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Month Mai 2007

0100101110101101.ORG: “Annoying Japanese Child Dinosaur”

Eva und Franco Mattes, aka 0100101110101101.ORG, haben ein Jahr lang in der virtuellen Online-Welt Second Life verbracht – und dort das “Ich 2.0″ fotografiert. Annoying Japanese Child Dinosaur ist die Fortsetzung ihrer Serie: LOL, 13 Most Beautiful Avatars.

“Annoying Japanese Child Dinosaur” is Mattes never-before-seen series of portraits of Japanese children avatars. They have been living in Second Life for over a year, shooting thousands of photos. After a process of selection, the photo-portraits get printed on canvas in big format, bridging Virtual Life with Real Life. At times eccentric, weird, cute or eerie, these images reflect one of Second Life’s most lively subculture and aesthetics.

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G8-Fake in Darmstadt: “Da hört der Spaß auf”

 

Bild: Exalted Yeah

Die BlogChronik der Kommunikationsguerilla zitiert die Frankfurter Rundschau (31.5.2007). Gefälschte Schreiben seien in der Stadt aufgetaucht, die die polizeistaatliche Zurichtung für den G8-Gipfel auf’s Korn genommen haben:  

Unbekannte warnen in gefälschten Schreiben der Stadt vor G8-GipfelDarmstadt (dpa/lhe). Eine Fälschung als Protest gegen den G8- Gipfel: In Darmstadt haben Unbekannte in Schreiben mit Briefkopf der Stadt die Bevölkerung aufgerufen, während des Gipfels “auf unnötige Mobiltelefonate” zu verzichten. Dies helfe den Behörden, terroristisch relevante Gespräche zu erkennen, hieß es in dem Brief, der am Donnerstag im Stadtgebiet verteilt wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. (weiterlesen …)

monochrom/Lord Jim Loge: “Eine Geschichte in 12 Ölgemälden”

“Wie monochrom einen Wachstumsmarkt in die bildende Kunst copypastet und ihm beim Wachsen zusieht“

monochrom und die Lord Jim Loge zeigen “Re: AW: (Wir) Fwd: Loge etc / OTS-Auss.f.Ubernahme; oel / businessplan // WICHTIG; wer?“ - bis 15. Juni in der Wiener Galerie Bleich-Rossi. Das Projekt ist eine “Geschichte über Kunst, den Markt und Produkte (denn letztere sind wir alle) – in Form von zwölf Ölgemälden. 1985 gründeten einige Künstler – Kippenberger, Schlick, Oehlen, Bauer – in einer schnapsschwangeren Antikunst-Kunst-Nacht die “Lord Jim Loge”, benannt nach Joseph Conrads Romanfigur. Dies ist die Geschichte wie die Loge gegründet wurde, wie das Kritzellogo “Sonne Busen Hammer” nebst Wortmarke “Keiner hilft keinem” entstand, wie die Loge auf der renommiertesten Kunstausstellung der welt präsentiert wurde, wie die Loge (hohes symbolisches Kapital, geringes reales) langsam zerfiel und sich beinahe verflüchtigte, wie die Loge von monochrom in Form einer feindlichen Übernahme gekauft wurde, wie monochrom sie neustartete und den Franchise anwarf, wie monochrom die Art-Consulting-Agentur Teyssandier-Springer aus dem Boden stampfte, wie Teyssandier-Springer sich eher unschön um die Logen-Rechte kümmerte, wie monochrom die Coca-Cola Company crackte und das Ergebnis in die Volksrepublik China outsourcte.” (1) Via: Kommunikationsguerilla

Ein Toast auf Murat Kurnaz

Murat Kurnaz als Toast-Kunstwerk in Berlin. Via: Wooster

Ein Arsch mit Rosen

  

  

Julia Kissina, Blumen, 2006

  

  

Julia Kissina, Ghost, 2007

Julia Kissina organisiert Museumsführungen für Schafe, schmuggelt sich auf Touristenfotos oder lässt im Klub der toten Künstler Repin und Duchamp wieder auferstehen. Aber auch ihre fotografischen Arbeiten beweisen Sinn für Absurdität, Ästhetik und Humor: Hier treffen Hackfleisch-Skulpturen auf Fleischmützen und Po-”Blumen” auf einen Ku-Klux-”Ghost“.

3 Fragen an: Mark Jenkins

3 Fragen an Mark Jenkins, USA:

_1 Wie reagieren die Passanten auf Deine Skulpturen? – Die meisten Menschen sind überrascht, wenn sie meine Installationen zum ersten Mal sehen. Zunächst reagieren sie geschockt, aber dann lachen sie meistens darüber.

_2 Tut es Dir leid, dass Deine Werke meist schnell wieder zerstört oder beseitigt werden? - Das ist Teil der Erfahrung. Und es macht dich sehr antimaterialistisch. Die Gesellschaft schützt Kunst. Gerade in Museen, mit all ihren Wächtern und Alarmanlagen, die losgehen, sobald man sich dem Kunstwerk nähert. Street Art ist das komplette Gegenteil.

_3 Schon einmal Ärger mit der Polizei gehabt? – Nicht oft. Einmal kam ein Polizist auf mich zu und war neugierig. Er hat mich gefragt aus was die Skulptur besteht. Nachdem ich ihm gesagt habe, dass sie aus Klebeband ist, war seine nächste Frage: “Und wieviel Rollen Klebeband hast Du dafür gebraucht?” Danach ist er weiter gegangen.

Mehr hier, hier, hier und natürlich hier.

