřej Mladý & Where The Dogs Run.

Da im letzten Jahr bei der Delai Sam-Ausstellung u.a. Guerilla Gardening, Adbusting und andere “90er”-Jahre-DIY-Techniken präsentiert wurden, wollte ich in diesem Jahr den Fokus auf “Digital/New Media Activism” legen und ein paar neue Projekte präsentieren, die sich an der Schnittstelle zwischen Medienkunst und Aktivismus bewegen. Das Besondere daran: Alle Werke sind reproduzierbar und können in bester DIY-Manier nachgebaut werden und inspirieren hoffentlich auch zu eigenen Hacks. Und damit das alles nicht zu politisch-dikatisch rüberkommt, wird das ganze am Ende in eine Finissage-Fashion-Show verwandelt. Der große Dank gilt allen Künstlern und Helfern, die bei dieser Ausstellung mitmachen, denn ist mal wieder eine 0-Budget-Herzblut-Ausstellung! #

Hier noch einmal ein Auszug aus dem Konzept in EN: “Activism is a continouus race. Every actions creates a counter-action. Guerilla Gardening, adbusting, temporary sculptures in urban space are nice tools, but in an contemporary and digital warfare seems already quite antiquate. The exhibition and fashion show “Round 2. The Future of DIY Activism” presents in a humorous and inspiring way art projects from new media, net.activism and hacktivism, that are questioning the new challenges of our digital environment, issues like mass surveillance, free (internet) culture, media manipulation – and what activist can do against it. The works show how a new generation of artists, designers and engineers are taking a highly critical approach to the development and use of the engineered systems and infrastructures that we increasingly rely on for daily life. And the particularity of the show is that all presented works can be reproduced, remixt, altered, improved, costumized. Because: After the industrial age and our digital age comes the maker age. More and more fab labs and hacker/maker spaces are popping up around the world competing with mass production and empowering people to create smart (activist) devices for themselves. We might have lost the first fight – but now comes round 2.”

SPIELSALON: Art & Arcade (bis 16. März) / Pressestimmen und Impressionen


//////////fur//// art entertainment interfaces: “Painstation”, 2002: Das Künstlerduo, bestehend aus Volker Morawe und Tilman Reiff, entwickelt multisensorische Artefakte als Gegenentwurf zur fortschreitenden Benutzerisolation an digitalen Endgeräten. Ihre Pong-Variation “Painstation” ist inspiriert vom Kartenspiel Folter-Mau-Mau, bei dem es mit dem Restblatt je nach Kartenfarbe Hiebe auf die Verlierer-Hand setzt. Painstation lässt sich als “neuzeitliches Duellierungs-Artefakt“ bezeichnen. Dem Duell gleich, stehen sich zwei Gegner an der Tischkonsole gegenüber, allerdings können sie ihre Waffen nicht selbst wählen, sondern werden je nach Spielverlauf mit drei unterschiedlichen Repressalien konfrontiert: Hitze, Stromschläge oder Peitschenhiebe. Auf ironisch-subversive Weise entlarven Morawe und Reiff die gängige Spielepraxis als nichts anderes als eine zeitgenössische Duellierungsmethode, in der aus einem virtuellen Spiel schmerzhafte Realität wird.


Djeff: “Pentapong”, 2007: Dreiseitiger Fußball ist eine Variante des Fußballspiels mit drei statt zwei Mannschaften. Das Spiel wurde vom dänischen Situationisten Asger Jorn erdacht. Er wollte damit das Prinzip der Zweiwertigkeit (wahr/falsch, bekannt/unbekannt) aufheben und zeigen, dass es mehrwertige Logiken gibt. Auch der Spieleklassiker “Pong” ist in der Ursprungsversion auf zwei duellierende Spieler angelegt. Der französische Medienkünstlers Djeff hat seine “Pentapong”-Arcade auf gleich fünf potentielle Spieler erweitert: die höhere Anzahl von Spielern sorgt für mehr Spaß, mehr Konflikte und eine interessante Gruppendynamik.


