Popular Tags

Die Anti-Sneaker-Rallye / UPDATE

// UPDATE: 8. April: Die Berliner Zitty über den am 14.04.2009 in den Räumen des Superplans in Berlin stattfindenen Auktions-Event. Via

Hier mal ein wichtiger Gast-Beitrag von “Michaela Jordan”. Es geht um den “Urban Art Guide” von Adidas – von der Aktion habt Ihr bestimmt schon gehört und in anderen Blogs gelesen: zum Firmenjubiläum wollte man mal wieder auf den hippen Graffitizug aufspringen und die junge, urbane Zielgruppe anvisieren. Paar Schuhe verstecken, Handy-Applikation programmieren, mit Street Art verquirlen und dann die positive Promotion genieĂźen – aber, ne, ne, so einfach läuft’s dann eben doch nicht. Michaela Jordan hat der Presse dann diesen Text zugespielt – aber irgendwie hatte die keinen Bock auf eine “Anti-Rallye-Geschichte”. Tja, warum wohl? Weil Adidas natĂĽrlich auch ein verdammt groĂźer Werbekunde ist – und kein Magazin und keine Zeitung Lust hat, es sich in diesen Krisenzeiten mit einem solchen GroĂźkunden zu verscherzen. Aber lest erst einmal selbst:

“Am 20. März lancierte Adidas den “Urban Art Guide”, eine iPhone-Applikation, die Nutzer_innen “Urban Art Hotspots” in Berlin zeigen soll. Zum Launch der dazugehörigen Website (urbanartguide.com) und anlässlich des 60jährigen Firmenjubiläums sollten am 21. März an solchen “Urban Art Hotspots” 60 Paar Turnschuhe versteckt werden, die es zu finden galt. “Urban Art Rallye” nannte sich das Ganze.

Unter diesen 60 Paaren befanden sich auch zwei Paare, die vom Berliner Artist Nomad designt wurden. Ein weiteres Paar dieser sog. “Special Edition Sneakers” soll ab dem 2. April auf Ebay versteigert werden. Adidas lässt verlauten, dass der Erlös an die StreetUniverCity gespendet wird, ein gemeinnĂĽtziger Verein, der sich fĂĽr die Akzeptanz von StraĂźenkultur und kulturelle Bildung von Jugendlichen einsetzt.

Zurück zum Thema Urban Art, einem Sammelbegriff für unterschiedliche künstlerische, häufig illegale Eingriffe im Stadtraum. Seit seiner Entdeckung durch die Medien wird Urban Art/Streetart als Trendphänomen mit rebellischer Aura in regelmäßigen Abständen als Marketingkanal unterschiedlicher Firmen benutzt. Die Agenturen werben mit scheinbar illegal gesprühten Figuren für Chatcomputer, Snoop Doggy Dogg erscheint – zeitgleich mit der dazugehörigen Fernsehwerbung für einen Handytarif – als schwarz-weißes Cut-Out an Häuserwänden, eine Hitlerfigur mit Armbinde (darauf eine Brezel statt einem Hakenkreuz) wirbt für das neue Musical im Admiralspalast. Werber_innen scheinen sich einig darüber, wie sie eine bestimmte junge Zielgruppe erreichen.

Im Pressetext von Adidas wird betont, wie sehr sich schon die frĂĽhe Hip Hop-Subkultur mit der Marke identifizierte. Das klingt irgendwie so, als sei dieser Sportartikelhersteller schon in den Siebzigern durch New York gefahren, um generös Sneakers an junge Breaker_innen, Rapper_innen und SprĂĽher_innen zu verteilen bzw. sie an sogenannten “Hotspots” zu verstecken. Das ist natĂĽrlich Unsinn. Der GlĂĽcksfall, dass insbesonders arme Ghettokids an bestimmten Marken Interesse zeigten, lieĂź sich hervorragend instrumentalisieren, um auch ein kaufkräftigeres Publikum zu erreichen. Ă„hnlich absurd sind die Verhältnisse auch aktuell, wenn es um den “Urban Art Guide” geht. Adidas behauptet, sich damit fĂĽr die “wichtigste und einflussreichste Jugendkultur der Welt” einzusetzen.

