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Noch 8 Tage: SPIELSALON: Art & Arcade in Basel

8 Dinge, die ihr (vielleicht) noch nicht über Arcade/8Bit wusstet:
+ Der Frankfurter Verein MEGA – Museum of Electronic Games & Art hat das einzige voll spielbare Rekonstrukt von William Higinbothams “Tennis for Two” (1958) in ihrer Sammlung
+ Es gibt ein aktuelles 8-Bit-Magazin am Kiosk, es heißt: Return
+ Sexismus & Gaming ist schon lange ein Thema
+ In Moskau gibt es ein Arcade-Museum mit alten Sowjet-Maschinen
+ Eines der größten Arcade-Museen in Deutschland ist in Karlsruhe: RetroGames
+ Es gibt einen genialen Tumblr zum Thema “Crazy Arcade Flyers
+ Beliebte 8bit/Chiptune-Label (mit viel Musik zum Download) sind: BleepLove, BleepStreet, 8bitpeople, mehr
+ Am Freitag, 17. Januar 2014 ist die Museumsnacht in Basel. Und im Haus für Elektronische Künste findet die 8Bit-Afterparty “An All Out 8bit Arcade Adventure” statt (ab 23 Uhr), im Rahmen der Ausstellung SPIELSALON: Art & Arcade. Eintritt ist frei!
+ Hab ich was vergessen?

Noch 12 Tage: “SPIELSALON: Art & Arcade” in Basel

Liebe Arcade-Lover! Hier noch ein kleiner Appetizer: Der belgische Designer Kris Temmerman hat auf einer Schaufensterscheibe ein 8-Bit-Game für seine Nachbarschaft installiert. Via

Und am Mi, 15. Januar ist die Vernissage meiner Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade” im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier…

Und sonst so? : 29. 12. 2013


Frohe Weihnachten, nachträglich: Josephine Witt: Die auf den Altar sprang. Hier das Video.

* €UROMILLIONS: Wow, was für ein tumblr, hat es auf Anhieb in meine Lieblinks geschafft. Danke für den Tipp, Fräulein Freynhagen!

* Wem über die Feiertage langweilig wird, für den ist das neue Projekt von Benjamin Gaulon: “Autocomplete emulates your mouse and keyboard. The software (built with Max/Msp), moves the user’s mouse to the Spotlight area, searches for Safari, opens the application, starts a new tab, types “www.google.com,” and writes search queries randomly from a database which are then autocompleted by the Google Autocomplete function.”

* Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die letzten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot sind frei. Interview u.a. bei SpOn.

* Lesetipp: “Viral Art: How the internet has shaped street art and graffiti” von RJ Rushmore/Vandalog

* Lesetipp II: “Feminism, According to Stock Photography“. Via

* Lesetipp III: “My Life Without Technoviking: An Interview with Matthias Fritsch

* Buchtipp I: Endlich gibt´s auch ein Buch über das Werk von Matthias Wermke & Mischa Leinkauf: “Wermke Leinkauf”, Texte (dt./eng.) von Xander Karskens und Bettina Klein, 136 S. mit 250 farbigen Abbildungen, 29,80 €

* Buchtipp II: Neue Ideen von meinem Lieblingskünstler Helmut Smits: “ideas and thoughts by helmut smits

* Und noch weitere Buchtipps von WMMNA-Régine

* Filmtipp: Der neue Film von meinem Lieblingsradaumacher Lars von Trier: Nymph()maniac

* Für alle faulen Kuratoren: Ausstellungstitel finden mit dem Generator von Rebecca Uchill

* Yeah, The Wa aka Francois Duchamp & King Nabi haben es ins TV & Kino geschafft. “cute cool cat high fivemacht jetzt Werbung für Coca-Cola (0:27).

* Régine spricht mit Antonin Fourneau über sein “geek extravaganza” Arcade-Projekt: ENIAROF.

