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Category Performance

Peng Collective: “Google Nest”

Google stellt auf der re:publica vier neue, absurd privatsphäre-feindliche Produkte vor. Politiker und Bürgerrechtler reagieren empört. Doch es war alles nur Show aka das Peng Collective. “Kurz danach erhielten die Pengs eine nette Mail von Google voller Markenrechts-Bullshit. Nun haben die Pengs die Copyright-Spezis der Electronic Frontier Foundation an Bord geholt und die antworten mit ziemlich einleuchtenden Fair Use-Argumenten“. Darum geht´s: “Drohnen, die auf Menschen aufpassen, Programme, die die Bedürfnisse der User erkennen. Google stellte am zweiten Nachmittag der re:publica seine neuen Produkte von Google Nest vor. „Google Trust“ soll bei Hacking informieren, „wir wollen das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen“, sagten die Moderatoren Paul von Ribbeck und Gloria Spindle. Die Funktion „Google Hug“ soll durch die Analyse der digitalen Kommunikation des Nutzers, seinen Bewegungen und dem Klang der Stimme, seine Stimmung erkennen und helfen. Und die Drohne „Google Bee“ soll nicht nur via Livestream auf die eigene Familie aufpassen können, sondern auch noch Müll aufsammeln. Glauben Sie nicht? Dann liegen Sie richtig. Hinter der Show steckt unter anderem Jean Peters, Berliner Aktionskünstler und früherer taz-Kolumnist.” Via

Deborah de Robertis: “Mirror of Origin”

“Die Luxemburger Künstlerin Deborah de Robertis setzte sich Ende Mai in einer Performance ohne Vorwarnung auf den Boden vor das Gemälde, lüpfte ihr kurzes, goldenes Cocktailkleid und zeigte den Besuchern ihr Geschlechtsteil. Nach kurzer Verwirrung schickten Wärter applaudierende Museumsbesucher, die von der Künstlerin eingeladen waren, aus dem Raum. Schliesslich wurde de Robertis von der Polizei abgeführt, aber kurze Zeit später wieder freigelassen.” (*) Die Künstlerin in einem Interview über die Performance: “Wenn man den Kontext ignoriert, könnte man die Performance als einen Akt der Exhibitionismus konstruieren, was ich aber tat, war keine impulsive Handlung. Es gibt eine Lücke in der Kunstgeschichte, das ist der abwesende Blick des Objekts. [...] Ich zeige nicht meine Vagina, aber ich enthülle, was wir in dem Gemälde nicht sehen, das Auge der Vagina, dieses schwarze Loch, das dem Blick verborgen ist, der Abgrund, der sich jenseits des Fleisches in die Unendlichkeit auftut, den Ursprung des Ursprungs.” Via/Via

Watchlist: Karl Philips


“Genk-Blankenberge-Genk”, 2014: “The performer sits down in the luggage space of a railway carriage. Wearing a sweater knitted in a pattern resembling the seats of a regular NMBS train, he travels from the east of Belgium to the west and back for free. He pretends to pretend he’s a piece of luggage or furniture.”


“Colruyt”, 2014: “The seemingly circular relationship between customer and market gets an extra loop when the performer brings a food tray into a supermarket and attaches it to a shelf. He buys food in the store, comes back in and puts the food on the tray, free for people to take.”


“Wedge”, 2014: Opening up a bank by placing a wooden wedge under the door, the space evolves from semi-private to public. This intervention was performed by circa 20 people at the same time on different locations in Brussels.


“No Title”, 2013: “In No title, a street lantern is hacked. The structure is suspended by wooden wedges, supported by gravity and the weight of the installation. The wedges used in this piece gain a monumental aspect by offering a counterforce to the downward pull of gravity. Recalling a PA-tower as well as a prison watchtower, this structure is a pirates nest for its inhabitant, offering free wif and power.”