Fraglich dann nur, warum das Engagement fĂĽr sinnvolle Zwecke an dieser Stelle, und neben oben genannter Spende, nicht etwas ĂĽppiger ausfällt… Und wahr: Innerhalb der Subkultur kommt diese Art von Einsatz scheinbar nicht besonders gut an, denn so hatte – ein paar Tage vor dem Launch des Guides – Ferdinand (Name von der Redaktion geändert), seines Zeichens GraffitisprĂĽher und leidenschaftlicher Dokumentator der Street Art- und Graffiti-Szene, andere Aktive dazu aufgerufen, die Promotionaktion zu unterminieren, indem die Sneakers vorzeitig gefunden und von den “Hotspots” entfernt werden. WĂĽrde man in Besitz der angekĂĽndigten 60 Paare kommen, so die Rechnung, hätte man nach Weiterverkauf um die 3000 Euro im Topf. Davon könnte man schon mal jede Menge SprĂĽhdosen, Marker, Papier und Kleister kaufen. Soweit der Plan.

In der Realität sah das wie folgt aus: Am Morgen der Rally bezogen Streetart-Akteur_innen Stellung an mehreren sogenannten “Hotspots” und observierten das HauptstadtbĂĽro des Konzerns mit dem Ziel, so viele Turnschuhe wie möglich einzusammeln. Sie verfolgten die Verteiler und konnten einige Schuhe einsammeln. Allerdings nicht so viele, wie gehofft, denn ab einem gewissen Zeitpunkt wurden die Turnschuhe nicht mehr versteckt, sondern schlichtweg an Passant_innen verteilt. Vielleicht weil, wie man auch in einem Forum fĂĽr iPhone-Applikationen lesen konnte, die Technik des Urban-Art-Guides zu dem Zeitpunkt irgendwie nicht so richtig funktionierte.

Ganz zufällig fanden sich an den “Hotspots” ĂĽbrigens auch brandneue Schuhe zweier konkurrierender Hersteller. Anscheinend denkt man sich auch dort, dass junge iPhone-Besitzer _innen die Zielgruppe der Stunde sind. Spannend eigentlich, von welch unterschiedlichen Seiten versucht wurde, diese Aktion zu stören bzw. zu nutzen…

Am Ende des Tages hatten die Aktivist_innen es jedenfalls geschafft, 20 Paar Schuhe einzusammeln, was auch noch einem ansehnlichem Weiterverkaufswert entsprechen wĂĽrde. An dieser Stelle jedoch entstand die Idee, die gesammelten Turnschuhe eventuell in eigene “Special Edition Sneakers” zu verwandeln, diese aber nicht wie das Adidas-Team auf Ebay zu versteigern, sondern einen eigenen Auktionsevent zu organisieren. Befreundete KĂĽnstler_innen aus der Szene haben unsere Akteure sicherlich und wir dĂĽrfen auf einen weiteren Verlauf der Gegenaktion und “Special Edition Sneaker” gespannt sein.

Demokratisch wurde entschieden, das Geld eigenen urbanen und politischen Projekten zukommen zu lassen, wie beispielsweise der Aktion “Papergirl” der KĂĽnstlerin Aisha Ronniger und den Freiraumkampagnen in Berlin.”

Comments

41 Comments so far. Leave a comment below.
  1. Wenn Ihr die LEute mal kennenlernen wĂĽrdet, die sich die Scheisse bei Adidas ausgedacht haben, wĂĽrdet Ihr auch ĂĽber nix mehr wundern :-)
    Weltfremd wäre hier noch ein Kompliment …
    OK, da hängt auch noch ne Agentur dazwischen, aber gekauft hat hier der Kunde (Adidas). Die Agentur hatte Ihren Spass, auch wenn sie selbst wahrscheinlich nicht dran geglaubt hat, aber egal, hauptsache ADIDAS zahlt :-)

  2. hättet ihr mal frĂĽher was geschrieben oder bescheid gesagt…wir haben unsere Schue schon verschenkt: Adidas Urban Art Guide Rallye

  3. Meike,

    Super Aktion!!! Toll das mal wer seinen Arsch hochbekommt und etwas gegen solche vereinahmenden Werbeaktionen sagt! Toi toi!

