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Noch 5 Tage: SPIELSALON: Art & Arcade

Die Weltpremiere im SPIELSALON: Art & Arcade: der Kunstmarkt-Flipper von Andreas Ullrich & der C.Rockefeller Art Investment Group! Gerade eben fertig geworden: Ab 15. Januar spielbar!

Am Mi, 15. Januar, 19 Uhr, ist die Vernissage im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung (bis 16. März) mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier…

Noch 8 Tage: SPIELSALON: Art & Arcade in Basel

8 Dinge, die ihr (vielleicht) noch nicht über Arcade/8Bit wusstet:
+ Der Frankfurter Verein MEGA – Museum of Electronic Games & Art hat das einzige voll spielbare Rekonstrukt von William Higinbothams “Tennis for Two” (1958) in ihrer Sammlung
+ Es gibt ein aktuelles 8-Bit-Magazin am Kiosk, es heißt: Return
+ Sexismus & Gaming ist schon lange ein Thema
+ In Moskau gibt es ein Arcade-Museum mit alten Sowjet-Maschinen
+ Eines der größten Arcade-Museen in Deutschland ist in Karlsruhe: RetroGames
+ Es gibt einen genialen Tumblr zum Thema “Crazy Arcade Flyers
+ Beliebte 8bit/Chiptune-Label (mit viel Musik zum Download) sind: BleepLove, BleepStreet, 8bitpeople, mehr
+ Am Freitag, 17. Januar 2014 ist die Museumsnacht in Basel. Und im Haus für Elektronische Künste findet die 8Bit-Afterparty “An All Out 8bit Arcade Adventure” statt (ab 23 Uhr), im Rahmen der Ausstellung SPIELSALON: Art & Arcade. Eintritt ist frei!
+ Hab ich was vergessen?

Noch 12 Tage: “SPIELSALON: Art & Arcade” in Basel

Liebe Arcade-Lover! Hier noch ein kleiner Appetizer: Der belgische Designer Kris Temmerman hat auf einer Schaufensterscheibe ein 8-Bit-Game für seine Nachbarschaft installiert. Via

Und am Mi, 15. Januar ist die Vernissage meiner Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade” im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier…

SPIELSALON: Art & Arcade


Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann: “cage was a n00b” (Soundinstallation/Kicker). Alle Klangereignisse werden direkt durch das Spiel generiert oder durch den Spielverlauf gestaltet.

SPIELSALON: Art & Arcade
16. Januar bis 16. März 2014; Vernissage: Mittwoch, 15. 1, 19h
Gruppenausstellung mit: Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek.
Haus für elektronische Künste, Basel

Arcade-Automaten sind Kult. In den 1970er-Jahren eröffneten die ersten Spielhallen, sogenannte “Penny Arcades”, in den USA und Europa. In der Blütezeit der Automaten erschienen Spieleklassiker wie Pong, Space Invaders, Pac-Man, Mario Bros, Tron oder Donkey Kong. Viele erfolgreiche Spiele wurden später als PC- und Videospielkonsolen umgesetzt und setzten so den Grundstein für den Erfolg von Homecomputern. Arcade-Spiele haben Ikonen der Popkultur hervorgebracht. Auch zahlreiche Künstler haben sich dem Thema angenommen und nutzen Arcade-Maschinen als künstlerisches Medium. Dabei programmieren sie nicht einfach nur ein künstlerisches Computerspiel, sondern ihre Automaten sind gleichzeitig auch Kunstobjekte und Rauminstallationen. Die Künstler bauen die Maschinen um, ergänzen sie um neue Funktionalitäten, erschaffen neue Spielwelten, spielen mit der 8-Bit-Ästhetik und übersetzen die Spielkultur in die Kunst.

Vom 15. Januar bis 16. März verwandelt sich das Haus für elektronische Künste Basel in einen Spielsalon in dem die besten Arcade-Automaten von Künstlern aus aller Welt zu sehen und natürlich auch spielbar sind.
Unter anderem baut das Schweizer Künstlerkollektiv MOBILESKINO ihren “Racer” exklusiv für die Ausstellung in eine Weltraum-Edition um. Der französische Medienkünstler Djeff ist mit dem Spiel “Pentapong” vertreten und Fur Art Entertainment Industries aus Deutschland bringen ihre “Painstation”. Die Ausstellung wurde kuratiert von Alain Bieber.