Ja, mir warn mit’m Radl da

Kunst im öffentlichen Raum? Oder Guerilla-Werbung für Fahrradschlösser? Via: Flickr & Boing

Robin rockt die Straße

 

 

 

Robin Rhode. Mal wieder. Hat gerade seine “urban playgrounds” in der New Yorker Perry Rubenstein Gallery ausgestellt. Artist Video & mehr aktuelle Arbeiten. Via: Eko

Kackabet: Zur Semiotik der Scheiße

Dieser nette, kleine Blog hatte vor einigen Wochen unseren Post über die New Yorker Sprinkle Brigade übernommen. “Die Sprinkle Brigade aus New York dekoriert Scheisshaufen. Sehr einfallsreich mit Streuseln, kleinen Figuren, Rädern oder auch nur Augen. Das sieht manchmal sogar recht hübsch aus. (Mir allerdings nicht hübsch genug, um diesen Post damit zu bebildern.)” Und Nico, ein Kommentator, zweifelt sogar an dieser Kot-Kunst: “was für menschen machen sowas? (und ich bin auf dem land aufgewachsen, ich hab schon so einiges an tierscheiße angefaßt.)”

Für diesen Blog & Nico & alle anderen, noch einmal mein Appell: Kunst muss stinken, schockieren, aufrütteln! Es muss doch weh tun! Ein visueller Schmerz kann zu einem anregenden, geistigen Schmerz führen. Und ein angenehmes Kopfkribbeln auslösen. Sonst ist doch sowieso alles nur Soma! Brot und Spiele für das müde Volk! Deshalb werdet bitte nicht alle steifer & steifer. Und neu ist das übrigens auch nicht: Viele Künstler haben Scheiße als Medium genutzt. Zum Beispiel Chris Ofili, Piero Manzoni oder Wim Delvoye.

Und jetzt schenkt uns die Künstlergruppe gelitin das Kackabet. Die Scheiße gab´s bis zum 19. Mai in der Galerie Nicola von Senger zu sehen. “Es geht darum, die artikulierende Sprache durch eine von ihr abweichende Naturspruche zu ersetzen, deren Ausdrucksmöglichkeiten der Wörtersprache ebenbürtig sein werden.” (Antonin Artaud) “Durch Das Kackabet schaffen sie nun einen Schriftsatz, der den ästhetisch-inhaltlichen Vorstellungen gelitins zum Ausdruck wird. Dieses Analphabet ist somit ein Symbol, das die Abstraktion der Sprache in den Erfahrungsbereich des Körpers bringt und diesen in das Kommunizierte einbindet.” (1) Aber wetten, dass Jackpotbaby auch diesmal wieder keine Bilder posten wird?

Oliver Ressler, Fly Democracy, 2007

Neue Installation des österreichischen Künstlers Oliver Ressler: Fly Democracy

“Wurden die Angriffskriege auf Afghanistan und Irak wohl primär aus geostrategischen Überlegungen und zur Kontrolle der Erdölvorkommen geführt, sind diese zur besseren öffentlichen Legitimierung gerne damit begründet worden, diesen Staaten „Demokratie“ bringen zu wollen. Die Argumentation des Demokratieexports wurde beibehalten, solange die Streitkräfte der USA und ihrer Alliierten einen Sieg noch für möglich hielten. Inzwischen hat sich die Argumentation dahingehend verschoben, nur mehr einen „stabilen Irak“ und ein „befriedetes Afghanistan“ schaffen zu wollen. Zu Beginn der Militärinterventionen wurden von den Kampfjets neben Bomben auch an die Bevölkerung gerichtete Botschaften in Form von Flugblättern abgeworfen. In diesen Flugblättern werden die feindlichen Militärs zur Desertion aufgerufen, ZivilistInnen vom Aufenthalt in der Nähe militärischer Ziele abgeraten, Verhaltensmuster bei der Kontaktaufnahme mit den Invasoren festgelegt oder allgemeine politische Botschaften über die angeblichen Gründe und Ziele für den militärischen Angriff verbreitet.

In der Installation „Fly Democracy“ wird die Geste des Abwurfs von Flugblattbotschaften wiederholt, wobei allerdings der Zielort des Abwurfs symbolisch auf das Territorium der USA verlegt wird. Die zehn für „Fly Democracy“ hergestellten Flugblätter fokussieren auf aktuelle theoretische Diskurse über direkte oder partizipative Demokratieformen und stehen damit in einem inhaltlichen Widerspruch zu dem von der US-Regierung forcierten Modell der formalen Demokratie, die in einen neoliberalen kapitalistischen Staat eingebettet ist. „Fly Democracy“ hingegen sympathisiert mit einer Interpretation des Terminus „Demokratie“, der näher an der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs in der griechischen Antike liegt, wo es (zumindest für die männlichen, volljährigen Bürger) eine direktere Involvierung in Entscheidungsfindungsprozesse gab als in den heutigen repräsentativen Demokratien, die mit dem Theoretiker Paul Cockshott nach den Maßstäben der ursprünglichen Bedeutung des Wortes nur als „Pseudodemokratien“ bezeichnet werden können.

Die Installation besteht aus einem 5 Minuten langen geloopten Video, das die Flugblätter zeigt, wie sie sich in einem strahlend blauen Himmel dem Boden nähern und anschließend gelesen werden. Vor der Videoprojektion liegen auf dem Ausstellungsboden die originalen englischen Flugblätter gemeinsam mit eigens für die Ausstellungen hergestellten Flugblättern in den jeweiligen Sprachen verstreut, als ob sie ebenfalls abgeworfen worden wären. Die BesucherInnen haben die Möglichkeit, die Flugblätter vom Boden aufzuheben, sie zu lesen und nach Hause mitzunehmen.” (1)