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Backjumps Volume 4, #1

Matthias Wermke & Mischa Leinkauf: “Zwischenzeit“, 2008

Dauert zwar noch eine ganze Weile, aber wird auf jeden Fall gut, groĂź & wichtig – deshalb unbedingt schon mal vormerken: Backjumps ist back. Deutschlands älteste und beste Ausstellungsreihe zum Thema Street-Art geht – mit neuem Format – in die nächste Runde: Backjumps Volume 4, #1 startet am 7. November bis 29. November 2009 (täglich 12–19 Uhr, Projektraum 1 des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin) mit den KĂĽnstlern Pigenius Cave, Brad Downey, RZM (Ritsche Koch/Zasd/Christian Marien) und Matthias Wermke & Mischa Leinkauf.

Aus dem Pressetext: “Backjumps, das Magazin und Ausstellungsprojekt zu Street Art, urbaner Kommunikation und Ă„sthetik, präsentiert 2009 ein neues Format (Volume 4): eine Ausstellung mit vier Positionen bildet den Auftakt fĂĽr in Zukunft zweimal jährlich stattfindende “Labore” und Untersuchungsanordnungen zu aktuellen Strategien und Ausdrucksformen von Urban Art und Aerosol-Kultur. Ausgangspunkt ist der Umgang mit der Stadt. Die Basis sind die StraĂźen- und Hip-Hop-Kultur. Ziel des neuen Formates ist es, die kĂĽnstlerische Qualität und formale Kraft der Arbeiten selbst in den Mittelpunkt der kuratorischen Auseinandersetzung zu setzen und diese zu vermitteln. Anders als bei den bisherigen Ausstellungen (Issues 1-3) wird sich das neue Format auf bildnerische und mediale Positionen konzentrieren.

Der Kurator Adrian Nabi hat fĂĽr diese erste Ausgabe des “Volume 4″ sieben in Berlin lebende KĂĽnstler eingeladen, um ihre Auseinandersetzungen mit der Stadt Berlin zu präsentieren. Alle vier Positionen haben gemeinsam, dass sie jeweils Strategien der Selbstbehauptung und des Freiheitswillens fĂĽr sich in Anspruch nehmen und ergreifen.

Pigenius Cave erkundet mit einem selbst gebauten “Dreirad” die Kanäle und unterirdischen ErschlieĂźungswege der Stadt. Er dokumentiert in museal anmutender Weise FundstĂĽcke, verlorene Schätze und die Orte dieser Unterwelten. Er betätigt sich als Erforscher und Kundschafter verborgener Stadträume. Mit ihm verlieren diese Orte jede Assoziation von Gewalt, Dunkelheit und Schrecken, und werden viel mehr zu Oasen und Orten der Freiheit – zu Fluchtorten der Zukunft.

Brad Downey, der aus den USA stammende und seit 2007 in Berlin lebende KĂĽnstler wird drei neue Arbeiten vorstellen, die seinen skulpturalen wie auch performativen Umgang mit der Stadt demonstrieren. “Auto Created” zeigt wie eine rotierende Säule fĂĽr Stadtreklame eine gewöhnliche Berliner StraĂźenecke zu einem Ort der Bewegung und Farblinien transformiert. “Don’t worry about that shit RenĂ©. Dedicated to Eulenspiegel” dokumentiert eine Aktion und die Kontroversen, die 2008 entstanden, als der KĂĽnstler im Auftrag von LACOSTE und dem KaDeWe eingeladen worden war, das 75 jährige Markenjubiläum zu begehen. Der Videofilm “Un-Stitching Karl” zeigt andererseits wie ein Gehweg schnell zu einer Domino-Skulptur werden kann. Stein fĂĽr Stein entsteht der Rhythmus und Sound der Stadt.

RZM (RitscheZastMarien) beschäftigen sich in “Wandklopfen” mit der Klangwelt, Architektur und Textur von Berliner Orten. Durch spielerische Untersuchungen urbaner Räume wird taktiles, visuelles und akustisches ‘Rohmaterial’ (Soundcollagen, Zeichnungen, Frottagen, FundstĂĽcke) gewonnen, ausgearbeitet und zu einer „Work in Progress“-Skulptur zusammengesetzt. Dem Betrachter wird ein Moment der Wahrnehmung unterschiedlicher sensorischer Qualitäten ermöglicht, der seine subjektive urbane Realität möglicherweise erweitert und präzisiert. Sein Blick auf die Stadt als Ganzes verändert sich zu einer feineren, selektiven Wahrnehmung, jenseits der Frage der Funktion, die urbane Räume im städtischen Alltag erfĂĽllen.

Matthias Wermke & Mischa Leinkauf werden mit einer 3-Kanal-Videoinstallation die Arbeit “Zwischenzeit” präsentieren: durch die Stille und Weite des Berliner U- und S-Bahnnetzes bewegt sich, einem Geist gleich, eine durch Menschenkraft betätigte Draisine. Das an die Anfänge der Bahn erinnernde Fortbewegungsmittel gleitet mit unbeschränkter Leichtigkeit durch das System von Schienen und Gleisen – bekannte und unbekannte Orte werden aufgesucht. Eine Poesie des Untergrundes entsteht, die vor allem durch eine unbändige Radikalität und einen unbegrenzten Freiheitsdrang sichtbar wird: wir nehmen uns die Stadt.

Adrian Nabi “lebt” seit Anfang der 80er Jahre HipHop und hat das Magazin Backjumps gemeinsam mit Writern aus der Szene 1994 ins Leben gerufen, um die verstreuten Fäden der Urban Art zu bĂĽndeln. Er kuratierte seit Anfang der 90er Jahre diverse Ausstellungen zu Street Art in Berlin, zuletzt “Backjumps – The Live Issue#01, #02 und #03″ 2003, 2005 und 2007 im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Diese Ausstellungen erreichten mehrere zehntausend BesucherInnen und setzten entscheidende Impulse fĂĽr das Verständnis und die Vermittlung von Urban Art. Via: Mail

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