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Month März 2009

Und sonst so? : 31. 03. 09



Matthieu Clainchard
: “Rassemblement Pour Repeindre (Gathering to repaint)”, 2006. Via

* Kunstwahlkampf: “Wahlheimat” – das neue Projekt von Oliver K. Boeg: “Ziel des Projektes ist es, den demokratischen Prozess des Wählens auf die Kulturgestaltung zu übertragen. Kulturförderung, die Auswahl von Exponaten für eine Ausstellung aber auch die Einstufung des ästhetischen oder intellektuellen Wertes eines Kunstwerks (und damit auch die Klassifikation “Kunst” selbst) unterliegen bis heute keiner Mehrheitsentscheidung, sondern singulären Einschätzungen und Bewertungen. Inhaltlicher Fluchtpunkt der Ausstellung ist neben dem Ziel, Demokratie als Prinzip und Mechanismus zu illustrieren, zu verdeutlichen, wie sich das Prinzip der Mehrheitsentscheidung auf kulturelle Prozesse der Auswahl und Gestaltung auswirkt. Via: Mail

* Zunge raus: “Mit dem Projekt “qwx – show ur lingua“, möchte die Kunstwerkstatt errorist mit einer verborgenen Waffe, der Zunge!, die Dämonen aus der Minderheitenpolitik der Türkei vertreiben. Minderheiten werden in der türkischen Öffentlichkeit immer noch als “Landesverräter”, “Separatisten” und “Ungläubige” stigmatisiert. Ihr Anderssein dient ihrer Dämonisierung und der Rechtfertigung des Entzuges ihrer Bürgerrechte. Als Gegenmaßnahme schlägt die Kunstwerkstatt errorist vor, die institutionalisierten Disziplinierungstechniken subversiv umzudeuten. Sie ruft die Sprachlosen auf, wieder Gebrauch von ihrem Sprechorgan zu machen. Die Online-Aktion qwx beabsichtigt, Bilder von Menschen, die ihre Zunge als einen Akt des Widerstandes und der Selbstbehauptung herausstrecken, auf der Webseite qwx2009.org zusammenzubringen.” Via: Mail, Danke Miro!

* Und noch ein Fairey-Klon: Obamangela. Via: Mail, Danke, Dieter.

* “Parcels For The Promised Land”, ein Projekt des iranischen Künstlers Shahram Entekhabi und der Berliner Galeristin Ruth Martius: “Internationale Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, Päckchen (in Schuhkartongröße) zu gestalten, die – im Sinne einer intellektuellen humanitären Hilfe – Bezug nehmen auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina. Von Interesse sind dabei Werke, die sich mit Grenzregimen, Rassismus, Migration und Abschottung beschäftigen. Die eingereichten Arbeiten werden von einer Fachjury begutachtet, ausgewählte Werke werden im KunstBüroBerlin ausgestellt. Im Anschluss an die Ausstellung werden die Werke öffentlich versteigert. Der gesamte Erlös der Versteigerung kommt der Organisation “Save the children e.V.” zu Gute.” Via: Mail

* Finanzkrise: Der Löwe der ING-Bankengruppe muss anschaffen gehen. Via

* Forschungsprojekt der Isa Lohmann-Siems Stiftung – Tagung am 17/18. April in Hamburg: “Kulturelle Übersetzungen”: “Was passiert, wenn Objekte, Begriffe oder soziale Praktiken aus einem spezifischen Kontext in andere Zusammenhänge transferiert werden? Wie lassen sich die politischen und sozialen Verhandlungen, die solche Prozesse strukturieren, beschreiben? Welche diskursiven Konzepte von Originalität und Differenz haben sich in den Übersetzungsvorgängen der Moderne entwickelt? Und wie sehr haben sie unsere Vorstellungen von Kunst und Kultur geprägt?” Via: Mail

* Penisneid: “An 18-year-old has secretly painted a 60ft drawing of a phallus on the roof of his parents’ £1million mansion in Berkshire.” Via

* “On the run”-Bücher sind wieder da: “This spring signals the re-ignition of On the Run´s dedication to preserving urban culture. With an interesting new series of books, On The Run provides important snapshots of graffiti history, urban art, and legends at work.” Download: Have a look inside the “On the Run Book #1“, “On the Run Book #2“, “On the Run Book #3“. Via Mail, Danke Ute!

* Besucherrekord: Das sind die zehn meistbesuchten Museen 2008. Louvre #1. Via

* Neues Projekt von Florian Kuhlmann: “Ein starkes Duo: Kunst plus Marketing”. Via: Mail

* Noch nicht gelesen, klingt aber interessant: Und “endlich hat die Kommunikationsguerilla Einzug in die Literatur gehalten”, schreibt Stephanie Bart, “und zwar mit dem eben erschienen Roman “Goodbye Bismarck“.” Via: Mail

Watchlist: Stefan Benchoam

“In recent years, Guatemala City has become severely plagued with advertising of all kinds. I realized that instead of adding to the problem of visual pollution, I could use what was already there. By adding a simple red circle to them, anyone can effectively turn its meaning upside-down.”