  4. @brenna
    welchen teil von ‘ANTI-RALLYE’ hast
    du nicht verstanden?
    ..brettvormkoppnerd

  5. Checkmeck,

    mein einziger Kommentar zu der ganzen sache : SCHEISS YUPPIEPACK

  6. Habt Ihr auf Brennas Seite den Bereich “About” gelesen, hihihi, irgendwas is da faul :-)

    http://streetart.berlinpiraten.de/about/

    Ist der ganze Blog einfach nur ein fake und gehört zu irgendner Agentur?

  7. @Focus Planning

    und was genau soll da faul sein??

  8. jiz,

    JA! sehr gut,hehe

    adidas wollte den “urban-underground-streetart-flavour” – jetzt haben sie ihren underground bekommen… UNDZWAR RICHTIG! :)

  9. Wooot?,

    woooot!
    Naja…der ĂĽbliche Vorgang.
    Immer eine Frage der Zeit bis groĂźe Unternehmen Subkulturen fĂĽr sich nutzen.
    Wäre mal nice sollte sich die Subkultur als so unangenehm erweisen das es sich nicht lohnt, bezweifle ich aber.
    Weil das Klischee was letztendlich bei den normalen Konsumenten ankommt dürfte als Werbeträgerbotschaft ausreichen und cool genug sein (siehe Guerilla Gardening übrigens auch von Adidas).
    Die großen Unternehmen sind derartig gestört das sie mit der Vernichtung der eigenen Produkte werben würden, würde es den Absatz selbiger steigern.

    Trotzdem f*ckng nice das eine direkte konsumassimilation wohl doch nicht so einfach realisierbar scheint :) .

    p.s. Ach ich bin so ein looser…werde nachher wohl mit meinen Adidas in die Stadt gehen…selfowned :(

  10. zozig,

    wooot super idee!! einfach das unternehmen als werbemaßnahme in die luft jagen und die lagerbestände als raritäten zu horrenden preisen verkaufen. wenn man nur an kurzfristige gewinnoptimierung denkt macht das durchaus sinn!

  11. Max,

    Ich habe bei der Pressemitteilungs-Spam im
    Vorfeld schon fast gekotzt! Die Jungs haben da
    was falsch verstanden! ;-)

    Das Projekt war fĂĽr die KlospĂĽlung konzipiert!

    Hehe …

  12. Neues Genre: Corporate Street Art. Darauf hat die Welt gewartet! Ich fand den Text schon nach zwei Sätzen…

  13. @Bigod: das hier ist faul – Auszug aus der “about” page – “Aus diesem Interesse und seiner Abneigung gegenĂĽber der zunehmenden Kommerzialisierung der Urban Art entstand die Idee, Streetart und Graffiti mit dem Fokus auf Berlin, frei zugänglich zu dokumentieren.”

    Und dann FĂśR die Adidas Kampagene arbeiten – oder ĂĽberseh ich hier irgendwas? :-)

  14. zozig,

    ich frage mich gerade ob diese sogenannte gegenauktion wircklich das gewünschte ergebnis bringt, nämlich die schuhmarke zu deskreditieren etc.
    oder ob es ihr nicht eventuell doch einfach nur noch mehr publicity bringt als geplant?

    versteht mich nicht falsch ich mag solche ideen ja aber ich frage halt auch gern.

  15. Wooot?,

    Ja….das ist ein weiterer Problempunkt.
    …there is no bad publicity.

  16. Beatrixxx,

    Ich denke schon das es etwas bringt wenn Adidas merkt dass die Artists sich betrogen und ausgenutz fühlen und das publik machen. Das fällt ja auch nicht direkt auf Adidas zurück sondern die verantwortliche Marketingfirma.

  17. zozig,

    meinte natĂĽrlich diskreditieren sorry.
    bin irgendwie nicht überzeugt von diesen abwehr reaktionen.ist ja schön wenn sich mehrere künstler zusammen tuen, um etwas auf die beine zu stellen aber in diesem fall profitiert ein konzern vermutlich noch davon
    (und ich bekomme trotzdem keine sneaker;).

    ist doch irgendwie nur halb gut. oder?