“Tesla Arcade” von Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek


“Painstation” von //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe)


JODI: “Sod”


“PetaPong” von Djeff

Oops They Did It Again: Brakay in Grottaglie

So kann das Jahr zu Ende gehen: Mit einem letzten Gipfeltreffen im italienischen Grottaglie. Angelo von Studiocrombie/Fame Festival hat sich entschlossen in diesem Jahr kein Festival mehr zu machen, sondern nur noch Ausstellungen und Projekte mit Künstlern, die er gerne mag. Und so gibt es am 14. Dezember, ab 19 Uhr, noch einmal ein Projekt/Ausstellung/Performance/Aktion vom “Tag Team” der “Street”-”Art”: Brad Downey & Akay. Sicher eine Weihnachtsreise nach Italien wert!

HOTEL shabbyshabby: Bau dein Traumhotel!

“Das Theater der Welt 2014, Raumlaborberlin und ARTE Creative laden wahnsinnige Bastlergenies, Architekturstudierende und Profis ohne Bauauftrag dazu ein, bis zum 31. Januar 2014 dem Open Call zu folgen und ihren Zimmerentwurf für ihr HOTEL shabbyshabby abzugeben. Die Entwürfe sollten so konzipiert sein, dass man darin angenehm und erlebnisreich schlafen kann. Eine Jury, unter anderem bestehend aus Pedro Gadanho (MoMA New York), Anne Catherine Fleith (feld72, Wien), Benjamin Foerster-Baldenius (raumlaborberlin) und Lukasz Lendzinski (Umschichten, Stuttgart) wird etwa 20 Entwürfe auswählen und die Gruppen nach Mannheim einladen. Dort werden sie dann ihre Entwürfe im eigens dafür eingerichteten Baucamp vom 13. bis 25. Mai 2014 realisieren.” Mehr Infos hier (DE/FR) und hier (EN). Ausschreibungsunterlagen (PDF) hier: DE/EN.

Und sonst so? : 13. 11. 2013


“Auf dem Holzweg sein” – die Redewendung in der Realität umgesetzt? Kunst, Photoshop oder “Versehen”? Scheinbar ein Schnappschuß aus Russland, aber es gibt auch eine historische Vorlage: Ein Gemälde von Max Liebermann.

* Pflichtlektüre: The F.A.T. Manual (Available online for free + Print on Demand Edition)

* Guter Essay: Art Criticism in the Age of Yelp

* Buchtipp I: “Top Secret: Images from the Stasi Archives” von Simon Menner

* Buchtipp II: “Street Art-Karrieren” von Heike Derwanz ist erschienen – hier eine erste Besprechung

* Virtuelle Botschaften an seine Stadt (bzw. Wunschstadt) hinterlassen: DearCity! Via

* How To create a Fake-Identity for Art in the Deep Web. Via

* “Border Check“, a software that lays out the physical and political realities behind the internet. Via

* Love it: Minigolf auf einem Parkplatz

* Rethinking the relationship between art and the new media: Post Digital Cultures, Symposium, 6-7.12., Lausanne

* Nicht verpassen: transmediale 2014 afterglow findet vom 29. Januar bis 2. Februar 2014 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin statt

* Kostenlose Graffiti-App der Schirn (mit Video-Interviews von Herbert Baglione, Gais, Rimon Guimarães, Jana Joana &Vitché, Nunca, Onesto, Alexandre Orion, Speto, Fefe Talavera, Tinho, Zezão)

* Coming soon: Graffiti-Porträts von Norman Behrendt “Burning down the house“. Bald bei Seltmann & Söhne.