* “Ziviler Ungehorsam und Subversion für jeden Anlass”: Das Berliner Peng-Kollektiv & die Aktion SlamShell.

Aram Bartholl: “Forgot Your Password?”

Neue Arbeit von Aram Bartholl: 4,7 Millionen Passwörter aus dem Linkedin-Hack 2012, alphabetisch sortiert, ausgedruckt und gebunden in acht Büchern. Im Januar zu sehen auf der Tech-Art-Messe Unpainted in München. Via

Taryn Simon & Aaron Swartz: “Image Atlas”

Fantastisches Projekt der Künstlerin Taryn Simon und dem im Januar 2013 verstorbenen Hacker und Netzaktivisten Aaron Swartz: “Image Atlas“. Image Atlas versucht kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, indem es die indexierten Top-Ergebnisse der Bildersuche lokalisierter Versionen von Suchmaschinen vergleichbar macht. “Image Atlas investigates cultural differences and similarities by indexing top image results for given search terms across local engines throughout the world. Visitors can refine or expand their comparisons from the 57 countries currently available, and sort by Gross Domestic Product (GDP) or alphabetical order.” Via

SPIELSALON: Art & Arcade


Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann: “cage was a n00b” (Soundinstallation/Kicker). Alle Klangereignisse werden direkt durch das Spiel generiert oder durch den Spielverlauf gestaltet.

SPIELSALON: Art & Arcade
16. Januar bis 16. März 2014; Vernissage: Mittwoch, 15. 1, 19h
Gruppenausstellung mit: Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek.
Haus für elektronische Künste, Basel

Arcade-Automaten sind Kult. In den 1970er-Jahren eröffneten die ersten Spielhallen, sogenannte “Penny Arcades”, in den USA und Europa. In der Blütezeit der Automaten erschienen Spieleklassiker wie Pong, Space Invaders, Pac-Man, Mario Bros, Tron oder Donkey Kong. Viele erfolgreiche Spiele wurden später als PC- und Videospielkonsolen umgesetzt und setzten so den Grundstein für den Erfolg von Homecomputern. Arcade-Spiele haben Ikonen der Popkultur hervorgebracht. Auch zahlreiche Künstler haben sich dem Thema angenommen und nutzen Arcade-Maschinen als künstlerisches Medium. Dabei programmieren sie nicht einfach nur ein künstlerisches Computerspiel, sondern ihre Automaten sind gleichzeitig auch Kunstobjekte und Rauminstallationen. Die Künstler bauen die Maschinen um, ergänzen sie um neue Funktionalitäten, erschaffen neue Spielwelten, spielen mit der 8-Bit-Ästhetik und übersetzen die Spielkultur in die Kunst.

Vom 15. Januar bis 16. März verwandelt sich das Haus für elektronische Künste Basel in einen Spielsalon in dem die besten Arcade-Automaten von Künstlern aus aller Welt zu sehen und natürlich auch spielbar sind.
Unter anderem baut das Schweizer Künstlerkollektiv MOBILESKINO ihren “Racer” exklusiv für die Ausstellung in eine Weltraum-Edition um. Der französische Medienkünstler Djeff ist mit dem Spiel “Pentapong” vertreten und Fur Art Entertainment Industries aus Deutschland bringen ihre “Painstation”. Die Ausstellung wurde kuratiert von Alain Bieber.


“Tesla Arcade” von Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek


“Painstation” von //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe)


JODI: “Sod”


“PetaPong” von Djeff

Und sonst so? : 13. 11. 2013


“Auf dem Holzweg sein” – die Redewendung in der Realität umgesetzt? Kunst, Photoshop oder “Versehen”? Scheinbar ein Schnappschuß aus Russland, aber es gibt auch eine historische Vorlage: Ein Gemälde von Max Liebermann.