“In collaboration with Christian Ochaita. The slide was clandestinely installed in a cul-de-sac in zone 14 of Guatemala City, as a protest against Mayor Alvaro Arzu, for his lack of interest in providing the City with adequate public areas for recreation.”

“Stop War: Protest piece done in Bloomington, Indiana, amidst the War in Iraq.”

“In collaboration with Alejandro Torun, Alejandro Bustamante, and Christian Ochaita. The swings were clandestinely installed in Guatemala City as a protest against Mayor Alvaro Arzu, for his lack of interest in providing the City with adequate areas for public recreation.”

Wow, sogar in Guatemala habe ich Leser. Gerade hat mich von dort diese nette Mail erreicht: “I am an artist currently based out of Guatemala City, and editor of Colectiva’s daily blog. I am writing because I’ve just launched my website, which showcases a selection of my personal work in the Visual Arts that I want to share with you. In it, you’ll find a mix of multidisciplinary pieces done in both controlled gallery spaces and urban environments. Lately, I’ve mostly been focusing on sight-specific installations, whether they be indoor or out, that keep a very clean and conceptual line of work. Given the type of work that you feature in rebel:art I think you’ll have a preference towards my street work. It includes an adbusting campaign titled “Urban Clowns” where I walked around Guatemala City placing circular red stickers directly over the noses of the models in print ads on the streets. By doing so, I was able to instantly invert the meaning of the whole advertisement and almost always guarantee a smile on the passerby’s face. Also, together with the help of some friends, I’ve been collecting used tires, painting them in bright colors, and hanging them as swings around the city. This particular project is called “City Swings” and is a response against our Mayor’s inefficiency in providing much needed areas of public recreation in our city, as well as the deficient handling of waste.” Schön zu sehen, wie sich manche Ideen auf der ganzen Welt verbreiten.

Die Anti-Sneaker-Rallye / UPDATE

// UPDATE: 8. April: Die Berliner Zitty über den am 14.04.2009 in den Räumen des Superplans in Berlin stattfindenen Auktions-Event. Via

Hier mal ein wichtiger Gast-Beitrag von “Michaela Jordan”. Es geht um den “Urban Art Guide” von Adidas – von der Aktion habt Ihr bestimmt schon gehört und in anderen Blogs gelesen: zum Firmenjubiläum wollte man mal wieder auf den hippen Graffitizug aufspringen und die junge, urbane Zielgruppe anvisieren. Paar Schuhe verstecken, Handy-Applikation programmieren, mit Street Art verquirlen und dann die positive Promotion genießen – aber, ne, ne, so einfach läuft’s dann eben doch nicht. Michaela Jordan hat der Presse dann diesen Text zugespielt – aber irgendwie hatte die keinen Bock auf eine “Anti-Rallye-Geschichte”. Tja, warum wohl? Weil Adidas natürlich auch ein verdammt großer Werbekunde ist – und kein Magazin und keine Zeitung Lust hat, es sich in diesen Krisenzeiten mit einem solchen Großkunden zu verscherzen. Aber lest erst einmal selbst:

“Am 20. März lancierte Adidas den “Urban Art Guide”, eine iPhone-Applikation, die Nutzer_innen “Urban Art Hotspots” in Berlin zeigen soll. Zum Launch der dazugehörigen Website (urbanartguide.com) und anlässlich des 60jährigen Firmenjubiläums sollten am 21. März an solchen “Urban Art Hotspots” 60 Paar Turnschuhe versteckt werden, die es zu finden galt. “Urban Art Rallye” nannte sich das Ganze.

Unter diesen 60 Paaren befanden sich auch zwei Paare, die vom Berliner Artist Nomad designt wurden. Ein weiteres Paar dieser sog. “Special Edition Sneakers” soll ab dem 2. April auf Ebay versteigert werden. Adidas lässt verlauten, dass der Erlös an die StreetUniverCity gespendet wird, ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Akzeptanz von Straßenkultur und kulturelle Bildung von Jugendlichen einsetzt.

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Und sonst so? : 25. 3. 09

Aus dem Buch “Action Painting: Bringing Art To The Trains” – der legendäre Polizei-Wholecar. Via

* attac imitiert die Aktion der Yes Men und druckt eine gefälschte ZEIT-Ausgabe. Gegen eine Spende kann man das Plagiat immer noch hier bestellen.

* Schöne Idee: Puzzle-Art!

