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Subversion I: “Subversive Aktion als emanzipatorische Praxis?”


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Tagung zum Thema Subversion in Hannover (19. bis 20. M√§rz): “Veranstalterin ist eine schon l√§nger praktisch und theoretisch t√§tige Gruppe, die aus den Studierendenprotesten 2003 in Hannover hervorging und seither im inner- und au√üeruniversit√§ren Kontext m√∂glicherweise subversive Gesellschaftskritik zu betreiben versucht. Auf der Tagung soll es um eine theoretisch fundierte Selbstreflexion politischer Praxis und einen regen Austausch gehen, weniger um akademische, auf eine breite √Ėffentlichkeit bedachte Pr√§sentation. Wir freuen uns √ľber jegliche Referatsvorschl√§ge (1 Seite), die bis zum 1.11. bei subversionstagung@gmx.de eintrudeln sollen. Anreisekosten der ReferentInnen werden von uns √ľbernommen und wir organisieren auch private √úbernachtungspl√§tze.”

“In den letzten Jahren ist als Trend zu verzeichnen, dass linke Gruppen und Bewegungen vermehrt subversive Aktionsformen oder Kommunikationsguerilla-Methoden f√ľr ihre politischen Interventionen nutzen. Sie kn√ľpfen dabei an Aktionen an, die in den 60er/70er Jahren, aber auch schon fr√ľher, eher am Rande von revolution√§ren und anderen Protestbewegungen entwickelt wurden (z.B. durch die Situationistische Internationale, die Gruppe Spur, Subversive Aktion, Youth International Party). Diese Form der Praxis resultierte auch aus einer Unzufriedenheit mit traditionellen auf Massenmobilisierung zielenden Aktivit√§ten und der Unflexibilit√§t gro√üer Organisationen, geht meist von kleinen, wenig organisierten Gruppen aus und hat zum Ziel, die √∂ffentliche Kommunikation zu st√∂ren und/oder durch eine subversive Nutzung etablierter Kommunikationsformen marginalisierte Inhalte in den √∂ffentlichen Diskurs zu bringen.

Im Gegensatz zu diesem Trend gibt es relativ wenig theoretische Reflexionen, die die neuen Aktionsformen und ihre Attraktivit√§t aus einer historischen, gesellschaftstheoretischen und sozialpsychologischen Perspektive in den Blick nehmen (erste Ans√§tze dazu gibt es z.B. in B√ľchern wie “Handbuch f√ľr Kommunikationsguerilla” oder “SUBversionen”, ansonsten bleiben Publikationen zum Thema meist beschreibend). Um die politischen Potentiale, aber auch Schw√§chen dieser Interventionsformen genauer zu bestimmen, halten wir eine solche kollektive Theoriearbeit f√ľr notwendig ‚Äď gerade angesichts der fehlenden Best√§ndigkeit und der Vereinzelung der politischen Gruppen, die eine Tradierung der Erfahrungen und Reflexionen erschwert.

Grunds√§tzlich w√§re danach zu fragen, in welcher historischen Situation sich diese Aktionsformen herausbildeten und -bilden, d.h. auf welche gesellschaftlichen Erfahrungen und Ver√§nderungen damit reagiert wird. Vor diesem Hintergrund ginge es dann um eine Analyse der Funktionsweise dieser Aktionen und eine Einsch√§tzung ihres politischen Werts f√ľr eine emanzipatorische Praxis. Welche Ziele verfolgen die politisch intendierten Aktionen (Sabotage, Irritation, Aufkl√§rung, Aufbrechen verh√§rteter Strukturen, Agitation‚Ķ)? Was macht die Attraktivit√§t dieser Formen aus, welche psychischen Funktionen haben sie f√ľr alle Beteiligten von den InitiatorInnen bis zu den AdressatInnen, welche Hoffnungen kn√ľpfen sich an sie? Welches Verh√§ltnis haben sie zur medialen √Ėffentlichkeit, ist diese Zielscheibe, Medium oder im Gegenteil das Organ, welches die Aktion zum Spektakel macht? Gerade angesichts der Tatsache, dass mittlerweile nicht nur die Werbeindustrie, sondern auch rechte Gruppen mit solchen Aktionsformen arbeiten, ist genauer danach zu fragen, in welchen Situationen und Bereichen und unter welchen Umst√§nden welche Formen der Intervention wirklich als Teil eines kritischen und emanzipatorischen Projekts zu verstehen sind.” Via

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