Popular Tags

Cream: “Michaelkirchplatz 4/5″

Die aktuelle Installation des K√ľnstlers Cream (in Zusammenarbeit mit urban art info urban art info) an einem leerstehenden Geb√§ude in Berlin Mitte hat f√ľr heftige Reaktionen gesorgt ‚Ästund wurde bereits nach wenigen Stunden von einem gro√üen Polizeiaufgebot entfernt.

“Das Geb√§ude am Michaelkirchplatz mit der Hausnummer 4/5 war zu DDR Zeiten ein Kinderhospiz und wurde nach der Wende von der √ĖTV (heute Ver.di) als B√ľrogeb√§ude genutzt. Seit ihrem Umzug in neue R√§umlichkeiten im Jahre 1998 steht es leer, geh√∂rte aber bis 2008 dem Ver.di-Immobilienfonds, die es nun verkauft haben will.

Neben zwei gro√üen Eingangshallen, Kellerr√§umen und Sanit√§ranlagen besitzt das Geb√§ude vier Etagen und nahezu 500 R√§ume, die teilweise des Nachts beleuchtet und w√§hrend der kalten Jahreszeit auch beheizt werden. Der Ver.di-Immobilienfonds erteilte mehreren Konzepten f√ľr eine Zwischennutzung eine Absage, stattdessen wurde das Geb√§ude zu Spekulationszwecken leer stehen gelassen. Als im Mai 2008 Menschen diesem Missstand ein Ende bereiten wollten und das Geb√§ude besetzten, wurde es binnen weniger Stunden durch ein gro√ües Polizeiaufgebot ger√§umt, um dann erneut dem Leerstand √ľberlassen zu werden.

In seinem gleichnamigen Projekt interessiert sich CREAM neben den politischen Aspekten besonders f√ľr die eigene √Ąsthetik des Bauwerks. Dieses hat durch seinen langj√§hrig ungenutzten Zustand die Vergangenheit in sich konserviert. Gleichzeitig verweist der anhaltende Verfallsprozess auf das konsequente Fortschreiten der Zeit, so dass sich hier verschiedene Zeitebenen durchdringen. Ihre Gleichzeitigkeit stellt sich der Vorstellung linearer Progression entgegen.

CREAM verkn√ľpft das eigentliche Geb√§ude am Michaelkirchplatz mit dem Innenraum der Galerie. Hier √∂ffnet eine schwebende Kopie der Au√üenfassade des Hauses “Michaelkirchplatz 4/5″ einen k√ľnstlichen Raum, in dem die innere Situation des Bauwerks versinnbildlicht wird. Dar√ľber hinaus fungiert die Galerie als Dokumentationsraum f√ľr die eigentliche Arbeit auf der Stra√üe.

Am Michaelkirchplatz 4/5 selbst ist eine Installation entstanden, die sich der damals zum Zweck der Anbringung von Fahnen und Transparenten dienlichen Apparaturen an der Fassade bedient und diese gleichzeitig zweckentfremdet. Cream-typische Tape-Band- Arbeiten wurden wie Propagandatafeln in die Halterungen geschoben und mehrere farbige Fahnen √ľber die Stockwerke verteilt. Die Bewegung und Farben der Stoffe, sowie die Nutzung der Apparaturen kontrastieren zu dem grauen und statischen Erscheinungsbild des Geb√§udes und werden zu dessen symbolischer Wiederbelebung.

Obwohl CREAM sich der politischen Brisanz um dieses Geb√§ude bewusst war, hat doch die Heftigkeit der Reaktion √ľberrascht: Am fr√ľhen Morgen des 22. Mai ‚Äď gerade mal ca. 4 Stunden nach Beendigung der Arbeit ‚Äď wurde die Installation von mehreren Polizeieinheiten in voller Kampfmontur “ger√§umt”. Die Symbolkraft der Fahnen und Transparente an diesem Haus hat wohl den Anschein geweckt es wieder mit einer Besetzung zu tun zu haben.” Via: Mail, danke Iris!

Comments

One Comment so far. Leave a comment below.

Add Your Comments

Disclaimer
Your email is never published nor shared.
Required
Required
Tips

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <ol> <ul> <li> <strong>

Ready?