* Pflichtlektüre: The F.A.T. Manual (Available online for free + Print on Demand Edition)

* Guter Essay: Art Criticism in the Age of Yelp

* Buchtipp I: “Top Secret: Images from the Stasi Archives” von Simon Menner

* Buchtipp II: “Street Art-Karrieren” von Heike Derwanz ist erschienen – hier eine erste Besprechung

* Virtuelle Botschaften an seine Stadt (bzw. Wunschstadt) hinterlassen: DearCity! Via

* How To create a Fake-Identity for Art in the Deep Web. Via

* “Border Check“, a software that lays out the physical and political realities behind the internet. Via

* Love it: Minigolf auf einem Parkplatz

* Rethinking the relationship between art and the new media: Post Digital Cultures, Symposium, 6-7.12., Lausanne

* Nicht verpassen: transmediale 2014 afterglow findet vom 29. Januar bis 2. Februar 2014 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt

* Kostenlose Graffiti-App der Schirn (mit Video-Interviews von Herbert Baglione, Gais, Rimon Guimarães, Jana Joana &Vitché, Nunca, Onesto, Alexandre Orion, Speto, Fefe Talavera, Tinho, Zezão)

* Coming soon: Graffiti-Porträts von Norman Behrendt “Burning down the house“. Bald bei Seltmann & Söhne.

Und sonst so? : 07. 10. 2013


Foto: Spencer Keeton Cunningham

* “Reverse logos of competing brands“. Via

* “100 Urban Trends” (PDF) nach dem Berliner BMW Guggenheim Lab. Via

* “Speculations on Anonymous Materials” – die erste (Postinternet)-Ausstellung von Susanne Pfeffer im Fridericianum Kassel (bis 26. Januar), u.a. mit Pamela Rosenkranz, Kerstin Brätsch & Debo Eilers, Oliver Laric, Michele Abeles uva.

* Tagger-Historie als GIF: “Des histoires de taguers” von Mathieu Tremblin

* WAV macht einen Ausflug nach Berlin und es gibt ein Tagebuch

* “Das neue Graffitti-Gadget für eisige Tage: der erste Train der Traintapes-Reihe ist als Endlos-Papierklebeband fertig! Ihr könnt diese Bänder mit wasserbasierten Pigmentmarkern wie Edding 3000 oder Uni Posca bemalen und auf fast jede Oberfläche kleben, jeder Kleiderschrank wird damit zur Instant-Traingalerie. Wir werden nach dem Klassiker DB-Silberling nach und nach weitere Trainmodelle releasen, stay tuned. Wir arbeiten auch an einer Smartphone App, mit welcher ihr eure Trains fotografieren und die Pix direkt auf unsere Traintape Seite hochladen könnt.”

* “Letzte woche habe ich in berlin die erste mediale plastik installiert. das ist eine webseite die nur an einem ganz bestimmten ort geöffnet werden kann. einweihung war letzte woche. bilder findest du hier.”, schreibt mir Florian Kuhlmann.

* Das Stickermag Klebstoff #6 geht in Druck! Am besten gleich vorbestellen…

* Drei neue Werke in der Netzkunst-Galerie des Jeu de Paume, kuratiert von Alessandro Ludovico (“Neural”): “Random Shopper” von Darius Kazemi (How programming code can radically transform our consumer habits, avoiding any marketing-oriented “modus operandi”?), “The Art of Google Books” von Krissy Wilson (Wilson is questioning between the lines the digitalization as an industrial apparatus. So, she’s documenting the fragments of materiality lost in this gigantic digitalization process…), “a series of unfortunate events” von Michael Wolf (Michael Wolf uses his photographic skills to “shoot” pictures within the world of Google Street View, where city streets are viewable in a weird digital and photographic continuum.)

* Eine Mini-Ausstellung von Hans-Ulrich Obrist: “He’s organized exhibitions just about everywhere under the moon, and now he’s curating a tiny exhibition at the virtual gallery Water McBeer, a 300 square inch space run by artist Henry Gunderson that’s accessible only through the gallery’s website. For the upcoming exhibition, Obrist will revive a version of his Nano Museum, an exhibition space hosted on a 2 x 3 inch picture frame. That original museum went missing in the 1990s, lost in a bar by artist Douglas Gordon.”