* “Große Gala der politischen Aktion” – die taz feiert ihren 30. Geburtstag mit einem dreitägigen Kongress im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Die wahrscheinlich letzte Chance all die Alt-Linken wie Bascha Mika, Daniel Cohn-Bendit oder BAP-Sänger Wolfgang Niedecken noch einmal lebend zu treffen…

* Und noch einmal Berlin, noch einmal Haus der Kulturen der Welt: “Change Utopia” – Kunst und Politik in einer transnationalen Welt; Sa 28.03, 14 Uhr, Eintritt frei

* Wow: Peter Dobill, “Sans Tête“, Action Performance (2009)

* Ausstellung in Dresden: “Muralismo Morte – Wandmalerei in verlassenen Gebäuden und auf verrottenden Gemäuern: Motorenhalle in Dresden-Friedrichstadt, 19. März bis 18. April: “Die Wandmalerei ist tot. Ist sie tot? Mit der Ausstellung “muralismo morte” treten zehn junge Künstler aus Kopenhagen, Mailand, Vercelli, Leipzig und Dresden den Gegenbeweis an.” Komplettes Programm hier, via Mail, danke Jens.

* Ausstellung in Köln: “Nichts Neues“, Fashion Kills Personality (Köln) und The Pleasure Gäng (Düsseldorf) – Vernissage: 27. März, ab 19 h (bis 18. April); Glanzkinder Gallery, Bismarckstr. 44, 50672 Köln – ”Graffiti hat auch in der Krise Hochkonjunktur: Die Ästhetik der lang verdammten Nischenkultur wird von der Werbewirtschaft missbraucht, während von ihr inspirierte Kunst eine mittlerweile schon fest etablierte Geldanlage auf dem hochpretentiösen und elitären Kunstmarkt darstellt. Fünf ausgewählte Werke bekannter Sprüher aus längst vergangenen Epochen dienen Fashion Kills Personality und The Pleasure Gäng als exemplarische Grundlage und Inspirationsquelle, um ihre eigenen, sehr persönlichen Beziehungen zu Graffiti bildlich in Szene zusetzen.” Via: Mail

* Am 28. März beginnt übrigens die “Pfost-Moderne“: “Eine zeitgenießerische Tanzperformance nach dem Dramaturgen Haiko Pfost mit 101 Wiener Tänzerinnen und Choreografinnen in Wien.” Via: Mail

* Improv Everywhere haben in einer New Yorker U-Bahnstation eine Vernissage gefeiert: “For our latest mission, 50 Improv Everywhere agents created an art gallery opening on the 23rd Street subway platform in Manhattan. Via: Mail

Who the fuck is Jung von Matt?

Meine Homies von der “Hamburgs Finest” Grafik- und Webdesignagentur gebrauchsgrafikundso, die übrigens auch gerade an GuteSeiten basteln (noch ein paar Tage Geduld, bald ist es soweit), hauen mal wieder kräftig auf den Putz – und pinkeln den großen Agenturen kräftig ans Bein. Die crossmediale Suspense-Kampagne (Sticker, Postkarten, Shirts und Web) Whothefuckis ist ein offener Brief an die Herren Entscheider der werbetreibenden Industrie:

“Lieber Holger, lieber Jean-Remy, Ihr habt mich zu einem zynischen Trottel, der sabbernd im Supermarkt steht, gemacht. Euer Trojanisches Pferd hatte sich in mein Gehirn eingenistet und ich bin zu Eurem Pawlowschen Hund geworden: Ich las Bild, leaste bei Sixt und aß Duplo. Ich war Deutschland – und Ihr ward die Werberstars. Doch endlich hat das Soma seine Wirkung verloren! Es ist vorbei – zu viel Macht, zu viel Erfolg, tut eben selten gut. Und jetzt seid ihr matt statt jung. Und Deine Friends? Die machen´s auch nicht besser: Versuchen sich als Springer und landen doch nur noch im Schachmatt. Es ist Zeit für einen Neubeginn, für neue Büros, neue Kreative, neue Ideen und neue Werbung! Wir wollen Euch nicht mehr kennen – ihr seid die letzten Überbleibsel einer vergangenen Zeit. Wir sind der Pawlowsche Hund, der sich aus Eurem Versuchslabor befreit hat und wir sind verdammt hungrig! Deine Alice”