Evan Roth: “When We Were Kings”, 2011 & “Observing User Achievement”, 2013: “Klondike” ist eine spezielle Variante der virtuellen Kartenspiele bzw. Patiencen. Entwickelt wurde das Spiel 1989 von Wes Cherry während er für Microsoft arbeitete. Besonders bekannt ist diese Variante durch die Verbreitung mit Microsoft Windows unter dem Namen “Solitaire” bzw. “Solitär”, welche seit 1990 mit dem Betriebssystem ausgeliefert wurde. Die beiden Videoloops von Roth bestehen einzig aus der legendären Gewinn-Animation – einmal aus der Sicht des Spielers und einmal aus der Sicht des Computers. Eine Hommage an die 90er-Jahre, als die Menschen sich im Büroalltag und an ihren Computern noch langweilten.


Hussein Chalayan: “Approaching”, 2013: Der Teppich “Approaching” des türkisch-zypriotischen Modedesigners und Konzeptkünstlers Chalayan kombiniert Elemente moderner westlicher Kultur mit orientalischen Aspekten traditioneller Teppiche. Das Muster im Zentrum des Teppichs versetzt die Figur eines modernen Videospiels in ein traditionelles Umfeld.

MOBILESKINO: “Space Racer”, 2014: Die Maschinen von MOBILESKINO sind nicht digital, sie haben lediglich das Aussehen und den Ton von ihnen ausgeliehen. Sie funktionieren komplett analog mit Projektionen, Schalter und Diabildern. Hier wird also die digitale Welt, die oft zum Simulieren unserer Umwelt verwendet wird, von analogen Maschinen simuliert.


JODI: “SOD”, 1999: Hinter dem Pseudonym JODI verbergen sich der niederländische Künstler Joan Heemskerk und der Belgier Dirk Paesmans, beides Pioniere der Netzkunst. Für ihre Arbeit “SOD” tilgte JODI die grafisch explizite bzw. narrative Seite des Spiels “Wolfenstein 3D”, dem umstrittenen Vorgänger von “Quake”, und reduzierte alle Oberflächendarstellungen auf Linien, Dreiecke und Quadrate. Übrig bleibt eine mysteriöse Schwarzweiß-Landschaft: Das Schloss mit den verschlungenen Gängen sieht aus wie eine Galerie, in der nur Kopien von Kasimir Malewitschs “Schwarzem Quadrat” an den Wänden hängen; die Nazis sind zu schwarzen Dreiecken geworden, die man nur noch erkennt, weil sie gelegentlich “Achtung!” schreien. Von allen Game-Modifikationen ist es in grafischer Hinsicht die reduzierteste, aber gleichzeitig respektiert sie die Mechanik des Originals und entlarvt so die Spielelogik.


Canedo, Maingardt, Hartmann: “cage was a n00b“, 2013: In Anlehnung an John Cages “Reunion” (1968) wurde mit “cage was a n00b” von Remmy Canedo, Sergej Maingardt und Tobias Hartmann das Konzept des Schachspiels zwischen John Cage und Marcel Duchamp auf einen Kickertisch übertragen: Während bei “Reunion” die elektronisch improvisierte Musik mehrerer Instrumentalisten in Abhängigkeit von den Schachzügen der Spieler wiedergegeben oder stummgeschaltet wurde, wird bei “cage was a n00b” der Kickertisch selbst zum Instrument und jeder Spieler zum Musiker. In der zweiten Version dieser interaktiven Klanginstallation werden alle Klangereignisse in Echtzeit durch das Spiel der Kontrahenten generiert oder getriggert und die Position des Spielballes steuert simultan das Panorama der elektronischen Klänge.


Marius Winter, Marie Wellershoff und Benedikt Haas: “Tesla Arcade”, 2013: Winter, Wellershoff und Haas, Studenten der Filmakademie in Ludwigsburg, transportieren ein eigentlich digitales, modernes Spiel mit Hilfe von historischen Elementen (Glühbirnen, antiker Tisch) in die analoge Welt. Die ungewöhnliche Spiele-Oberfläche ist ein Gegenentwurf zur Uniformität der modernen Technik und dient der Versöhnung zwischen digitaler und analoger Welt, zwischen neu und alt.


Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano: “Radical ATM Service“, 2014: Das argentinische Künstlerduo hat einen Bankomaten als Spielautomaten getarnt: “Ihre Geldkarte wurde Ihnen abgenommen. Sie werden sie sicher und unbeschadet zurück erhalten. Wir werden uns kein Geld von Ihnen oder Informationen über Sie aneignen. Bitte keine Panik. Sie werden nicht mit einer Kamera aufgezeichnet und können sich gern natürlich verhalten.” Nach diesem Hinweis hat der Benutzer die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen. Anders als bei den üblichen Bankautomaten gehören zu dieser Auswahl beispielsweise das Spielen von radikalen Spielen oder das Ansehen von Dokumentationen. Jede dieser Auswahlmöglichkeiten befasst sich unter anderem mit Themen wie Umweltschutz, dem Kampf gegen multinationale Konzerne oder mit gemeinnützigen Organisationen, die innovative Modelle und neue auf ihnen basierende soziale Netzwerke entwickeln. Im Anschluss an dieses Bildungsprogramm erhalten die Nutzer ihre Karte zurück. Für die Ausstellung bekam die Installation aus dem Jahr 2007 ein “Schweizer Update”.


Andreas Ullrich / C. Rockefeller Art Investment Group: “The Machine”, 2014: Der Kunstmarktflipper des Dresdner Medienkünstlers Andreas Ullrich nutzt als Spielfläche einen normalen “Flipper-Automaten”. Mit einem Spielball werden unterschiedliche Hindernisse und Buttons bzw. Tunnel angespielt und dadurch Punkte erworben. Statt eines Rollenspielhintergrunds oder einer fiktiven SciFi-Story stellen aber zeitgenössische Galerien und Museen die Hindernisse dar, so dass der Spieler verschiedene Karierrepunkte eines zeitgenössischen Künstlers anspielen und durchlaufen muss. Bei jeder bedeutenderen Institution bzw. “Combos” aus Galerien und Museen werden höhere Preise als Punktstand gutgeschrieben, der Wert des “Künstlers” wächst entsprechend.

Pressestimmen


* 20min.ch, 16.1.14

* “Durchgehend weht ein wunderbar subversiver Geist durch die neue Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade”: Besprechung in der BZ

* RSI.ch: Beitrag im italienischsprachigen TV der Schweiz

* Kulturtipp beim Schweizer TV: Tele Basel (dritter Beitrag, ab Minute 4)

* “Kunst als Spiel oder Spiel als Kunst?”: Besprechung in der tageswoche.ch

* “Der interaktive Töggelikasten”: Der Kulturtipp bei Radio X

* Ausstellungstipp der Woche: art-magazin.de

* Beitrag bei Nerdcore

Mehr Bilder auch hier & hier. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. März, im Haus für Elektronische Künste, Basel, alle Informationen hier.

SPIELSALON: Art & Arcade


Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann: “cage was a n00b” (Soundinstallation/Kicker). Alle Klangereignisse werden direkt durch das Spiel generiert oder durch den Spielverlauf gestaltet.

SPIELSALON: Art & Arcade
16. Januar bis 16. März 2014; Vernissage: Mittwoch, 15. 1, 19h
Gruppenausstellung mit: Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek.
Haus für elektronische Künste, Basel

Arcade-Automaten sind Kult. In den 1970er-Jahren eröffneten die ersten Spielhallen, sogenannte “Penny Arcades”, in den USA und Europa. In der Blütezeit der Automaten erschienen Spieleklassiker wie Pong, Space Invaders, Pac-Man, Mario Bros, Tron oder Donkey Kong. Viele erfolgreiche Spiele wurden später als PC- und Videospielkonsolen umgesetzt und setzten so den Grundstein für den Erfolg von Homecomputern. Arcade-Spiele haben Ikonen der Popkultur hervorgebracht. Auch zahlreiche Künstler haben sich dem Thema angenommen und nutzen Arcade-Maschinen als künstlerisches Medium. Dabei programmieren sie nicht einfach nur ein künstlerisches Computerspiel, sondern ihre Automaten sind gleichzeitig auch Kunstobjekte und Rauminstallationen. Die Künstler bauen die Maschinen um, ergänzen sie um neue Funktionalitäten, erschaffen neue Spielwelten, spielen mit der 8-Bit-Ästhetik und übersetzen die Spielkultur in die Kunst.

