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Street-Art-Sellout – mal wieder

Ich bin entt√§uscht. Der Grund: Der Kanadier Dan Bergeron (aka fauxreel), der einige Billboards in sch√∂ner D√©tournement-Manier verfremdet hatte, z.b. “Quick Lobotomy” oder “Donald Trump“, hat sich kaufen lassen! F√ľr eine Guerilla-Street-Art-Aktion! Gleich in f√ľnf kanadischen St√§dten kleisterte er seine Vespa-Motive. Alle Credits und Erkl√§rungen hier. Mehr kann ich dazu gar nicht mehr sagen, nur: Es macht mich einfach traurig. √Ąhnliche Beispiele: PSP-Graffiti-Kampagne; Guerilla-Kampagne f√ľr 3M. Im Fall der PSP-Kampagne gab es w√ľtende Proteste der Street-Art-Community, der Anwohner – und der Stadt. Auch eine komische Allianz. Vielleicht ist S√£o Paulo doch die beste L√∂sung! Via

Comments

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  1. manoman, ihr habts echt noch nicht gecheckt…es gibt nichts richtiges im falschen… deshalb: nur plausibel, wenn auch streetartler kohle machen, mit dem was sie machen wollen… schi√ü doch drauf, die debatte is vorbei, der kapitalismus hat eben wieder gewonnen

  2. WAS ERWARTEST DU?

    “Das Leben ist eine herrliche Erfindung -
    - wenn man es sich leisten kann”

    nice WE

  3. *A,

    Was mich dabei vor allem aufregt, ist die Verlogenheit. Steht da vielleicht irgendwo “Werbung” dran? Ne – sieht aus wie Street Art. Eben. Man erkennt gar nicht, dass dies eine bezahlte Werbekampagne von Vespa ist. Und damit bedient sich die √∂konomische Maschinerie genau den subversiven Codes, die sich die “Subkultur” so hart erk√§mpft hat! Und es ist doch zu einfach zu sagen: “Naja, schade, dann hat der Kapitalismus eben wieder gewonnen!” Resignation ist der falsche Weg, nur durch kreativen Zorn kann Neues entstehen. Und vor allem ist f√ľr mich Street Art Kunst – und mich st√∂rt es bei jeder Kunstform, wenn “das Kapital” die Freiheit der Kunst st√∂rt.

  4. Progressiv an dieser Episode ist, dass das gegenkulturelle Konzept einige Streetartler entT√ĄUSCHT wurde. Wer sich einbildet ein richtiges Leben im Falschen f√ľhren zu k√∂nnen, hat die Totalit√§t der kapitalistischen Verwertungslogik nicht bedacht. Streetart wurde nicht vom Kapitalismus gefressen, sondern ist vielmehr aus den kapitalistischen Verh√§ltnissen gervorgegangen. Dan Bergeron hat mit seiner Werbeaktion im vortrefflich demonstriert, dass jegliche – sich noch so gegenkulturell begreifende Kultur vor allem warenf√∂rmig ist.

    Eine interessante Abhandlung zur Kulturindustrie findet sich √ľbrigens hier: http://www.beatpunk.org/stories/mein-pop-dein-pop/

  5. noch_son_schlaumeier,

    naja im falschen nichts richtiges ist ja schön und gut, nur kann man das schon konkreter anschauen.

    ein k√ľnstler, der sich eine form der kritik an werbung √ľberlegt hatte und diese als kunstform umgesetzt hatte; macht jetzt pl√∂tzlich subversive werbung f√ľr geld. das eine hat mit dem anderen garnichts zu tun! er hat nicht seine kunst verkauft, sondern macht seinen job als designer einer guerilla-werbekampagne.

    und darauf ist ja *a auch pl√∂tzlich umgeschwenkt, hier im kommentar wird dann schon die art und weise des konzerns werbung zu machen kritisiert, da doch diese form so subversiv und f√ľr streetart reserviert sei.

    worauf l√§ufts hinaus (da musst du nichtmal dein kulturindustrie-kapitel heranziehen): den typ seinen schei√üjob machen lassen, ihn als k√ľnstler lieber mal nicht so ernst nehmen und werbung im √∂ffentlichen raum abrei√üen (dann siehts da netter aus).

  6. Trugschluss! Euer hochverehrter “K√ľnstler” hat die Verhltnisse eben nicht ins Wanken gebracht und auch keine grundlegende Kritik ge√ľbt.
    Euer Kunstbegriff w√ľrde mich mal brennend interessieren. Was ist denn Kunst? In wechem Verh√§ltnis stehen Inhalt und Form; geht es Kunst um Kritik an den Verh√§ltnissen und soll sie √ľber das bestehende hinausweisen?

  7. Collaroy,

    Ich wandere aus nach Sao Paulo! Treibt da nicht auch Alexandre Orion sein “Unwesen” mit seinem reverse Graffiti? Scheint ein gutes Pflaster zu sein…

    http://www.inhabitat.com/2007/01/11/reverse-graffiti/

    Naja, wollen wir mal hoffen, daß fauxreel nur ein schwarzes Schaf im Streetart ist. Schade um seine alten Sachen. Hat die Lobotomie wohl selbst ausprobiert und hat mit Vespa die 300 Ocken wieder reingeholt.

  8. noch_son_schlaumeier,

    hvana, er hat seinen kram √ľber werbung geklebt und mit dem stil von werbung gespielt, deswegen sagte ich dass diese werke durchaus in einem kritischen verh√§ltnis zu werbung stehen.

    viel spa√ü noch beim die verh√§ltnisse ins wanken bringen… always remember: kunst hat keinen zweck. denk mal dr√ľber nach.

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