  18. Roland,

    Ja, sagt man ja immer, daĂź es keine schlechte Publicity gäbe …
    Auf diesen Fall bezogen könnte man auch überspitzt sagen: Wenn man mit Scheiße beschmissen wird und zurückwirft, stinkt man trotzdem nach dem Mist.
    Insofern dĂĽrfte man wahrscheinlich nichts tun, auĂźer solche Werbegeingriffe zu ignorieren, sie auszusitzen und zu hoffen, daĂź das bald wieder vorbei ist. (Wobei die nächste Liquid-Viral-BelowTheLine-Trend-Agentur vom Schlesischen Tor schon wieder neues Zeug ausbrĂĽtet …)
    ABER HEY, nachdem schon die dreiäugigen Kritzelfiguren, andere Turnschuhfirmen und diverse Spielkonsolen durch die Straßen gezogen sind, ohne daß sich wirklich viel Widerstand rührte, finde ich diese Aktion wirklich gut. Adidas ist dabei gar nicht der Gegner. Die sind ja eher innerhalb ihrer Branche zu bemitleiden, daß sie Jahre zu spät auf den Trend-Trichter kommen. Ich fände es super, wenn es die Werbeheinis trifft, die sich das alles ausgedacht haben. Wenigstens für die könnte sich die Publicity ja womöglich als schlecht erweisen, wenn man sie kein zweites Mal bucht.
    Naja, wahrscheinlich bin ich zu naiv …

  19. me,

    @all
    ich war letztens beim arzt und habe 2h gewartet,während dieser wartezeit haben sich fast alle Patienten aufgeregt,dass sie nicht sofort drankamen. Daran musste ich denken, als ich eure Kommentare gelesen habe. Einfach mal rumpöbeln.Ihr habt einen Punkt. Einen sehr guten. Und den Artikel finde ich auch gut. Aber mal ehrlich:wen wollt ihr hier anprangern?Das Leute ihren Job machen?Geld verdienen?Erfolgreich sind? Ich finde, ihr verschendet eure Zeit.Meinungen äuĂźern:sehr gut!Meinungen austauschen: noch besser!Aber beleidigen und mutmaĂźen:denke ich, ist der falsche Weg.Was verändert ihr?Nichts!Wie gesagt, ihr habt alle einen guten Punkt. Aber nutzt eure Fähigkeiten dort, wo ihr wirklich was verändern könnt und wo es notwendig ist.Ich meine, dass ist doch kein Thema,das immer unberĂĽhrt war und nun durch adidas oder irgendwelche Werbeheinis hervorgerufen wurde.Ich finde diese Umsetzung gar nicht ĂĽbel.StreetArt sollte gepusht werden, denn es ist cool.Viele sind talentiert.Warum nicht darauf aufmerksam machen.Und gerade mit so einem groĂźen Namen.Ich denke, da steckt viel Geld dahinter, aber es steht nicht aus, dass sich genau das die StreetArtists zu nutzen machen können.Also was soll der Geiz. :-) ….Ich will ĂĽbrigens keinerlei Partei ergreifen, nur meine Meinung äuĂźern.

  20. no more mister sesselpupser,

    ich finde es besser etwas zu machen als einfach zu zusehen. die vorwegnahme von kosten/nutzen-rechnungen – ob da wer mehr oder weniger publicity kriegt – ist kopfkacke. man wird es nie herausfinden, wenn man nichts tut.

    ich wünsche mir etwas mehr soli unter den sog. urban artists. ogo hätte kein land gesehen, wenn wir nicht nur laut geschimpft hätten.
    also bitte, seht es einfach als kleine fingerĂĽbung…

  21. !YO!,

    So wirklich wichtig ist die Aktion doch nun nicht. Es ist nicht das erste mal, das ein Brand versucht mittels unkonventioneller WerbemaĂźnahmen fĂĽr Diskussion zu sorgen und es wird auch nicht das letzte mal sein.

    Das einzige was dadurch deutlich wird, ist das Subkulturen wohl doch nicht so unabhängig und abgelöst von jeglichem gesellschaftlichen Geschehen sind, wie es sich ihre Protagonisten immer wünschen.