Ich bin mal auf deren & Eure Reaktionen gespannt…

Publikat: Herakut – the perfect merge / UPDATE

Der kleine, aber äußerst feine Verlag Publikat hat mich auch mit ein paar schönen Büchern beschenkt – vielen, vielen Dank! Für das Stylefile-Magazin bin ich wahrscheinlich einfach zu alt, irgendwie kann ich mich nicht mehr für all die bemalten Züge und Wände begeistern. Alte Schule eben – aber wahrscheinlich auch eher für die jüngere Generation gedacht. Auch das kleine Büchlein, “Flying Förtress. Part of Rebellion #1“, enttäuscht mich. “The Art of Rebellion I & II” waren wirklich spannende Postgraffiti-Publikationen, aber diese neue Serie mit den “Graffiti-Designern”, die ihre Shirts, Skateboards und Vinylfiguren präsentieren, ist eher Gähn. Aber, aber: Dafür lohnt sich das liebevoll gestaltete Buch (mit 200 Seiten (für 24,90 Euro) fast schon eine Retrospektive) “Herakut – the perfect merge” wirklich: “Hera & Akut – zwei Künstler, wie sie als Individuen in ihren Stilen nicht unterschiedlicher sein könnten. Zusammen jedoch bilden sie eines der interessantesten aufstrebenden Künstlerduos unserer Zeit. Ihre Bilder sind die perfekte Symbiose aus rotziger Street Art und detailverliebtem Realismus. Auf der einen Seite nutzt der weibliche Part Hera die modernen Stilmittel der urbanen Kunst – die Roughness ihrer Skizzenhaftigkeit und den Charme ihrer straßentypografischen Elemente, um klassische humanistische Fragen zu thematisieren.” UPDATE: 25.3.: Noch viel mehr Bilder aus dem Buch gibt’s hier zu sehen! Danke, Just!

Icke & Berlin: Kleene Tour am Wochenende

Sorry für meine lange Abwesenheit. Ick war am Wochenende mal wieder in Berlin – hab ein paar Ausstellungen angeschaut, neue Buchläden erkundet, ein Künstleratelier besucht und viele Freunde (Danke für die Unterkunft, Miri!) getroffen. Et voilà – ein kleines Update:

Beeindruckende Sound-Installation im Hamburger Bahnhof – ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall: Janet Cardiff und Georges Bures Miller “The Murder of Crows”: “Mit den über eine spezielle stereophone Aufnahme- und Wiedergabetechnik erzeugten Lautsprecherklängen von Stimmen, Instrumenten und Klangumgebungen entsteht eine Komposition, die den Hörer direkt körperlich anspricht. Die spezielle Ambisonic-Raumklangtechnik erzeugt ein übersteigertes räumliches Hören und Empfinden; der Hörer/Ausstellungsbesucher wird umhüllt von einem bewegten 3-D Klangraum.” Das ganze findet im Rahmen des Festivals für aktuelle Musik statt: MaerzMusik.

Auch noch im Hamburger Bahnhof: Zwei Ventilatoren von Roman Signer – beide funktionstüchtig, aber nur einer wird wirklich durch Strom angetrieben…

Heil der Brezel – in der Torstraße

“Sie haben Glück gehabt! Dieses Plakat macht Ihnen nichts vor.” – Ausstellung “Glück gehabt – Kunst im Untergrund“, in den drei U-Bahnstationen der Voltastraße, Bernauer Straße und Weinmeisterstraße.

Eine weitere absurd-komisch-poetisch-politisch-wunderbare Textbotschaft von Bronco.

Trendscout Gunnar Luetzow aka Sammlung Luetzow hat mich in das Atelier von Thomas Zipp-Meisterschüler Fritz Bornstück geentführt – vielen, vielen Dank für die spontane Vorführung und Performance. Und ja, ich bin jetzt auch überzeugt: Fritz vermischt frischste Farben zu frappanten Faustschlägen! Und Grüße auch an alle Donaldisten!

Und oui, oh, merci, ich habe auch eine CD bekommen – von Stück & Stein aka dem Pferdewurst Verlag.

In der Galerie bongoût gab’s gerade schöne, neue Arbeiten von Laurent Impeduglia zu sehen.

Und abends war ich dann noch in Clärchens Ballhaus und habe mich, zusammen mit der charmant-prolligen Tracey Emin, vollaufen lassen, die dort aus ihrem autobiographischen Kunstbuch “Strangeland” (Blumenbar) vorgelesen hat.

Titanic: Amok-Formular

Alte Beißreflexe: Bild promotet das neue Amok-Formular der Titanic. Auch schön: Die neue Anzeigenkampagne der Postbank. Und “naheliegende Scherze” zum Beben von Köln. Eben immer eine Reise wert: Titanic. Via

Massimo Gammacurta: Logo-Lutscher

Logo-Lutscher und Waffen aus Parfüms: Schönes Portfolio von Konzept-Fotograf Massimo Gammacurta. Via

Sam Spenser: “Bloom”

Eine Aktion aus dem Jahr 2007: Trotzdem immer wieder sehenswert, gerade wenn es so langsam wieder Frühling wird. Foto von Jessica Roland, via.