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“Es geht um die Ästhetik, um die Produktion von Emotionen ohne die Notwendigkeit von Erklärungen”: Mit OX in Paris

“Diese Werbeflächen sind wie offene Fenster, wie überdimensionale Gemälde, die in der Stadt aufgehängt werden”, sagt OX. Für die aktuelle 5MINUTES-Episode hat ilovegraffiti den französischen Künstler bei seiner Arbeit in Paris beobachtet. Und: Das ist jetzt auch der offizielle Trailer zu meiner großen OX-Monografie, die noch in diesem Jahr bei International Neighboorhood erscheinen wird.

Mareike Stahl: “Papier 2.0″

Papier 2.0” untersucht die Tatsache, dass der Werkstoff Papier in der heutigen Zeit an Bedeutung zu verlieren scheint. Daher gilt es den Verbraucher über neuartige Verwendungszwecke für Papier zu begeistern und zu einem über die Sinne erfahrbaren Erlebnis zu machen. Räumliche Papierobjekte als Streetart in der Stadt lassen das Material mit einer neuen Wertigkeit erscheinen und verstärken die Sensibilisierung der Passanten für Papier.” Via

Mark Shepard: “The Sentient City Survival Kit”

Nicht so neu, aber richtig gut, und gerade erst entdeckt (danke Public-Art-Lab-Jazzmin!): “The Sentient City Survival Kit probes the social, cultural and political implications of ubiquitous computing for urban environments. The project consists of a collection of artifacts for survival in the near-future sentient city. As computing leaves the desktop and spills out onto the sidewalks, streets and public spaces of the city, information processing becomes embedded in and distributed throughout the material fabric of everyday urban space. Pervasive/ubiquitous computing evangelists herald a coming age of urban information systems capable of sensing and responding to the events and activities transpiring around them. Imbued with the capacity to remember, correlate and anticipate, this “sentient” city is envisioned as being capable of reflexively monitoring our behavior within it and becoming an active agent in the organization of our daily lives. Few may quibble about “smart” traffic light control systems that more efficiently manage the ebbs and flows of trucks, cars and busses on our city streets. Some may be irritated when discount coupons for their favorite espresso drink are beamed to their mobile phone as they pass by Starbucks. Many are likely to protest when they are denied passage through a subway turnstile because the system “senses” that their purchasing habits, mobility patterns and current galvanic skin response (GSR) reading happens to match the profile of a terrorist. The project aims to raise awareness of the implications for privacy, autonomy, trust and serendipity in this highly observant, ever-more efficient and over-coded city.” Das wäre auf alle Fälle noch ein Kandidat für meine Ausstellung “Round 2. The Future Of DIY Activism” in Moskau gewesen…

Jeroen Jongeleen: The Art Of Running

Jeroen Jongeleen rennt zu seiner neuen Ausstellung – von Rotterdam bis Brüssel: “In an exhausting durational performance that ends in a lecture, Jeroen Jongeleen will run from his studio in Rotterdam to his current exhibition in Brussels, to give a talk about his practice. This means running nearly 3.5 marathons consecutively (if not lost underway, adding an additional kilometer or more). His expected arrival time is 17:30 on June 28th.” – und ja: Er hat´s geschafft! Eine Ausstellung und ein Projekt von Harlan Levey Projects. Mehr Infos/Bilder auch hier.

Update: Irwan Ahmett


“Holy Water”: “An activity of collecting needles from the public space that are used by drug addicts, then collecting the liquid left inside the needles and re-purifying them. It’s a metaphor of what is holiness and how the society could accept the reality about illegal drugs transaction and users that have layers of complex and dilemma problems.”


“When is the game over?”: “We respond to the plan of closing down Nygårdsparken that has not been realized yet because of dilemmas and debates. Regarding the park has been the ‘hot spot’ for illegal drug transaction and users for long time. Irwan Ahmett is closing a boy sculpture’s eyes because it’s been ‘witnessing’ too much tragedy then counting down from number 500 (drug overdose number from 1996 to 2012 in Norway). It would be a surprise for the sculpture when someday its eyes are open again and the park would look far more different and no more people die in vain.”