    Jetzt los zu schlagen und nach den VerräterInnen in den eigenen Reihen zu suchen, die fĂĽr den Niedergang der ganzen “Realness” von Streetart und Graff verantwortlich sind ist doch nur noch ne reine Ersatzhandlung. Statt dessen könnte man sich auch eingestehen, dass “der Mainstream” jede noch so widerständige Subkultur affirmieren kann, sie aber trotzdem noch genau so viel SpaĂź machen kann wie zuvor. Die Größte Unabhängigkeit kann man sich wohl bewahren, wenn man sich von solchen Aktionen den Allerwertesten kĂĽssen lässt und raus geht um sein Ding durch zu ziehen.

    Ich wĂĽnsche allen GlĂĽcklichen viel SpaĂź mit ihren neuen Tretern.

  22. @Focus Planning:

    nein, wir arbeiten fĂĽr keine werbeagentur – wir sind einfache studenten…wie viele andere auch.

    wie geraten wir denn eigentlich in den verdacht?
    -> weil wir unsere gefundenen schuhe verschenkt haben? versteh ick nich…

    ick find die anti-rallye aktion jedenfalls eine tolle idee und weiter oben hab ick nur gesagt, dass wir sie auch (mit unseren gefundenen schuhen) unterstützt hätten, hätten wir davon gewusst.

  23. “ein einfacher student”

    hätte ich nicht besser sagen können hahaaaa

    denn
    achso
    dannistjagut
    kannmannichtssagen
    einer von vielen

    ja das ist er
    das will er sein
    das soll er bleiben

    ..hatte schon seinen grund
    weshalb du nichts davon erfahren hast
    und war ganz einfach
    jawolljahahaaaaaääätsch
    wir haben
    halt dich fest
    es einfach nicht online gestellt!!
    muss man erstmal drauf kommen

    aber bevor ich pampig werde
    weil piratenkid bestimmt gleich nochmal
    “tolle idee” sagen will
    möchte ich ihn bitten
    sich selbst kurz mal zuzuhören:
    “Wie der Zufall so will, war ich genau zu dem Zeitpunkt an den riesigen BLU-Paintings in der CuvrystraĂźe in Berlin-Kreuzberg, als das Adidas Urban Art Guide-Team dort eintraf. Dieser Umstand ermöglichte es mir einige Schuhe zu sichern, von denen ich gleich vor Ort 2 Paar verschenkte.”
    http://streetart.berlinpiraten.de/adidas-urban-art-guide-rallye/

    wat?
    bahnhof?
    postkutsche?

  24. @Brenna: Sag mal, stehst Du wirklich so auf dem Schlauch? *KopfschĂĽttel*
    Lies Deinen eigenen Text nochmal. Da tropft das “Wir wurden von Adidas dafĂĽr bezahlt, diesen Text so zu schreiben” einfach aus allen Poren. Wenn der aus freien StĂĽcken so geschrieben wurde – umso schlimmer … :-)
    Geht in Euch und schämt Euch – Ich versteh nicht wie man so unsensibel seine eigenes (angebliches?) Commitment gegen die Kommerzialisierung mit den FĂĽssen treten kann.
    Wobei ich das grösste Problem wirklich nicht mit der Kommerzialisierung an sich hab (das geht schon wieder vorbei) – aber wie man sich so selbst belĂĽgen kann, und es nichtmal merkt – das raff ich einfach nicht…

  25. amok 1,

    Adidas und seine ralleys:

    Adidas unterstützte die sogenannte Gumball 3000, ein privates Autorennen auf europäischen Straßen, das seit 1999 jährlich stattfindet und in Deutschland als illegales Rennen angesehen wird. 2007 starb ein unbeteiligter Albaner bei der Kollision mit einem teilnehmenden Fahrzeug, dessen Fahrer ein Überholverbot missachtet hatte. Die Frau des Albaners erlag nach einigen Tagen im Koma ihren schweren Verletzungen. Erst daraufhin distanzierte sich Adidas von der Rallye und stieg aus dem Sponsoring aus.

    hihi….könnte mir durchaus vorstellen, dass sich adidas irgendwann auch wieder von street art distanzieren wird.