Vladimír Turner & Mathieu Tremblin: “Public Jokes” /// C. Rockefeller Center, Dresden; Vernissage: 17. Oktober

Public Jokes

a duo show by
Vladimír Turner (CZ) &
Mathieu Tremblin (FR)
curated by Alain bieber (DE)

from 18 October to 1 November 2013
opening Thursday 17 October at 18:30

in C. Rockefeller
Center For The Contemporary Arts,
Dresden
(DE)

Nicht verpassen! Die erste gemeinsame Ausstellung von Mathieu Tremblin und Vladimir Turner in Dresden (C. Rockefeller Center), Vernissage & Eröffnungsperformance ist am 17. Oktober, ab 18.30 Uhr! Und danach geht es mit dem Duo nach Halle zum Werkleitz-Festival – am Freitag, 18. Oktober, 18 Uhr läuft mein Filmprogramm “Streetism!” mit Mathieu Tremblin & Vladimir Turner; und Filmen von Akay, Love & Security, Sebastian Haslauer, Nug & Pike, Ivan Argote, Brad Downey, Jaroslav Kysa, Vojtěch Fröhlich, Ondřej Mladý, Jan Šimánek, Messieurs Delmotte, Leopold Kessler, Francis Alÿs, The Cleaning Unit.

“It could have started like a childish joke “A Czech, a French and a German guy are in the same boat” but “Public Jokes” is more about the first duo show of Vladimír Turner (CZ) and Mathieu Tremblin (FR) curated by Alain Bieber (DE) since the three met in 2011 at the occasion of a workshop organised by Memefest (SI) in Nijmegen (NL). The title refers to the French expression “private jokes” – in-joke (for inside-joke) in English. And the show is mainly a focus on how artists urban intervention art is using humor to deal with cultural mistakes and similarities regarding globalization, politics and urbanism.

Exploring the relationship between spontaneous and autonomous actions and their restitution, Bieber, Tremblin and Turner are gathering various commentaries picked up from the streets to the Internet in order to tell the “story” behind each gesture trying not to losing its original energy and openness to interpretation. The show is interrogating the way of bringing individual desire (private) to common audience (public) until, as a kind of popular success, the action itself is brought into informal language, becoming a kind of rumor like a good story you tell to your friends or a urban legend. Because at the end, everyday life is the place where the art effects of urban intervention can be fully felt and assume greater significance.

As an example, the Pistachio video documentation is a sort of zero level illustration of how this humorous mechanic proceeds. The two artists are framing themselves in a private and boring situation sharing beer and pistachios until they do in the last few seconds some unexpected sophomoric DIY twist which bring sense to the situation and a lot of self-derision about the urban hacking culture people are usually relating them too.”

Und sonst so? : 07. 10. 2013


Foto: Spencer Keeton Cunningham

* “Reverse logos of competing brands“. Via

* “100 Urban Trends” (PDF) nach dem Berliner BMW Guggenheim Lab. Via

* “Speculations on Anonymous Materials” – die erste (Postinternet)-Ausstellung von Susanne Pfeffer im Fridericianum Kassel (bis 26. Januar), u.a. mit Pamela Rosenkranz, Kerstin Brätsch & Debo Eilers, Oliver Laric, Michele Abeles uva.

* Tagger-Historie als GIF: “Des histoires de taguers” von Mathieu Tremblin

* WAV macht einen Ausflug nach Berlin und es gibt ein Tagebuch

* “Das neue Graffitti-Gadget für eisige Tage: der erste Train der Traintapes-Reihe ist als Endlos-Papierklebeband fertig! Ihr könnt diese Bänder mit wasserbasierten Pigmentmarkern wie Edding 3000 oder Uni Posca bemalen und auf fast jede Oberfläche kleben, jeder Kleiderschrank wird damit zur Instant-Traingalerie. Wir werden nach dem Klassiker DB-Silberling nach und nach weitere Trainmodelle releasen, stay tuned. Wir arbeiten auch an einer Smartphone App, mit welcher ihr eure Trains fotografieren und die Pix direkt auf unsere Traintape Seite hochladen könnt.”

* “Letzte woche habe ich in berlin die erste mediale plastik installiert. das ist eine webseite die nur an einem ganz bestimmten ort geöffnet werden kann. einweihung war letzte woche. bilder findest du hier.”, schreibt mir Florian Kuhlmann.