Vom 15. Januar bis 16. März verwandelt sich das Haus für elektronische Künste Basel in einen Spielsalon in dem die besten Arcade-Automaten von Künstlern aus aller Welt zu sehen und natürlich auch spielbar sind.
Unter anderem baut das Schweizer Künstlerkollektiv MOBILESKINO ihren “Racer” exklusiv für die Ausstellung in eine Weltraum-Edition um. Der französische Medienkünstler Djeff ist mit dem Spiel “Pentapong” vertreten und Fur Art Entertainment Industries aus Deutschland bringen ihre “Painstation”. Die Ausstellung wurde kuratiert von Alain Bieber.


“Tesla Arcade” von Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek


“Painstation” von //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe)


JODI: “Sod”


“PetaPong” von Djeff

“Und Alle so: Yeaahh! Die vulgäre Avantgarde”, Haus für elektronische Künste, Basel


David Horvitz (USA): “241543903″, 2009–heute. David Horvitz ist bekannt für seine Anleitungen zu Do-It-Yourself-Projekten. 2009 startete er über Tumblr die Aktion Head in the Freezer, die sich rasant über soziale Netzwerke verbreitete. Horvitz forderte dazu auf, seinen Kopf in ein Gefrierfach zu stecken, sich dabei fotografieren zu lassen, und das Foto ins Internet zu laden – versehen mit dem Tag „241543903“. Gibt man diese Zahl bei der Google-Bildersuche ein, erscheinen nun hunderte von Imitationen dieser künstlerisch initiierten Performance, die zum Internet-Mem geworden ist.


Evan Roth (USA): “Cache Rules Everything Around Me”, 2010. In Cache Rules Everything Around Me arrangiert Evan Roth im Internet vorgefundenes Bildmaterial spielerisch zu Musik von „Girl Talk“ aus dem Album Nightripper – selbst ein Mashup-Album, das verschiedene Musikstücke kombiniert. Bekannte Szenen aus Kinofilmen, aus Fernsehserien oder YouTube-Videos werden mit den populärsten Internet-Memen und animierten .gifs zusammengewürfelt und demonstrieren auf amüsante und beeindruckende Weise, wie sich im Internet auch künstlerische Produktions- und Distributionsformen verändern.


Helene Dams
(DE): “I Can Has History?“, 2010. Kein anderes Tier scheint im Netz derart beliebt zu sein wie Katzen. Sogenannte „Lolcats“ (Lol = laut lachen) bilden seit ca. 2006 ein beliebtes und weit verbreitetes Internet-Phänomen, bei dem Katzenbilder mit (orthografisch fehlerhaften) Sprüchen versehen und über soziale Netzwerke geteilt werden. Doch woher kommen bloß all diese Katzen? Dams betrieb Ahnenforschung und präsentiert in ihrer animierten Netzkunst-Arbeit I Can Has History? den Familienstammbaum der „Lolcats“.


Alex Von Bergen (USA): “Self Portrait with Tail”, 2008 / “Ongoing Collaboration with My Cat to Create an Image that Hopefully Becomes an Internet Meme”, 2010–heute / “Tan Line Gradient Study”, 2013. Alex von Bergen greift immer wieder Gebrauchsgegenstände oder aus dem Alltag vertraute Phänomene auf. Geschickt bewegt er sich dabei zwischen Netzwelt und physischer Welt, zwischen Kunstproduktion und Kommerz. So auch in Ongoing Collaboration with My Cat to Create an Image that Hopefully Becomes an Internet Meme und Tan Line Gradient Study, welche mitunter die Frage nach der Funktion von Kunst und Kultur im Internetzeitalter stellen. Was hat mehr Einfluss: ein Bild in einem Museum, ein Kino-Blockbuster, oder ein sich viral verbreitendes Internet-Mem? Als Postkarte zum Mitnehmen werden wir aufgefordert Von Bergens Internet-Meme auch außerhalb des Netzes zirkulieren zu lassen.


