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Watchlist: Erik Wesselo


“Düffels Möll”, 1997


“Burning Up”, 1998

Wow, gerade erst entdeckt. “Düffels Möll” ist eine atemberaubende Performance des niederländischen Konzeptkünstlers Erik Wesselo. Auch sehr schön: Für das Video “Backwards” (1996) reitet er rückwärts durch den Wald und für “Burning Up” (1998) zündet er seine Haare an. “Erik Wesselo (1964, ‘s Hertogenbosch) is a conceptual Dutch artist whose work encompasses performances, videos, photographs and drawings. He earned early recognition with his bold performances, which involved setting his own hair on fire and getting the words “LOVE” tattooed on his hand. Comparably bold, if less in a physical way, he performed a public karaoke to his favorite songs. The video Düffels Möll, 1997 shows the artist attached to the turning wing of a typical Dutch windmill.”

Pierre Bismuth: “Most Wanted Men”

Pierre Bismuth: “Most wanted men/Bruxelles”, 2006. Via

BR1 in Trier

Neue Arbeit von BR1 in Trier. Via: Mail

Watchlist: Rosemarie Fiore


“Smoke Paintings”, 2012. Foto: Ross Willows


“Good-Time Mix Machine: Scrambler Drawings”, 2004


“Royal Pine Tree”, 2003

Fantastische Malexperimente der US-amerikanischen Künstlerin Rosemarie Fiore. Aber mein Favorit ist der Baum aus Duftbäumen. “Rosemarie Fiore (b. 1972, New York, United States) lives and works in Bronx, NY. She typically produces artwork out of the actions of mechanisms. She converts popular technology such as lawn mowers, cars, waffle irons, floor polishers, pinball machines, fireworks and amusement park rides into painting machines.”

UPDATE: KRYSTIAN TRUTH CZAPLICKI


Fotos: Edyta Jezierska

Neue Arbeiten von Krystian Truth Czaplicki. Via: Mail, thx!

Leonard Menchiari: “Riot Game”

Ein kleines italienisches Entwicklerteam bastelt gerade an einem 8-Bit-”Riot-Game” und sucht via Indiegogo noch Unterstützung: “As the economical crisis advances, the discontent of an entire population cannot help but outburst in Riots, where the sounds of many voices get heard at once. The Director Leonard Menchiari has been experiencing this form of protest in person, and the game “Riot” was born as a way to express it and to tell the stories of these fights. What is that triggers such a strife? What does a cop feel during the conflict? In “Riot”, the player will experience both sides of a fight in which there is no such thing as “victory” or “defeat”.” Via/Via

!Mediengruppe Bitnik: “DELIVERY FOR MR. ASSANGE”

Das neue Projekt der !Mediengruppe Bitnik: Eine Kamera dokumentiert die Reise eines Pakets in Echtzeit (16.01.2013, 12:38 bis 17.01.2013, 19:37) von seinem Ausgangsort (Zürich) bis zum seinem Bestimmungsort, die Ecuadorianische Botschaft in London, genauer gesagt Julian Assange: “A parcel containing a camera is sent to Julian Assange at the Ecuadorian embassy in London through the Royal Mail. Through a hole in the parcel, the camera documents its journey through the postal system. The images are transfered to this website, where the status of the parcel can be followed in realtime. !Mediengruppe Bitnik will post the parcel around noon on Wednesday, 16 January 2013. The parcel is due to arrive at its destination within 24 hours. Should the first parcel fail to reach Julian Assange, a second and third parcel will follow within the next few days. We want to see where the parcel will end up. Will it reach its destination? Which route will it take?” Via: Mail, thx Philipp!

Portlandia: Is this an art project?

Ist nicht alles nur ein Kunstprojekt? Ein Ausschnitt aus der US-Comedyserie Portlandia. Via

EL SCHREIBT ÜBER GRAFFITI #7: “Graffiti und Gentrifizierung”


Bild: Hauseingang in Berlin Neukölln

In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik“; #2: “Alleine“, #3: “Mythos Writing“, #4: “An die Wände“, #5: “Gesichter und Buchstaben, #6: “Graffiti als Soziales Medium”) – und hier folgt #7: “Graffiti und Gentrifizierung”:

In dem Prozess der Vermarktung von Vierteln wird Graffiti oft eine nützliche Rolle zugeschrieben. Grob gesagt, gefragtes Dekor zu sein, zur Steigerung der Attraktivität der Wohngegend für die Kreativbranche. Aber nur zu einem bestimmten Punkt, an dem dann selektiv überstrichen wird und einzelnes auf Leinwände gehoben wird. Bei der Frage von abgegrenzten Vierteln wären gleich am Anfang besprühte Züge interessant, da die Züge ja über die Viertelgrenzen hinweg fahren und damit Abschottungen und die genannten Auswahlprozesse was denn nun lokal willkommene Wandbilder sind unterwandern. Auch generell wandert Graffiti ja, die Spots werden bereist.