“7 Square Metres (Roskilde)”, 2013: As part of the bigger project 7 Square Metres, Karl Philips staged a performance at the Roskilde Festival 2013, hiding a caravan on the festival grounds and unveiling it right before the concert of Metallica. The organisation was not notified in advance. The resulting experimental documentary (expected for the end of 2014, in collaboartion with director Pascal Poissonnier) explores the question whether there is still such a thing as underground.


“Good / Bad / Ugly”, 2012: “Three mobile living units – The Good, the Bad, and the Ugly – adopt the language and shape of advertising to blend into and temporarily occupy the public space. The modules were inhabited by nomadic performers, who financed their living by the sale of the advertising space that literally encapsulates them.”


“Shed”, 2011: Extending the environment, a basic open living space with its own power supply was sculpted onto the back of an existing billboard. Everybody was free to take place in this brightly lit, social sculpture.


“Concierge”, 2010: A homeless shelter, made on size of a Clear Channel billboard. Mia lived there for four months and acted as a spokeswoman for the work.

WOW! Meine Neuentdeckung des Monats! I ♥ Karl Philips! “Karl Philips is an emerging young Belgian artist for whom a mild kind of activism is inextricably linked to his work. With his ‘performing art’, he explores the distinctions between public and non-public, common- and underground, ‘us’ and ‘them’. To capture and represent his actions, Philips uses various disciplinary methods, often assembled into one (unconventional) monumental installation, where he firts with the boundaries of what is possible or even legal. His work is the result of the interconnectedness of his practice and way of life – for Karl Philips, art is never non-committal.” Via

Katze & Krieg: “Die Abenteuer der Könige”

Mein liebstes Performance-Duo Katze und Krieg war in Marokko und wollte dort eine königliche Performance im öffentlichen Raum aufführen. Aber, aber – sie haben die Rechnung ohne den echten Wirt König gemacht… Via: Mail, thx!

Update: Regina José Galindo


“Tierra”, 2013 (spielt an auf den Völkermord in Guatemala, Kriegstaktik Verbrannte Erde, Massengräber)


“Piedra”, 2013: “Piedra / Soy una piedra / no siento los golpes / la humillación / las miradas lascivas / los cuerpos sobre el mío / el odio. / Soy una piedra / en mí / la historia del mundo.”


“Suelo Común”, 2013

Neue Arbeiten von Regina José Galindo, der radikalen Performance-Künstlerin aus Guatemala. Mehr auch hier.

“Round 2. The Future of DIY Activism” @ Delai Sam, Moskau


Die Gruppenausstellung fand im dritten Stock des “rustikalen” Moskauer ZIL Culture Center statt


Simone C. Niquille: “Realface Glamouflage”


James Bridle: “Drone Shadow Handbook”


Where The Dogs Run: “Antishanon”


Aram Bartholl: “Killyourphone”


Dennis P Paul: “Nullstecker”


Evan Roth & Mr Impact: “Available Online For Free”, “Defekt”, “Liebe. Freiheit. Alles.”, “Putin”


Vladimir Turner & Ondřej Mladý: “Safety First”


U.R.A./FILOART : “I.-R.A.S.C. II F.C.P.


Mitch Altman: “TV-B-Gone”


::vtol: “Air”


Adam Harvey: “CV Dazzle”. Danke an die großartige Friseurin Tatiana Stolpovskaya!

Ein paar Impressionen meiner Ausstellung “Round 2. The Future of DIY Activism”, die ich gemeinsam mit dem russischen Künstler Igor Ponosov vom Kollektiv Partizaning, für das DIY-Festival Delai Sam organisiert habe.

Kurz zum Konzept: Im letzten Jahr wurde bei diesem Festival vor allem “90er-Jahre”-Aktivismus präsentiert – Guerilla Gardening, Adbusting, Street Art – deshalb wollte ich, natürlich mit einem Augenzwinkern, in diesem Jahr den Fokus auf “Critical Engineering” und “Free Art & Technology” legen. Vorgestellt wurden alles Kunstwerke, die sich in bester DIY-Manier selbst nachbauen ließen. Eine Friseurin schnitt zum Beispiel die Haare um Gesichtserkennung-Software zu überlisten, Näherinnen halfen dabei eine Handy-Verstecktasche aus Abschirmvlies zu schneidern oder wir bauten Universalfernbedienungen, um Fernsehgeräte auszuschalten.