Mathieu Tremblin (FR) mit Aurélie Fourel, Marinka Limat: “Ink Geyser”, 2013. Mathieu Tremblin ist berüchtigt für seine Interventionen im städtischen Raum. Meist sind diese minimal, vielfach von einer gewissen Absurdität gezeichnet und bilden ein Gegengewicht zur reglementierten (rechtlichen, repräsentativen, symbolischen) Öffentlichkeit. Ink Geyser ist ein künstlerisches Re-enactment des Mentos-Cola-Internet-Mems: Durch die chemische Reaktion, das Hinzufügen von Farbe und die installative Anordnung entsteht ein künstlerisches Wandgemälde, das seine Spuren für eine kurze Zeitdauer an Wänden, Decke und Boden hinterlässt.


Matthias Fritsch (DE): “Technoviking Transmedia”, 2007–2011 / “We, Technoviking”,
2010. Mit über 40 Millionen Klicks und mehr als 4000 Videoreaktionen auf YouTube gehört Matthias Fritschs Technoviking – im Jahr 2000 unter dem Namen Kneecam No. 1 ins Netz gestellt – zu den weltweit populärsten Internet-Memen. In den präsentierten Videos recherchiert Fritsch die Geschichte seines Kunstvideos, von der Produktion bis zum populären Internet-Mem, wo der Technoviking sich wie genetisches Material im Netz fortgepflanzt und ständig in neue Variationen und Formen mutiert. Während Technoviking Transmedia User-Reaktionen sammelt, die den Technoviking in virtuellen Welten (z.B. World of Warcraft, Minecraft) inszenieren oder in ein anderes Medium übersetzen, präsentiert We, Technoviking ein Zusammenschnitt von über 50 Reenactment-Videos, welche von Fritsch im Netz gesammelt und zu einem musikclipartigen Video zusammengemixt wurden.


Kent Rogowski (USA): “There is a Rainbow”, 2012. Kent Rogowski greift in seinen Arbeiten Klichees und Stereotypen auf und schafft über das scheinbar Vertraute vielfach ein Gefühl der Befremdung. There is a Rainbow ist Teil der Serie Everything that I wish I could be, in welcher der Künstler Selbsthilfe-Bücher nach einer bestimmten topografischen Anordnung arrangiert und in Lebensgröße abfotografiert. Durch eine gezielte Linienführung der Regebogen deutet Rogowski vage eine Herzform an – und inszeniert so fast unscheinbar kulturell kodierte kommunikative Muster, die auch den Internet-Memen eigen sind. Und nach dem Double Rainbow von Hungrybear9562 gehört der Regenbogen (nach den Katzen) zum zweitliebsten Pop-Phänomen der Internetkultur.


Jonas Lund (SE): “Paint Your Pizza“, 2013. „Realität ist da, wo der Pizzamann herkommt“ ist ein beliebter Geek-Spruch. Was macht die Pizza zur Leibspeise der Internet-Generation? Vielleicht liegt es daran, dass man bei Pizza Hut bereits seit 1993 die erste Pizza im Internet bestellen konnte – lange Jahre vor der Gründung von Amazon, Google oder Ebay. Paint Your Pizza ist eine Webseite von Jonas Lund, über welche man mittels der Grafiksoftware MS Paint seine ganz individuelle Pizza malen, bestellen und verkaufen kann. Macht mit, malt eure Pizza, druckt sie aus und holt euch euer ofenfrisches Kunstwerk für CHF 12 draußen am Pizza-Stand!


