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documenta 12: Update

Ein schnelles documenta-Update: Die erste Mohnbl√ľte auf dem Friedrichsplatz ist da, die ersten kritischen Stimmen mehren sich (mp3-Podcast: “Was hat Sie bei Ihrem ersten documenta 12-Besuch besonders entt√§uscht?”), VernissageTV hat zwei sch√∂ne Videos (I, II)¬†vom Er√∂ffnungswochenende gedreht – und vor allem der chinesische K√ľnstler Ai Weiwei¬†(“Fairytale” – Das¬†M√§rchen mit 1001 Chinesen) besticht durch dadaistische Statements: Nachdem ein¬†Sturm in Kassel vor einigen Tagen sein Kunstwerk “Template” zerst√∂rte, sagte er: “Das ist besser als vorher. Jetzt wird die Kraft der Natur sichtbar. Und Kunst wird durch solche Emotionen erst sch√∂n.” Und: “Der Preis daf√ľr hat sich soeben verdoppelt!” (1)¬†

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  1. http://www.myspace.com/flaubertoart
    flaubertocontato@yahoo.com
    Berlin Germany

    Eine sich aufweitende Kunst -
    Oder vielleicht eine Unordnung, die aus dem dunkeln der Rohmaterie seiner Kunst entnommen ist

    Die ersten Aufzeichnungen des k√ľnstlerischen Schaffens von Flauberto stammen aus seiner Kindheit in Juazeirinho, einer kleinen und armen Stadt, die durch die Bundesstrasse BR-230 in der Mitte durchschnitten wird, eingewachsen in der g√ľhenden Hitze in der desolaten Region von Cariri im Bundesstaat Paraiba. Seine Unruhe verschonte nicht die W√§nde der H√§user, die Mauern des Klassenzimmers, die grossen T√ľren der Lagerh√§user, die Banken und die W√§nde der Schule.
    Es ist dieses weit zur√ľckliegende Ged√§chtnis, welches sich in der emotionalen Fracht seiner aktuellen Arbeit verfasst, wenn die Welt und das Leben in Reichtweite ist, auf diesem Weg der seine Geschichte in der Mitte zerschneidet.

    Das Ziel seiner Kunst ist mehr als die Bewusstheit, es ist die Besessenheit an Grenz√ľberschreitungen. Seine Arbeiten schreien nach Dringlichkeiten, sie beben wie die eigene Zeit und verlangen nach der Kolektivit√§t.

    ‚ÄúIch habe ab 1994 angefangen intensiv Kunst zu machen, so dass Leben und Kunst in einem gemeinsamen Weg meinen k√ľnstlerischen Prozess begleitet haben. Bei der k√ľnstlerischen T√§tigkeit habe ich sehr fr√ľh eine besessene, systematische und impulsive Form entwickelt . In den letzten 19 Jahren meines Schaffens habe ich mich besonders mit Zeichnungen und Malerei besch√§ftigt, habe aber auch Projekte mit Skulptur und Instalationen entwickelt. Die Themen meines Lebens waren immer die meines Lebens, wie Sex, Macht, Geld, und Religion, die immer verwirrende und festigende Elemente meiner Existenz waren.
    Ich wusste nie zu erkl√§ren wie sich diese Dinge von einer Form in die andere (im Leben und in der Kunst) wandelten, jedoch bin ich ein autodidaktischer K√ľnstler mit Intension und Selbstbildung. Sehr fr√ľh habe ich eine Art von Aversion zum Model der schulischen Bildung entwickelt , als ich das Studium an der Universit√§t verlassen habe.

    Seit Juazeirinho, die Stadt in der ich geboren bin und gelebt habe, f√ľhle ich mich wie ein impulsives, obzesives und √§ngstliches Individuum, welches sich aus der Dunkelheit mit seinem eigenen Licht entzieht.

    Ich will Fragen beantworten: Wer bin ich? zu wem gehöre ich? oder warum meine Kunst in meiner Kondition und meinem kreativen Prozess nachhallen wird ?