Neue Arbeiten des indonesischen Künstlers Irwan Ahmett aus dem norwegischen Bergen. Via: Mail, thx!

Schöner Kleben! 5 x Klebstoff 7 gewinnen, gewinnen, gewinnen… / UPDATE: Die Gewinner

OMG! JUCHU! Das neue Klebstoff-Magazin ist da & es ist noch besser & noch schöner geworden! Diesmal gab es eine Koop mit den spanischen Illustratoren des Fine Rats Magazins. Es sind wieder 48 vollgepackte, klebrige Seiten geworden mit folgenden Künstlern: Alexone (france), Andrés Magán (spain), Antoine Marchalot (france), Andrea Wan (hong kong/germany), Benedikt Rohlmann (germany), Berto Fojo (spain), Bjørn Lie (norway/uk), Dave The Chimp (uk/germany), Edjinn (spain), Ibie (spain), Paul Waak (germany), Jon MacNair (usa), Liam Barrett (uk), Dogboy (uk), Mr.Penfold (uk), Nano4814 (spain), Olae (???), Paul Loubet (france, argentinia), Sawe (spain), Robert Deutsch (germany), Smithe (mexico), Sébastien Touache (france) — Cover Art: Matthias Müller (germany) + Sébastien Touache (france).

Hier kann man sich gleich sein Exemplar sichern (für 9,90 Euro) – oder ihr versucht Euer Glück: Wir verlosen nämlich 5 x Klebstoff 7! Gebt einfach nur ein Kommentar ab (bis spätestens 11.7) warum ihr die Sticker braucht und wohin ihr sie kleben würdet. Die dümmsten/besten/lustigsten/skurrilsten Antworten gewinnen…

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Danke für all Eure Kommentare! Und das sind die 5 Gewinner – ich geb Eure Adresse an die Kollegen weiter und die schicken Euch dann direkt das neue Klebstoff-Magazin. Viel Spaß damit!

1. DieSteph: “Mir fehlt für Sommer 2014 die Kohle für einen neuen, HIPPEN Bikini. Die Sticker wären demnach die PERFEKTE Lösung!” – Das wollen wir natürlich sehen!!!

2. Valerie: “Hallo, ich brauche die Sticker dringend. Und zwar ist mein Gesicht irgendwie komisch und vielleicht wird das besser mit ein Paar Stickern auf der Stirn? Ich weiß nicht, ob das stimmt aber jemand meinte das mal. Liebe Grüße, Valerie” – Na, auch das wollen wir natürlich sehen!!!

3. Roland Wilm: “ich brauch unbedingt die neuste aufgabe, hab erst gestern ne delle in den neuen firmenwagen gefahren. die Sticker aus allen anderen ausgaben passen leider nicht wirklich drauf, aber so nen edjinn Schweinchen würde da perfekt drauf passen. hab meinem Chef noch nichts davon erzählt, also muss ich gewinnen sonst darf ich bestimmt nen Jahr lang oder so nur drecks Arbeit machen ;) oder noch schlimmer ich werde gekündigt, weil vielleicht war ich ja auch unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln oder bin es immer noch ???”

4. Jeannine: “Ich verbringe sehr viel Zeit an (Ulmer) Bushaltestellen, darum würde ich gerne diese und deren Mülleimer verschönern um den anderen die auch warten müssen die Zeit etwas zu versüßen ;) . Liebe Grüße, Jeannine”

5. tipptopp: “Hab mich letztens mit meiner Katze unterhalten- Sie war sehr begeistert davon! Leider hat sie letzte Woche ihre Kreditkarte verloren und kann sich nun keine Bestellen.”