Das Feedback zur Ausstellung war extrem interessant und durchaus sehr unterschiedlich: “Das sind ja tolle Hilfsmittel für Kriminelle” war so ein erstes, erstaunliches Kommentar. Auch überraschte mich die Reaktion eines Besuchers, der zahlreiche “Putin”-Propaganda-Sticker mitnehmen wollte – für seine Mutter. Rund 500 Besucher kamen zum Festival und der Ausstellung – bereits am ersten Tag war das gesamte Abschirmvlies vernäht (Kommentar der Helferinnen: “Tolle Sache, aber das Design könnte man noch ein wenig verschönern”), die Sticker hatten sich bereits im gesamten Gebäude verbreitet, ein Nullstecker war verschwunden, “I.-R.A.S.C.” und auch “Safety First” hatten für den meisten Gesprächsstoff gesorgt. Am nächsten Tag gab es dann einen weiteren Höhepunkt: Die DIY-Future-Activism-Fashion-Show – alle Models bekamen einen “CV Dazzle”-Haarschnitt, trugen “Realface Glamouflage”-Shirts und auch all die anderen Kunstwerke am Körper. Eine Aktion, frei nach meinem Leitmotiv: Der Kern ist radikal, darüber kommt ein dicke Schicht Humor und am Ende noch eine schicke Glasur Pop.

Ausstellung, Lecture und Fashion-Show waren wirklich DIY, wurden fast ohne Budget realisiert und dazu auch noch ein wenig russisch-chaotisch-improvisiert – aber ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß! Tausend Dank für die wunderschöne Zeit! Danke für all die neuen Freunde und Verbündete, danke an die beteiligten Künstler, danke an die Fotografen (Vladimir Turner, Ирина Харламова, Maria, Maria & Aleksandra), danke an alle engagierten Helfer – und danke vor allem an Igor, ohne den das alles gar nicht möglich gewesen wäre!

New York Rescue Mission: “Make them visible”

Schönes Projekt der New York Rescue Mission: “In this social experiment, unsuspecting people walked by relatives pretending to be homeless. Would they notice their family members? Or have the homeless become invisible?” Via

Christian Falsnaes: “In And Out”

Hier ist endlich der lang erwartete neue Megahit von Christian Falsnaes. Das Musikvideo ist Teil einer Performance und enstand gemeinsam mit unvorbereiteten Zuschauern im Berliner KW. Den Song gibt´s hier. Via: Mail, thx!

Und sonst so? : 27. 03. 14


Foto: Euromillions

* Nicht verpassen: 4. Month of Performance Art in Berlin. “MPA-B is a 31 day, city-wide and artist-run platform for independent performance art practices, running annually in May, that connects and brings together hundreds of artists, spaces, networks and initiatives who collectively contribute to a unique and radical month-long programme, featuring: indoor and outdoor performances, site-specific interventions, talks, workshops, screenings, public encounters and interactions, dinners, durational and days-long actions and other formats and projects which do not have, or reject, any definition.”

* Buchtipp: “Can Jokes Bring Down Governments? Memes, Design and Politics

* Tolles Graffiti-Fanzine: “ZUGRIFF! – Schriften zum visuellen Ungehorsam

* “Er näht sich den Mund zu oder nagelt seine Hoden an den Roten Platz: Pjotr Pawlenski provoziert mit seiner Performancekunst Putins Russland.”

* Hans Ulrich Obrist & Co: the art of curation. Via

* Brad Downey was here: Die Einzelausstellung “Sculpture, Leftovers and Documentation” im Haus am Lützowplatz’s Studio Galerie, Fördererkreis Kulturzentrum e.V. (HaL), Lützowplatz 9, 10785 Berlin, läuft noch bis zum 27. April.