* Buchtipp: “This Will Have Been: Art, Love, and Politics in the 1980s

Watchlist: Addie Wagenknecht


“Waiting A5″, 2013


“Optimization of Parenting, ABB Robot Arm, Digital Fabrication Laboratory, (dFab), CMU School of Architecture”, 2012


“Art Wars”, 2012


“Asymmetric Love Number 2″, Single Produced Sculpture (Steel, CCTV cameras and DSL internet cables), 2012


Anonymity, 2007

I ♥ Addie Wagenknecht! Und Régine hat auch gerade ein Interview mit ihr geführt.

Florian Cramer: “Anti-Media. Ephemera on Speculative Arts”

Florian Cramer hat ein neues Buch geschrieben. Naja, eigentlich ist es kein neues Buch, sondern eher eine Sammlung diverser Texte, die zum Teil bereits veröffentlicht waren bzw. noch einmal aktualisiert wurden. Wer Florian Cramer nicht kennt, er ist: “programme director at the applied research center Creating 010 at Hogeschool Rotterdam, The Netherlands; dean of the Parallel University of WORM, Rotterdam’s Institute of Avant-gardistic Recreation.” Und: Er ist ein Nörgler, Besserwisser, Postneoist und radikaler Kritiker. Und das ist gut so. Denn solche radikalen Kritiker gibt es leider, leider nicht mehr allzu viele – in Cramers Aufsatzsammlung geht es um Nazis, Pornos, Aktivisten, Medienkunst, Postinternet, Internetliteratur, Popkultur, Hacking – und eigentlich bekommt alles ordentlich sein Fett ab. Das Buch beginnt mit einer fulminanten Einleitung über die Begriffe aus dem Titel “Anti”, “Media”, “Ephemera”, “Speculative”, “Arts” – und stellt die These auf: “1. There is art, and there is anti-art. 2. If that is so, there must also be anti-media. 3. ‘Media’ as a term is as fuzzy as ‘art’. 4. Both ‘art’ and ‘media’ refuse to go away. Anti-media is what remains if one debunks the notion of media but can’t get rid of it.” Die schwächeren Teile sind die Aufsätze über Computerliteratur (bzw. vielleicht liegt es auch an meinem persönlichen Desinteresse) und das ständige Rezitieren der eigenen Code-Poesie. Aber dafür gibt es große Gedanken zur Medienkunst, zum Popdiskurs, zur Kulturkritik und darin finden sich Sätze wie: “One ought to think that it´s a waste of time to give “interactive media” and “interactive art” any more serious thought; that there`s a broad consensus that these were false promises and sunken big budget ships of late 1980s and early 1990s institutional laboratory art founded on such wacky ideas as – in the case of the German ZKM – “the Bauhaus of Second Modernism”. We should be only a couple of years away from a time where these monstrosities will be turned into pop culture and celebrated as period kitsch, with the installations of Jeffrey Shaw and company representing 1990s retro kitsch next to Star Trek props for the 1960s, flokati rugs for the 1970s and Commodore home computers for the 1980s.” Und die stammen aus dem Jahr 2008. Danke dafür! Das Buch hält nicht ganz was es im Titel verspricht und es ist schade, dass es sich vor allem “nur” um eine Aufsatzsammlung aus den letzten Jahre handelt – aber die Essays sind natürlich trotzdem alle extrem lesenswert! Ich hoffe, dass bald neue Texte von Cramer zum Thema “Anti-Media/Anti-Art” gibt. Wir brauchen einfach mehr solcher knallharter Kritiker, es bringt einfach Niemanden voran, wenn man sich immer nur mit Wattebällchen bewirft. Achja: Régine hat´s auch gefallen – und hier kann man das Buch für 19,50 Euro bestellen.