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Manifest I

Neue Sammlung: Manifeste – Teil I. “Artur Barrio. Portugal 1945. Manifest: against the art categories, against the salons, against the awards, against the jury, against the art critique. Rio de Janeiro, February 1970″ Via – P.S: Neu! Ich sammel jetzt ├╝brigens Manifeste. Wenn Ihr also mal ├╝ber au├čergew├Âhnlicher Manifeste stolpert – bitte lasst es mich wissen!

Comments

5 Comments so far. Leave a comment below.
  1. Bene,

    Manifeste sammeln wollte ich auch schon lange mal machen, hab es dann aber nie ernsthaft gemacht. Das Manifesto Antrop├│fago von Oswald de Andrade kann ich aber empfehlen. Ich hab nur gerade keinen Link auf eine ├ťbersetzung da.
    Liebe Gr├╝├če

  2. Manifest der Literaturvereinigung Schmerzwerk aus Minsk, Belarus. Deutscher Text ist unten http://community.livejournal.com/druhifront/8286.html

  3. *A,

    Gerade via Mail erhalten – das erste Manifest von Dida Zende (http://www.f-i-t.org/)

    Manie-Fest der Kompostmoderne

    Chico: Der M├╝llmann ist da.
    Groucho: Sag ihm wir brauchen nichts.

    Die Vernichtung der Sorgen-hie├č das Projekt derAufkl├Ąrung. Die Entsorgung der Vernichtungen-heisst das Projekt der Zukunft.
    Entsorgung aber gibt es nicht-genauso wenig wie Versorgung: Das war der gef├Ąhrlichste Irrtum des Abendlandes. Die letale Kopplung von Entscheidung und Ausscheidung , Selektion und Elemination muss erbrochen werden. Kommt da noch was? Die Ausscheidungen der letzten 500 Jahre sind das letzte grosse, furchterregende Geheimnis, dass der gesellschaftlichen Zukunft aufgegeben ist. Die Zersetzung des Ausgeschiedenen muss erforscht werden; der K├╝nstler muss sich auf gulli-f├Ąhrliche Reisen einlassen. Es bleibt ihm sonst nicht ausser; im heillosen Zwang in Kreise einzubrechen, die nur dadurch funktionieren, dass sie nicht funktionieren. Die Zeit ist vorbei. Kreise m├╝ssen funktionieren, im ├Ąussersten Fall auch ohne uns, d.h.: an und f├╝r sich.
    Wer transformiert mikrobakteriell den M├╝ll, wer kompostiert unsere ausgeschiedene Geschichte, wer kennt noch Josef Beuys? Nur noch der K├╝nstler hat Zugang zum Realen; er muss das stinkenden, das Verfaulte, und das Ausgeschiedene seiner Zeit suchen, weil er weiss dass das Ausgeschiedene keine Sprache hat.
    Unser Wohlstand bemisst sich am Elend der Ausscheidungen.
    Es ist keine Zeit mehr f├╝r einen Zeithorizont , der die Ignoranz deckt , dass der , der ausscheidet ,der ist der ausgeschieden wird. Das Vernichtete ist alles andere als nichtig: es dr├Ąngelt sich mittlerweile titanenhaft in der letztm├Âglichen Dimension, der planetaren.

    Es geht nicht mehr um die ewige Wiederkehr des gleichen; es geht auch nicht um einen Wiederhohlungszwang; und est recht nicht darum, auf die Spitze des M├╝llberges zu klettern, der noch nie so hoch war wie heut, um nach neuen Subjekten, Projekten und Ismen Ausschau zu halten , bloss weil der Blick noch nie so weit in die Geschichte hinein reichte wie heute.
    Es geht darum in diesem Komposthaufen die Keime zu entdecken die zu Integration des Abfalls f├╝hren. Nicht wir haben in einer Art neuen Aufkl├Ąrung den M├╝ll wieder in die Gesellschaft zu integrieren, sondern wir als Gesellschaft stehen vor der Aufgabe, uns im Abfall einzurichten, der dann kein M├╝ll mehr ist, sondern Basis f├╝r eine neue ├ästhetik .
    Identit├Ąt bildet sich bisher ├╝ber Vernichtung und Ausscheidung. Will man nicht Vernichtung der Identit├Ątsbildung inh├Ąrent sehen, muss hinabgestiegen werden ins Innere, dass sich als Abfall lange genug als Ent├Ąussertes des Menschen drapieren konnte.
    Der Mensch ist der Abfall, er macht ihn nicht, er ist es.
    Der Mensch ist nicht nur Teil des Lebens- er ist genauso Teil des Todes. Kompost ist die Schnittstelle, das notwendige Dritte nachdem Gott, Natur, Staat und zuletzt Information als eben solche ausgeschieden sind.
    Viele verbinden mit dem Tod Gottes immer noch den Tod des Menschen. Aber: es geht nicht um Gottes Willen sondern um Kottes Willen.

    Zende im April 1993

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