* ilovegraffiti & ARTE Creative präsentieren in der Serie 5Min diesmal “Jenseits von Photoshop und Werbelügen: Unterwegs mit dem urbanen Guerrillero Vermibus

* Einchecken: “Das größte Hotel der Stadt: HOTEL HAMBURG. Eine Stadt besucht sich selbst. Im Sommer 2014 lädt das HOTEL HAMBURG zwei Wochen lang Hamburgerinnen und Hamburger ein, in ihrer eigenen Stadt zu reisen und in einer fremden Wohnung Urlaub zu machen. Die Teilnahme ist einfach und steht jedem offen. Ein Schlüssel für einen Schlüssel: Für die Bereitstellung eines Zimmers oder einer Wohnung kann ein fremdes temporäres “Hotelzimmer” kostenfrei gebucht werden. Von Blankenese bis Bergedorf, von Poppenbüttel bis Wilhelmsburg, ob WG, Penthouse, Loft oder Bungalow das HOTEL HAMBURG erstreckt sich über alle Stadtteile und hat Zimmer jeder Hamburger Art.”

* NetArt Girls Trading Cards. Via

* Wildsytle: Strange Public Art from Russia 1 & 2. Via: Igor, спасибо!

* “Tag Audio Loops“: Audio-Tags von Jean-Philippe Renoult. Via

* “Anti-Social Network” Provides An Incognito Mode For Real Life: Cloak

* Livr: Die Community für Betrunkene ist ein Fake

* The Art Place, noch eine neue Kunst-Community im Netz

* DE:BUG (sniff, ade) hat Diedrich Diederichsen im Interview

* Ausstellungstipp: “Smart New World” (5. April – 10. August 2014) in der Kunsthalle Düsseldorf mit Xavier Cha (US), Simon Denny (1982, NZ), Aleksandra Domanović (1981, SI), Omer Fast (1972, IL), Christoph Faulhaber (1972, D), Kenneth Goldsmith (1961, US), International Necronautical Society, Korpys/Löffler (1966/1963, DE), Trevor Paglen (1974, US), Laura Poitras (1964, US), Tabor Robak (1986, US), Santiago Sierra (1966, ES), Taryn Simon (1975, US): “In der digitalen Gesellschaft ist Information zum Rohstoff geworden und die Menschen zum konsumierenden Datenpaket. Dabei wird, wie wir mittlerweile wissen, jede unserer Spuren aufgezeichnet, ob wir wollen oder nicht. Die Ausstellung Smarte Neue Welt untersucht die Auswirkungen des „Datenkapitalismus“ auf unser tägliches Leben. Dazu gehören die permanente Überwachung jedes einzelnen ebenso wie die Verschiebung von Privatheit und Öffentlichkeit, die Berechenbarkeit und Kontrolle durch Datenerhebung, veränderte Strukturen von Identitätsbildung oder der Zwang zur permanenten Selbstoptimierung, aber auch Fragen nach Macht und Zensur im Internet und einer demokratischen Verteilung von Wissen. Die Schau versammelt Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern einer jüngeren Generation, welche die rasanten technologischen Entwicklungen der digitalen Welt nicht nur als Inspiration für ihre Bildwelt oder als formalen Referenzrahmen nutzen, sondern vor allem deren kulturelle, gesellschaftliche und politische Dimension reflektieren.”

* “Die Wirkungsmacht der Klobürste“. Via: Mail, thx Steffen!

* Andrew H. Shirley: “Wastedland” – four friends paint graffiti in a post-apocalyptic purgatory. While on the hunt for beer and weed they encounter a dead baby, and invite him along for the party… Via

Irwan Ahmett & Tita Salina: “Urban Bender Monologue”

Neuigkeiten von Irwan Ahmett & Tita Salina: “The half of the past year has run very fast, it looks as if each second was taken away when this email was open and read… but indeed every story is built and formed into more lasting and timeless. Whatever we will be doing in the next 6 months would become part of stories where we will be connected, blossomed or forgotten…but we believe as long as all of us breathe the same oxygen, there must be a reason behind what we have been, are and will be doing…” Thx!