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Das Minderheiten-Quartett

Das “Minderheiten-Quartett – Spiel auch du sie gegeneinander aus” des Leipziger Satiremagazins “Zeitschrift – das Magazin“: “Das Ganze ist eine satirische Verarbeitung einer Debatte vom April dieses Jahres, bei der es darum ging, den 3. Zusatz des 3. Artikels im GG: “(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.” zu erweitern, in dem “sexuelle Identität” hinzugefĂĽgt wird”, schreibt mir Max. “Die ĂśberprĂĽfung dieser Gesetzesänderung ging tatsächlich an einen Typen, der der katholischen Kirche nahesteht. Wie erwartet fand er das nicht so richtig gut und die Sache wurde gekippt. Das Abgefahrene war die Argumentation: Die Aufnahme von diesem Zusatz wĂĽrde nämlich die Integration von Muslimen in der Bundesrepublik verhindern. Was fĂĽr eine Frechheit, egal wie man es dreht. Wie die Leute von der Zeitschrift wunderbarer Weise bemerkt haben, wurden hier einfach zwei Mehrheiten gegeneinander ausgespielt. Nebenbei wurde dadurch auch noch impleziert, Muslime wären per se homophob (der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat das ĂĽbrigens umgehend kritisiert). Lange Rede, kurzer Sinn: Herausgekommen ist dieses besagte Quartett. Ich finde es sehr gelungen und auch letzten Endes kunsttheoretisch interessant, da ich mich z.B. frage, ob das Teil auch ohne Erklärung seitens der KĂĽnstlers funktioniert. Ausprobiert wurde dies z.B. in Form von einer unkommentierten Vorveröffentlichung einiger Karten, was wiederum lauter Entsetzen provoziert hat.” Via Rudolf, Max & Mail, danke, fantastisches Projekt!

Comments

6 Comments so far. Leave a comment below.
  1. Bernd,

    Endlich mal ein Kartenspiel mit Niveau.

  2. Jetzt verstehe ich die Bezeichnung “Skat-Kloppen”.
    Muss ja mit diesem Spiel wunderbar klappen

  3. Das Spiel verwendet rassistiches Gedankengut und steht damit ausserhalb jeder Diskussion. Nur weil Deutschland nach der ethnischen Säuberung keine Minderheiten mehr hatte die in der Lage gewesen wären einen Diskurs zu modifizieren ist all das auch heute noch möglich. Die anderen länder sind nicht besser aber da wird wenigsten nicht mit Argumenten wie “kĂĽnstlerisch interessant”, oder “”Das wird man doch wenigsten noch sagen dĂĽrfen ” verschleiert was es wirklich ist RASSISMUS! Subversiv ist anders!

  4. Thilo,

    Haha, das gefällt mir ! PreuĂźischer Humor ! Noch lustiger ist eigentlich nur, dass ich damals in den 70ern der SPD beigetreten bin, um bei der FE-Stiftung promovieren zu dĂĽrfen. Ansonsten mag ich das Spiel – ich schlage besonders gern die Moslems mit den Nazis.

  5. Iukae,

    KĂĽnstlerisch wertvoll? Oder doch eher Geschmacklos?
    Ja, Satire darf das, Satire darf diskriminieren, Satire darf alles, denn es ist ja schlieĂźlich nicht ernst gemeint; aber trotz aller Ironie zeigt doch allein die Tatsache, dass “man” (es fĂĽhle sich angesprochen, wer will) sich darĂĽber zu amĂĽsieren scheint, dass eben doch noch nicht mit allen Klischees und Vorurteilen aufgeräumt wurde.
    Ich wĂĽrde mich unwohl fĂĽhlen, wenn ich diesen Kartenspiel in der Hand halten wĂĽrde.

  6. Blickwinkel,

    Der künstlerische Mehrwert dieses Kartenspieles sehe ich nicht in dem plumpen draufhauen auf Minderheiten. So besteht die Kunst wohl eher darin, zu erkennen, das jeder von uns angehöriger einer Minderheit ist. Ob dies durch Verhalten, Religion, politische Überzeugung und, und und definiert wird ist dabei eigentlich egal.
    Einen anderen Blickwinkel auf Dinge einzunehmen kann zu einer Selbstreflektion fĂĽhren, so weit der Einzelne dazu in der Lage ist, das Quartett kann dabei behilflich sein, darin besteht der kĂĽnstlerische Mehrwert.

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