Tracky Birthday & Hasi International™ feat. Cindy Sizer (DE): “Tricks 10″, 2013. Bereits neun Folgen der ARTE Creative Webserie Tricks haben Tracky Birthday und International™ souverän gemeistert: witzige und unberechenbare Shows, die uns mit auf eine Reise durch die Popgeschichte nehmen und unter anderem auch demonstrieren, wie sich mit Gemüse musizieren lässt. In der zehnten und letzten Folge von Tricks inszenieren die zwei Künstler zusammen mit ihren Freunden Cindy Sizer eine kollektive Jamsession, bei der die Besucher zur Band werden – und natürlich wird auch diese Folge live ins Netz gestreamt.

Für alle die es am 24. August nicht zur Oslo Night 2013 nach Basel geschafft haben: Ein paar Impressionen der Ausstellung “Und Alle so: Yeaahh! Die vulgäre Avantgarde” im Haus für elektronische Künste in Basel. “In Zeiten von NSA, Urheberrechtsklagen und Datenspeicherfragen kommt das Internet eher als Produkt des Bösen daher. Basel kehrt nun aber die fröhlichen Inhalte nach außen, und zeigt, wie positiv das Netz auch sein kann”, schrieb das ART-Magazin, und Dirk von Gehlen hat mich dazu für das SZ-Blog Phänomeme interviewt: “Die Netzkultur ist die neue Popkultur. Sie hat eine eigene Sprache (ROFL, <3), eine eigene Ästhetik (z.B. Seapunk), und ihre eigenen Stars (Grumpy Cat, Technoviking)." Und darum ging es: Internet-Meme sind die Popkultur des Internets: Bilder, Videos, Texte, Links, Tondateien und Webseiten, die sich viral und rasend schnell online verbreiten. Die Masse tanzt zu „Harlem Shake“ und „Gangnam Style“ und lacht über den „Techno Viking“ und „Lolcats“. Die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur verschmelzen im Netz – aber was sind die Folgen? Führt die memetische Kreativität im Netz zu einer kollektiven Intelligenz? Kann auch Kunst viral werden? Oder ist ein Mem vielleicht sogar Konzeptkunst? Wie verändern diese Netz-Phänomene unser Verständnis von Kunst? Und woher kommen bloß all die Katzen? Die Ausstellung „Und alle so yeah“, kuratiert von Alain Bieber, präsentiert die vulgäre Avantgarde, ist Spektakel und Kritik, zeigt Netzkunst und Trashkunst, lädt zur Partizipation ein und wird selbst zum Kunstwerk.

Internet-Meme (QR Codes) & Meme Generator: Mit dem Internet ist die Produktion und Verbreitung von Bildern unvorstellbar rasant angestiegen. Nicht nur zeitgenössische Künstler, sondern auch Amateure nutzen das Internet und digitale Tools, um Bildmaterial zu produzieren, zu manipulieren, und zu teilen – und erzeugen dadurch Internet-Meme. Vom animierten „Dancing Baby“, über die Keyboard spielende Katze bis hin zum doppelten Regenbogen sind deshalb auch populäre Internet-Meme aus der Amateurkultur in der Ausstellung vertreten, die sich auf die jeweiligen anderen Werke beziehen – auf dem Smartphone/Tablet abrufbar über den angebrachten QR-Code. Und natürlich hat auch jeder Ausstellungsbesucher die Möglichkeit mit dem Meme Generator sein eigenes Internet-Mem zu gestalten und direkt ins Netz zu laden.

Literatur zum Thema „Kunst & Meme“:
- Domenico Quaranta: „Internet Semiotics“, 2012
- Brad Troemel: „The Accidental Audience“, 2013
- Michele Knobel & Colin Lankshear: „Online Memes, Affinities and Cultural Production“, 2007
- Kate Miltner: „SRSLY Phenomenal: An Investigation into the appeal of Lolcats“, 2011
- Helene Dams: „I think you got cats on your internet“, 2008

10 Gründe, um am 24. August nach Basel zu gehen und die Ausstellung “Und alle so yeah! – Die vulgäre Avantgarde” zu erleben:

“Und alle so yeah! – Die vulgäre Avantgarde”
Haus für elektronische Künste, Basel
Samstag, 24. August 2013, 16 Uhr bis 0 Uhr

1. Du kannst dir deine eigene Pizza malen – mit “Paint Your Pizza“! Einer Arbeit von Jonas Lund – ein Pizzabäcker vor Ort realisiert deine Kreation!