    Ich und meine Kunst gehören zusammen, von den vorhandenen Händen mit der verzweifelten Lust am Fleisch.
    Ich schaffe es nicht aufzuhören meinen Umkreis zu observieren, sei es in João Pessoa, Salvador, Rio de Janeiro, Basel, in der Schweiz, oder in Berlin.Städte die die Tragig meines Lebens darstellen.

    Ab 2002 begann ich einen Prozess zu entwickeln der Fotografie mit Techniken wie Kollage, Foto-Kollage und digitale Manipulation, als Mittel oder Unterst√ľtzung aufweist. Ich habe in der Fotogafie ein Mittel gefunden, der pers√∂nlichen und pofessionellen Verwirklichung so klar und Transparent wie anderen Unterst√ľtzungen die ich schon genutzt habe, und die ich noch nutze. Ich setze in meine Fotografien die Unnachgiebigkeit und die Obzession der Grenzen von meiner Lust. Alles was ich mache ist ein Teil einer extrem pers√∂nlichen Entschlossenheit. Als ich mich entschloss die Fotografie in meinen Prozess der Produktion und Kreation einzubinden, machte ich dies, um an eine Objektivit√§t und Tranzperenz des Mittels zu glauben um meine Ideen zu transportieren. Das erste Projekt von Fotos, dass ich 2002 begonnen hatte, versammelt 500 Fotografien die meine privaten W√ľnsche des Lebens und meine Augen vor der Welt ausdr√ľcken. Um das Projekt zu realisieren, griff ich zum Universum der Informationen, wie Zeitungen, Jornale, B√ľcher, Fotos und Bilder die von anderen K√ľnstlern gemacht wurden, also letztendlich alles was ich mit meinem l√ľsternden Blick erreichen konnte. Auf dem Weg der Hin- und R√ľckfahrt nach Hause werde ich St√ľcke des Lebens gesammelt haben, die meine W√ľnschen ber√ľhren.¬†¬Ľ

    Die Perversion der Farben.

    Es gab keinen anderen Weg f√ľr Flauberto wenn nicht die Kunst. Die Natur hat ihm eine Art der Perversation der Farben bereitgestellt. Als Kind seine Ziele am Abend in Juazeirinho, Paraibanischen Cariri, waren unfreiwilligerweise einfallen durch eine Leuchtende Kraft des ‚Äúin den Augenen stechenden Gr√ľns‚ÄĚ.

    Als Regen fiel f√ľllte sich die Vegetation mit Bl√§ttern, und der Blick Flaubertos verlohr sich im kr√§ftigen Gr√ľn des Juazeiro-Baumes, des Umbu-Baumes und des Catinga-Baumes.

    Der Blick Flaubertos ist so – unterschiedlich, verzerrt und tr√ľgerisch. Aber in einer semantischen Frage, waren die Farben f√ľr Ihn immer eine Herausforderung, denn er muss nicht nur seine Namen lernen, denn auch mit einer Art b√∂sen Magie leben, die mit einigen Farben, prinzipiell mit Gr√ľn, erscheint, die in Zusammenhang mit dem Kontext in welchem die gleichen eingef√ľgt waren hervorstechen.
    Aktuell hat Flauberto eine Sicht dieser Situation: die Fraben sehen wie kodiert aus, dominiert um zu malen.
    Er entwickelte eine quasi machanisiert Technik, wo es f√ľr jede Farbe einen vorbestimmten Platz gibt. Jede Farbe h√§lt eine bestimmte Distanz zur anderen und jede Farbe ist vorbereitet und nur einmal anwendbar, niemals aber in vielen T√∂pfen zur gleichen Zeit.