    ….und leute, die von kinderhand genähte schuhe tragen, sind eh hochgradig assozial

  26. Julius,

    @ yo: davon ab dass ich nicht glaube das eine “diskussion” seitens der marketingfirma gewollt war / ist (“kritische” kommentare etc werden von deren urban-art-guide-blog regelmässig gelöscht), hast du sicher recht: es ist nicht das erste mal das jm versucht sich mit den arbeiten anderer (der streetartists) selbst zu pushen und daran zu verdienen. aber nur weil es die arbeiten quasi “umsonst” auf den strassen gibt, heisst das fĂĽr mich nicht das diese auch komerziell verwendet werden können oder das von der artists gewollt ist. Die grauzone in der sich die artist befinden weil sie sich nur „halb-legal“ im stadtraum bewegen wird hier (und was in stellungnahmen des marketingteams hervor geht weil sie sich gleich auf juristischer ebene versuchen zu rechtfertigungen), bewusst ausgenutzt.

    und keine_r hat etwas von „verräterInnen“ in den eigenen reihen gesagt oder? Ich glaub da konstruierst du dir gerad was zusammen ;-) .

    Und deine erkenntniss das der mainstream auch noch die radikalste subkultur affirmieren kann (die du so grosszĂĽgig mit uns teilen versuchst) steht auch ausser frage und der umstand wurde von den initiator_innen glaub ich auch nie bestritten. Klar, alles ist vermarktbar. Punk, hiphop und kubanische revolution.

    Ich denke bei der (gegen)aktion ging es nicht um adidas. Oder nike. Oder sonstwen bestimmtes. Es ging und geht vielleicht einfach nur darum auf den umstand aufmerksam zu machen das es manche artists nicht cool finden das ihre arbeiten ungefragt und komerziell von anderen verwendet werden. Ehrlich gesagt glaube ich nicht das sich an dem umstand etwas ändern lässt, aber einmal (geschlossen) seine_ihre meinung zu sagen ist denk ich eine super sache.

  27. !YO!,

    Ich weiĂź wo der BrannA wohnt!

  28. Julius,

    Oh Yo ist ja so reflektiert :-) uiui

  29. …ich weiss garnicht, was ihr wollt, die kampagne hat doch blendend funktioniert, die sogenannte SZENE redet ĂĽber ihre marke und es kommt zu einer weitestgehend kreativen auseinandersetzung mit der kampagne!

    glaube nicht, dass die mit einer hohen akzeptanz, sondern eher mit einer debatte um ihre marke gerechnet haben…dafĂĽr war der fianzielle aufwand doch auch sehr gering und das ergebins ganz erquiklich fĂĽr die marketingabteilung!

  30. Julius,

    Die “Szene” hätte so oder so darĂĽber geredet. Ob unter sich oder im etwas groösserem Rahmen. Und wenn nicht, dann macht es auch keinen Unterschied oder?

    Die “Szene” ist eh nicht das Zielpublikum des Guides sondern iPhone-User_innen. Das ist ja auch ein Punkt der Kritik (also nicht gegen iPhones zu sein aber das Adidas sagt sie seinen die “Szene” und fĂĽr sie da etc, was aber einfach nicht stimmt und fĂĽr mich eine ganz schön aggressive Handlung ist).

    Und keine Ahnung mit was “die ” gerechnet haben, spielt fĂĽr mich auch keine Rolle; sie haben einfach nur eine Vorlage gegeben auf die im Gegensatz zu anderen unzähligen kommerziellen Werbungen, die sich ungefragt an “unseren” Arbeiten bedienen, besser reagiert werden konnte (wegen der Rally in die direkt eingegriffen werden konnte).

    Die Gegenaktion ist meiner Meinung nach keine Anti-Adidas-Sache, sondern der Versuch gemeinsam auf die Umstände aufmerksam zu machen dass es einigen von “uns” nicht passt “unsere” Arbeiten ungefragt fĂĽr kommerzielle Zewecke herzugeben und das dies nur möglich ist weil “wir” uns mit “unseren” Arbeiten nur halb-legal im Stadtraum bewegen. FĂĽr mich ist das Diebstahl.

  31. “…könnte mir durchaus vorstellen, dass sich adidas irgendwann auch wieder von street art distanzieren wird.” (amok 1)

    Davon kann man ausgehen ja…

  32. Wooot?,

    “…könnte mir durchaus vorstellen, dass sich adidas irgendwann auch wieder von street art distanzieren wird.” (amok 1)
    Spätestens dann wenn es sich nicht mehr rentiert.
    Und genau das ist fĂĽr mich der Entscheidende Punkt.