* Das Stickermag Klebstoff #6 geht in Druck! Am besten gleich vorbestellen…

* Drei neue Werke in der Netzkunst-Galerie des Jeu de Paume, kuratiert von Alessandro Ludovico (“Neural”): “Random Shopper” von Darius Kazemi (How programming code can radically transform our consumer habits, avoiding any marketing-oriented “modus operandi”?), “The Art of Google Books” von Krissy Wilson (Wilson is questioning between the lines the digitalization as an industrial apparatus. So, she’s documenting the fragments of materiality lost in this gigantic digitalization process…), “a series of unfortunate events” von Michael Wolf (Michael Wolf uses his photographic skills to “shoot” pictures within the world of Google Street View, where city streets are viewable in a weird digital and photographic continuum.)

* Eine Mini-Ausstellung von Hans-Ulrich Obrist: “He’s organized exhibitions just about everywhere under the moon, and now he’s curating a tiny exhibition at the virtual gallery Water McBeer, a 300 square inch space run by artist Henry Gunderson that’s accessible only through the gallery’s website. For the upcoming exhibition, Obrist will revive a version of his Nano Museum, an exhibition space hosted on a 2 x 3 inch picture frame. That original museum went missing in the 1990s, lost in a bar by artist Douglas Gordon.”

* Buchtipp: “This Will Have Been: Art, Love, and Politics in the 1980s

Werkleitz Festival 2013: Utopien vermeiden!

Die Werkleitz Gesellschaft feiert ihren 20. Geburtstag mit einem Jubiläumsfestival: 12-27. Oktober 2013, Holtzplatz 1/Technikhalle, Halle (Saale). Und ich freue mich riesig darauf, weil ich zwei Filmprogramme und vier Künstler/innen einladen durfte! Meine Programme laufen am 18. Oktober im Festivalkino – kommt unbedingt vorbei!

“Werkleitz ist 1993 in einer Zeit großer Umbrüche gegründet worden. Durch den Fall der Mauer und den Zusammenbruch der Diktaturen in Osteuropa entstand eine euphorische Hinwendung zur Demokratie, die weit über Europa hinaus strahlte. Zur gleichen Zeit begann der Aufstieg des World Wide Web zur zentralen, zukunftsweisenden Technologie, die eine offene Kommunikation für alle Menschen zu versprechen schien. Diese Aufbruchstimmung spiegelt sich auch in der Gründung von Werkleitz als Kollektiv mit flachen Hierarchien, kollektivem kuratorischen Ansatz und europaweiten Kooperationen. Anfang der 1990er Jahre wurden aber auch die Finanzmärkte dereguliert. Der Nationalstaat als zentraler Souverän der Gesellschaft zieht sich seitdem durch verordnete Sparzwänge aus der gesellschaftlichen Gestaltung zurück. Ökonomischer Druck und die damit verbundenen Ängste führen in vielen Ländern Europas zu antidemokratischen Bewegungen, der Traum der europäischen Einigung ist verschwunden. Werkleitz nimmt sein 20-jähriges Bestehen zum Anlass, diese gegenläufigen Prozesse zu reflektieren. 20 Kuratoren sind eingeladen, jeweils eine neu entwickelte Arbeit in einem Ausstellungsparcours, in Film- und Performanceprogrammen sowie einem Symposion in Halle zu präsentieren und zu diskutieren. Der Titel Utopien vermeiden basiert auf der gleichnamigen Neonleuchtschrift Martin Conraths aus der ersten Werkleitz Ausstellung von 1993 und steht für die Ambivalenz dieser letzten 20 Jahre.”

Freitag, 18.Okt, Festivalkino, 18:00: Streetism!
Vor Ort: Mathieu Tremblin & Vladimir Turner. Und Filme von Akay, Love & Security, Sebastian Haslauer, Nug & Pike, Ivan Argote, Brad Downey, Jaroslav Kysa, Vojtěch Fröhlich, Ondřej Mladý, Jan Šimánek, Messieurs Delmotte, Leopold Kessler, Francis Alÿs, The Cleaning Unit.