2. TRICKS aka as “die beste Musikshow der Welt” macht Halt in Basel – und präsentiert eine finale Folge zum Mitmachen und als Livestream. Tracky Birthday, Hasi International und als “Very Special Guests” Cindy Sizer geben noch einmal alles und mehr!

3. Mathieu Tremblin hat inzwischen zahlreiche “Ink Geysir” realisiert und ist bereit für die ultimative Mentos-Diet-Coke-Performance – mit zehn Flaschen & in Farbe!

4. Es gibt die Serien “Self Portrait with Tail”, “Ongoing Collaboration with My Cat to Create an Image that Hopefully Becomes an Internet Meme” und “Tan Line Gradient Study” von Alex Von Bergen als kostenlose Postkarten zum Mitnehmen!

5. Wir feiern das Revival von David Horvitzs Projekt “241543903″ aka Head in the Freezer – und laden natürlich alle ein sich abzukühlen!

6. Es gibt weitere, großartige Arbeiten von Evan Roth, Kent Rogowski, Helene Dams und Matthias Fritsch!

7. Zu jeder künstlerischen Arbeit gibt es ein Internet-Mem dazu. Kostenlos, ohne zu fragen, als QR-Code, voll crazy!

8. Klar, der Eintritt ist kostenlos!

9. Die Ausstellung findet im Rahmen der Oslo Night 2013 statt, d.h. es gibt im ganzen Viertel noch weitere Ausstellungen, Workshops, Performances, Konzerte, DJ Acts und Party!

10. Die Ausstellung läuft nur an einem Tag. Da darf man nicht fehlen, das wird so wie das “The Köln Concert” oder so… Epic!

“Und alle so yeah! – Die vulgäre Avantgarde”: Haus für elektronische Künste Basel, 24. August, 16-4 Uhr


Alex von Bergen: “Self Portrait with Tail”, 2008

Bissi Werbung in eigener Sache: Nicht verpassen, let´s lulz in Basel! “An der Oslo Night laden die an der Oslostrasse ansässigen Kunst- und Kulturinstitutionen zu einem spartenübergreifenden Fest der Künste mit Ausstellungen, Performances, Workshops, Konzerten, einem Mitmach-Fotolabor, Bar und Essen bis Mitternacht und anschliessender Party bis 4 Uhr ein. Der Brite Lee Gamble gehört zu den angesagten Protagonisten der elektronischen Musik; sein Sound bewegt sich in einem faszinierenden Feld zwischen den Sphären von Jungle, Experimental Electronic, Techno und Ambient. Neben Lee Gamble präsentieren wir Konzert- und DJ-Acts von Dimlite (ZH), DJ Neevo/DJ Akay (BS), und den DJs Garçon & Morard (BS). Das Haus für elektronische Künste bringt an der Oslo Night zudem das internationale Ausstellungsformat BYOB (Bring Your Own Beamer) erstmalig nach Basel. Für die kurze und flüchtige Zeitspanne einer Nacht sind Künstler und alle Interessierte dazu eingeladen, Raum vom Boden bis zur Decke nach eigenen Vorstellungen mit ihren Bildern und Sounds zu bespielen.