    Bei Adidas geht es um eine und NUR um eine Sache: Geld!

    Kein Mensch bestreitet das auch (Street)Artists Geld brauchen um zu (ĂĽber)leben.
    Aber es gibt einen riesen Unterschied zwischen Unternehmen denen es NUR ums Geld geht oder um Menschen welche als KĂĽnstler aktiv sind.

    Zusätzlich hat StreetArt häufig eine politische Komponente, für
    mich ein weiterer Grund warum Unternehmen dort nichts verloren haben.
    Insofern besteht schon ein gewisser (oft ĂĽblicher) ideologischer Ausverkauf.

    Aber Meinungen sind ja verschieden.

  33. “…ich weiss garnicht, was ihr wollt, die kampagne hat doch blendend funktioniert, die sogenannte SZENE redet ĂĽber ihre marke und es kommt zu einer weitestgehend kreativen auseinandersetzung mit der kampagne!”

    Nur irgendwie drĂĽber reden kann nicht das endgĂĽltige Ziel so einer Aktion sein. Solang die “Szene” (kleiner Kotzreiz bei dem Wort :-) ) die indirekte/subtile Marketingbotschaft nicht an den mainstream weiterträgt. Stichwort: Opinion Leader Marketing. Das funktioniert genau nur dann, wenn die Aktion von Adidas extrem cool bei genau diesen Meinungsmachern angekommen wäre. Isses aber nich, also war die ganze Sache auch aus Adidas Sicht fĂĽrn Arsch. Nicht jede PR ist gute PR, das is nen weit verbreteter Irrglaube. Das funktioniert bei low interest Produkten, wo beim Kauf später kein Zusammenhang mehr hergestellt wird, aber nicht bei einer Lifestylemarke wie Adidas.
    Eine sone Aktion fĂĽhrt jetzt zwar bestimmt noch nicht dazu, dass Streetartists massenhaft Ihre Adidas öffentlich verbrennen, aber wenn das 1,2 Jahre so weitergeht, werden die ersten Leute anzufangen bewusst auf die Marke zu verzichten. Und dann hat Adidas zumindest bei diesen Meinungsmachern genau das Gegenteil erreicht. Die erweiterte ZG – die Leute die mit Ihren Iphones durch die Gegend rennen, und Streetart “nur” konsumieren, hat man evtl. erreicht, bzw nicht verprellt. Aber wirklich cooler wurde die Marke dadurch nicht. Das geht nur ĂĽber Autentizität. DAss die bei der Aktion eher mal nich vor Ort war, merkt auch nen Blinder mit KrĂĽckstock, wenn auch eher unterbewusst.

    Prost Feierabend!

  34. YES ! YES ! YES !
    ” VIVE LE STREET-ART !”
    & FREE SHOES 4 FREE-ARTISTS & FREAKS !!!

  35. Frank Funk,

    Setzt doch einfach die Adidas-Filialen in eurer Umgebung in Brand und schreibt nicht soviel…

  36. …haha, sehr geil: Urban Corporate Identity. Die Firma XXX rennt mir schon seit Monaten die Tuer ein, in Graffs+Mural Paintings ihren Bullen reinzuschmieren. Solche Penner! Anyway, die Scene gibt einen @#@#$@#%@#% for adidas Pseudoartstuff.

  37. melek,

    also… an all die ganzen labberbacken da draussen, ihr seid zum kotzen!!
    irgendjemand da oben hat es schon geschrieben, dass wir “fragend voranschreiten”. Aber wir schreiten voran und das ist eine aktivität! das ist nicht nur schlau rumlabbern und im nachhinein alles kritisieren.
    fĂĽr mich war dirty dancing sowas wie ein gemeinsames aufstehen der “streetartszene” gegen die fucking kommerzialisierung des öffentlichen raumes!und wir mĂĽssen da verdammt nochmal in die puschen kommen schlieĂźlich ist die kommerzkacke ĂĽberall!
    natürlich können wir im nachhinein über schwierigkeiten sprechen, aber erstmal sollten wir loslegen!
    grĂĽsse an die orga crew, ich fand die aktion groĂźartig! fuck the industry!

Add Your Comments

Disclaimer
Your email is never published nor shared.
Required
Required
Tips

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <ol> <ul> <li> <strong>

Ready?