Liebe Künstler, verbrennt die Manifeste! Liebe Kuratoren, hört endlich auf immer neue Fragen zu stellen, die doch nie jemand beantworten kann. Und liebe Besucher und Zuschauer, lasst uns Utopien und immer neue Versprechungen vermeiden und konkretes Handeln favorisieren. Das Filmprogramm „Steetism!“ stellt deshalb Künstler vor, die anpacken. Künstler, die raus auf die Straße gehen, dorthin wo das Leben tobt, und versuchen, die Welt im Kleinen zu verändern. Es werden 18 Dokumentationen aus ganz Europa von Performances, Interventionen und Skulpturen im öffentlichen Raum gezeigt, 18 individuelle Strategien, die mit viel Spaß und Spiel, eine künstlerische Formen des Widerstands darstellen. Denn Kultur entsteht durch Spiel – den Spaß daran und die daraus entstehende Spannung. „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, schrieb Friedrich Schiller. Und der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga prägte den Begriff „Homo ludens“, der spielende Mensch, der für die Streetart-Künstler so beschreibend ist. Die Stadt selbst wird dabei zum Kunstwerk, das frei gestaltet wird und quasi als Laboratorium für eine spielerische Revolutionierung des Alltags dient. Matthieu Tremblin, Vladimir Turner, Brad Downey, Messieurs Delmotte, Francis Alys, Rémi Gaillard und Ivan Argote dekorieren Überwachungskameras mit Früchten, köpfen Rosen, bemalen die U-Bahn mit ihrem nackten Körper, zweckentfrenden eine Werbefläche zu einem Kettenkarussel und barrikadieren mit Tauben die Einkaufsläden. Die Künstler spielen dabei nicht nur mit dem Stadtraum und den Bewohnern, sondern mit der gesamten Kunstgeschichte: Ein Schuss Spontaneität der Situationisten, ein paar choreografische Fluxus-Elemente, ein bisschen Land-Art, eine Dosis Dada-Absurdität, verquirlt mit Ready-Mades und Minimalismus – fertig ist das Street-art-Œuvre. Das Filmprogramm soll nicht nur Aktionen präsentieren, sondern auch den Zuschauer anstiften und aktivieren. Denn Kunst sollte nicht in Museen weggesperrt werden oder temporär auf Festival zu sehen sein, sondern zur Alltäglichkeit werden.

Freitag, 18.Okt, Festivalkino, 21:00: Gefangen im Paradies
Vor Ort & Filme von: Barbara Visser (“C.K.”), Alain della Negra (“How much is the rain”)

“Was mich fasziniert, ist die Tatsache, dass Freiheit im Grunde genommen eine Illusion ist. Und das gilt für Künstler, Buchhalter oder Kriminelle“, sagt die niederländische Künstlerin Barbara Visser. Und Alain della Negra, ein französischer Künstler, spürt in seinen Filmen stets manische Utopisten auf, von den obsessiven Schamanen, über Furry-Fans bis zur Regenbogen-Sekte. Das Filmprogramm „Gefangen im Paradies“ präsentiert zwei wahre Begebenheiten, dokumentiert von zwei Künstlern. Clemens K., langjähriger Buchhalter der niederländischen Kunst- und Kultustiftung, bucht 16 Millionen Euro auf sein eigenes Konto und verschwindet danach komplett von der Bildfläche. Visser verfolgt in ihrer spannenden und preisgekrönten Dokumentation den Betrüger bis nach Thailand, seinem selbstgewählten Zufluchtsort. Ihre akribische Recherche blickt mit künstlerischen Mitteln auf die Beweggründe und interviewt Freunde und Kollegen, die geschockt, verwirrt, beschämt und wütend zurück bleiben. Und della Negra hat für seinen neusten Film „How much rain“ die Regenbogen-Sekte nach Mexiko begleitet. Die Regenbogen-Krieger kleiden sich in einer einzigen Regenbogenfarbe, schlafen in einer solch monochromen Hütte und essen auch nur Nahrungsmittel in derselben Farbe. Sie wechseln die Farbe je nach Stimmung, manche jeden Monat, manche nur ein paar Mal im Jahr. Della Negra nimmt uns mit in eine Welt, deren vermeindliche Freiheit auch hier zu einem selbstgewählten Gefägnis wird.