Der Gastkurator Alain Bieber präsentiert mit der Ausstellung “Und alle so yeah! – Die vulgäre Avantgarde” aktuelle Phänomene der Popkultur im Internet, u.a. mit den Künstlern Mathieu Tremblin, Tracky Birthday, Hasi International, Evan Roth, David Horvitz, Cindy Sizer, Alex von Bergen und Kent Rogowski. Internet-Meme sind die Popkultur des Internets: Bilder, Videos, Texte, Links, Tondateien und Webseiten, die sich viral und rasend schnell online verbreiten. Die Masse tanzt zu Harlem Shake und Gangnam Style und lacht über den „Techno Viking“ und „Lolcats“. Die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur verschmelzen im Netz – aber was sind die Folgen? Führt die memetische Kreativität im Netz zu einer kollektiven Intelligenz? Kann auch Kunst viral werden? Oder ist ein Mem vielleicht sogar Konzeptkunst? Wie verändern diese Netz-Phänomene unser Verständnis von Kunst? Und woher kommen bloss all die Katzen? Die Ausstellung “Und alle so yeah!” präsentiert die vulgäre Avantgarde, ist Spektakel und Kritik, zeigt Netzkunst und Trashkunst, lädt zur Partizipation ein und wird selbst zum Kunstwerk. Denn der Höhepunkt des Abends ist die Live-Produktion der zehnten Folge der ARTE-Creative-Webserie “TRICKS”. Die beiden Künstler Tracky Birthday und Sebastian Haslauer inszenieren zusammen mit Cindy Sizer eine kollektive Jamsession, bei der die Besucher zur Band werden – und natürlich wird diese Folge auch live ins Netz gestreamt.”

Samstag, 24. August, ab 16-4 Uhr
an der Oslostrasse (Dreispitz, Einfahrt Tor 13), 4142 Münchenstein/Basel

Evan Roth: “Ideas Worth Spreading”

Endlich nimmt sich jemand einmal den TED-Virus vor: Und das neue Projekt von Evan Roth erobert inzwischen auch die Google-Suche. “Ideas Worth Spreading”: Deliver, document, edit and upload your own pirate TED talk.

Evan Roth: “Free Speech”

Neue Aktion von Evan Roth: Free Speech, 2012, Wien. “Free Speech is tool for citizen discourse that combines the privacy of a personal phone call with the art of public speaking.”

Evan Roth: “Propulsion Paintings”

“Propulsion Paintings”, die neue Serie von Evan Roth, für seine Ausstellung “Welcome to Detroit“. “Evan Roth has been living and making new work in Detroit for the last month, gearing up for a solo exhibition that opens this Wednesday at Eastern Michigan University: Welcome to Detroit. His new series of artworks is called: Propulsion Paintings. As part of his residency at Eastern Michigan University, he’s teaching a course called Art and Hacking where he had the students create their own Propulsion Paintings as their first project.” Via, thx Patrick!

TransPrivacy: Öffentlichkeit und Privatsphäre im digitalen Wandel


Filippo Minelli: “In your Ass


Monochrom: “Privacy is a bourgeois Fantasy // Privatsphäre ist eine bürgerliche Fantasie”


UBERMORGEN.COM: BACKDOOR W32/R2D2.A


Evan Roth: “google’s Bad Ass Mother Fucker


Johannes P. Osterhoff: “Google, One Year Piece


Philipp Teister: “Facebook lifesharing


Stefan Riebel: “In silent memory of a time before Google

Das Projekt “TransPrivacy” von Florian Kuhlmann geht in die nächste Runde! “10 internationale Künstler die in den vergangenen Jahren mit der Netzkultur gearbeitet und experimentiert haben gestalten jeweils 1 Plakatmotiv. Diese Plakate werden in einer Auflage von jeweils 200 Stück im Stadtgebiet Düsseldorfs gehängt. 4 Wochen lang gibt es jede Woche zwei Motive. Parallel dazu sind Autoren, Wissenschaftler und Blogger eingeladen hier im Blog einen kommentierenden Text zum Thema Transprivacy abzugeben. Thema und roter Faden des Projekts ist der fortschreitende Wandel und die Veränderungen von Öffentlichkeit, Medienöffentlichkeit und Privatsphäre im Kontext einer mehr und mehr digital vernetzen Welt. Im Fokus von TransPrivacy steht der Bedeutungswandel von bisher weitestgehend getrennten Lebensräume durch die zunehmende Ausbreitung und Nutzung digitaler Medien in den Industrienationen. Bei dem Begriff TransPrivacy handelt es sich um eine Wortschöpfung, ein Hybrid, gebildet aus den Begriffen Transparenz und Privatsphäre.”