    Ich lernte die Malerei von Flauberto kennen bevor ich Ihn pers√∂nlich kennengelernt habe, als ich an etwas anderes denkend eine Bank betrat, an jenem Platz der f√ľr Ausstellungen vorgesehen war, die mir immer ein L√§cheln in meinen
    Mundwinkeln hervorrief. An diesem Tag hielt ich verbl√ľfft vor einer ausgestellten Zusammenstellung an.
    Vom Nahen stellte ich die Unvollkommenheit in der Vorbeitung der Farben und der Leinw√§nde des K√ľnstlers fest und blieb verwirrt im Akzeptieren der primitiven Kunst oder einer bewussten oder gelehrten Manifestation von einem jungen K√ľnstler.
    Ich ging heraus mit Assoziationen von Grafiken von Keith Hering, und mit den unbearbeiteten Figuren von A.R. Penk, und mit den infantilen Malereien von Donald Baechler, ohne zu wissen was sozusagen der noch unbekannte Anf√§nger Flauberto mit der Produktion dieser K√ľnstler gemeinsam hatte.
    Die vigorosen Grafiken Flaubertos sind Übungen der Dichotomie, schwingen wie ein taumelnder und aus den Fugen tretender Tanz zwischen einer kartesische Organisation und einem unkontrolliertem und rudimentären Kaos.
    Es sind Variiationen zwischen ausschweifenden Pinselstrichen des Malers bis hin zu den feinen Linien und Strichen die sich in den etwas grosseren Kompositionen verlieren. Seine Farben gehen von der K√ľnstlichkeit von einem fluesziereneden Orange die √úbelkeit hervorrufen, bis zu friedlichen Pastelt√∂nen.
    Pers√∂nlichkeit und Malerei wechseln sich zwischen lebhaft und tr√ľb, grob und fein, popul√§r und gelehrt, klever und naiv, bewusst und verwirt ab. Die letzten Malereien von Flauberto zeigen schon eine Ann√§herung mit einigen Konzepten, die im Wiebelwind von Aufnahmen der zeitgenossischen Kunst gelernt wurden in der der K√ľnstler sich in den letzten Jahren befand.
    Es scheint aber, dass er alles mit viel Personalit√§t behandelt. Akademische Konzepte wie Gleichgewicht und Einigkeit die bei den meisten K√ľnstlern aus unser Generation noch zu finden sind werden meistens missachtet. Die Organisation von Flaubertos Arbeitsmaterial wirkt in den Augen zu aller erst trostlos. Schwere Figuren werden auf leichte gelegt, senkrechte B√§ume schweben aus den Seiten und harte Figuren dr√§ngeln sich in au√üergew√∂hnlicher und st√∂render Masse durch.
    Seine Malerei √§ndert sich als ob er sie aufgrund der brasilianischen Musik und Rock geschaffen hat. Ich selber kenne keinen anderen Maler der f√ľr sich selbst eine Art von chronologischen Aktionen, die von der technischen Verbesserung bis hin zu Marketing-Aktionen gehen und sich in Stars der brasilianische Musik hineinversetzt. Er hat sich selbst vorgenommen Sachen zu schaffen, die sich j√ľngere Maler gar nicht trauen.
    Wenn ich mit Ihnen √ľber einige seiner Malereien spreche, scheint es als ob er immer schon einen fertige Antwort zu meinen Fragen hat. Ich muss zugeben, dass ich einige Zeit ben√∂tige um die Ergebnisse verarbeiten zu k√∂nnen und will meistens auch schon mal sagen z.B. dass ich nie solch ein Rot oder Lila benutzen w√ľrde. Seine Malereien √ľberschreiten immer den Punkt bis zu dem ich kommen w√ľrde.
    An diesem Punkt k√∂nnte ich Jean Dubuffet mit seinem Art Brut Konzept erw√§hnen, oder andererseits in diesen wirren Zeiten der Multikulturalit√§t die Diskussionen der Kritiker der modernen Kunst durchgehen, um zu versuchen die Arbeit von Flauberto zu verstehen, aber ich verbleibe lieber auf dem Feld der Zweifel, offen f√ľr die unerwarteten Schl√§ge der Malerei von Flauberto aus Cariri

    Texto de( Flauberto e Jose Rufino)
    Text von Flaubero und Jose Rufino

    flaubertocontato@yahoo.com
    http://www.flauberto.de

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