Aber allgemeiner. Wichtig für solche auf Oberflächlichkeit gründenden (Kapital-) Aufwertungsprozesse ist das Stadtbild. Im Speziellen wenn wir über Stadtveränderung sprechen: das Bild, das die Aufwertungsakteure von dem Prozess in dem sie sich befinden haben. Dabei machen sie sich auch ein Bild der im Stadtteil präsenten Subkultur. So kommt dann dieses Schema zustande, dass Graffiti als gleichzeitig Auf- und Abwertung verstanden wird: dekorativ die Hippness steigernd und auf der Ebene des Materials den Immobilienwert beschädigend.

Doch insgesamt ist das aber eher nur eine Behauptung, die getroffen wird durch die Aufwertungsregisseure (also Spekulationsfirmen und Stadtmarketingbüros), die sich halt erträumen die Oberfläche der Subkultur nutzbar machen zu können: also bunt-schmutzige Häuser billig kaufen und als angesagte Wohnungen teuer vermieten. Oberfläche heißt hier auch: eine existierende Bildlichkeit der Stadt wird zum oberflächlichen Stadtbild gemacht, statt die Buchstaben zu lesen und die Stile zu betrachten werden sie zum Dekor. Diese Vorstellung verbleibt bei einem rein marketingmäßigen Stadtbilds, in der Kultur und Subkultur nach ihrer wirtschaftlichen Nützlichkeit beurteilt wird.

Das Spannende, womit sich eben eine Kritik verbinden ließe, ist dass Graffiti selbst nicht in dieses Schema passt, sondern von seiner eigenen Form her einen Gegenentwurf darstellt: auf der einen Seite alternative Komponente einer jetzigen Stadt zu sein, also genau diese unhandliche Subkultur zu bleiben, die die Aufwertungsakteure versuchen nutzbar zu machen. Auf der anderen Seite aber Teil einer insgesamten Alternative zu sein, einer frei nutzbaren Stadt, eines unkontrollierten Schreibens.

Genau in der Mitte zwischen diesen zwei Tendenzen wird es interessant, wenn eben diese doppelte Alternative sich in das Stadtbild drängt, das die Aufwertungsakteure sich zurechtbasteln. Der Aufwertungsprozess will in eine Richtung fortschreiten (Wohneigentum das immer mehr wert wird) dafür kann er Graffiti teilweise brauchen, aber ziemlich schnell nicht mehr. Denn Graffiti stellt die Regie des Aufwertungsprozesses in Frage: Die Wände werden für freie Buchstaben genutzt, die Kontrolle über das Eigentum gerät aus den Händen des planmäßigen Aufwertungsprozesses, die zentrale Kontrolle der Besitzenden wird aufgeweicht, die Gegengeschichte wird sichtbar, zu der Graffiti (als kapitalwertlose und nutzlose und daher wirklich soziale Kunst) zu einem viel größeren Teil als zur Kapitalaufwertungsgeschichte gehört.

Mey Lean Kronemann: “Lovepicking”


Fotos: Daniel Zipris

Die Berliner Künstlerin Mey Lean Kronemann knackt Liebesschlösser – ohne sie zu beschädigen und arrangiert sie danach neu. “Love Locks are a custom by which padlocks are affixed to a bridge or similar public fixture by couples to symbolize their everlasting love. The couples then throw the keys into the river together. By lockpicking the Locks of Love, we question the idea of love or relationships being bolted and barred, closed like a prison or cage, which can only be opened by breaking it. So we held a live lockpicking workshop. After all, this place held loads of padlocks for practice. (And for some unknown reason couples seem to use particularly cheap locks for demonstrating their everlasting love.) Part of the ritual is that the couples throw the keys to their locks into the river, which means that they will not be able to put their lock back in its right place – unless they learn how to lockpick.” Via: Mail, thx Aram!