EL SCHREIBT ÜBER GRAFFITI #9: “Feuerlöscher”

In unregelmässigen Abständen schreibt el für rebel:art eine Kolumne zum Thema Graffiti (#1: “Stylewriting und die globale soziale Plastik”; #2: “Alleine“, #3: “Mythos Writing“, #4: “An die Wände“, #5: “Gesichter und Buchstaben, #6: “Graffiti als Soziales Medium”), #7: “Graffiti und Gentrifizierung“, #7: “Silberne Buchstaben in goldenem Licht“: und hier folgt #9: “Feuerlöscher”:

Über die großen mit Feuerlöschern geschriebenen Namen in der Stadt ließe sich wohl eine ähnliche Verherrlichung schreiben, wie im letzten Text über die ins Glas gekratzten Buchstaben in den Zügen. Ähnlich sind sie auf den ersten Blick etwas brutal aussehend. Ein Gewitter aus riesengroßer zitternder Schrift geht über der Stadt nieder. Doch dieses Mal soll es um ein paar Beispiele und Argumente gehen. Es lässt sich über den Kontrollverlust, der sich mit den auf Größe zielenden Feuerlöschertags verbindet, rege streiten, wie es beispielsweise Swit und Priez letztes Jahr taten, als das Graffiti Research Lab in Paris zu einer Podiumsdiskussion über Tags geladen hatte (Für diese und eine weitere Veranstaltung habe ich eine Zusammenfassung drüben im Just-Blog versucht).

Swit ist ein Sprüher, der jetzt Lightwriting macht, er inszeniert mit Langzeitbelichtung und Lampen abstrakte Formen und Buchstaben im Raum, rund um tanzende Menschen beispielsweise. Er meinte zu den aktuell auch in Paris auftauchenden großen Spritztags, dass sie für ihn aussähen wie großformatige Zerstörungslust und ihn an Urinmarkierungen erinnern würden. Irgendwer aus dem Publikum meinte dazu, dass in der Kunstwelt seit Duchamp selbst ein Pissoir ein Werk sein kann, warum dann den nicht auch eine Urinmarkierung. Das Problem ist jedoch, dass Swit gar kein Writer mehr sein will, er sagte er will Bilder machen. Ich komme auf die Argumente der Podiumsdiskussion zurück, doch zuerst zum Thema Vandalismus.

Der Vandalismusvorwurf ist nicht nur platt, sondern es wäre ihm einmal nachzugehen. So war einmal zu lesen, dass Cyprien Gaillard am Rande eines Interviews Banksy seine „Verfehlinterpretation von Vandalismus“ vorwarf, wie er das genau gemeint hat bleibt erstmal unklar, aber greifen wird das auf. Banksy hat vor circa zehn Jahren ein großes brutalistisches minimalistisches Betongebäude mit einem Feuerlöscher beschriftet. BORING hat er darauf geschrieben. Eine langweiligere Aktion ist eigentlich kaum vorstellbar. Der Künstler Banksy hat es sicher geschafft, eine ästhetische Geste auszuführen, einem banalen Kommentar eine ähnliche brutale Dimension zu geben wie das brutalistische Gebäude. Doch der Vandale Banksy verfälscht die Aktion dadurch, dass er ein Video davon mit getragener Musik unterlegt, um sich als den kleinen Mann ganz groß zu inszenieren, der mit roter Farbe die große graue Welt symbolisch besiegt. Er knüpft an das verbreitete Missverständnis gegenüber moderner Architektur an, dass sie menschenfeindlich sei, weil sie so ungestaltet sei (auch das Gegenteil ist wahr). Ein bisschen wie in einem Quetschenpaua-Song: „All die Städte sind so grau wie die Menschen die in ihnen wohnen / Und die Stadtdirektoren haben kein Interesse das zu betonen [...] Lass uns nie so werden denk ich und ich schreibe / Mit schwarzer Lackfarbe Scheiße an die Scheibe“. Es ist kein Vandalismus, es will populistische Kunst sein. Der Feuerlöscher eignet sich für derartige Symbolik sehr gut, so wie damals als Brad Downey abwaschbare grüne Farbe großflächig ans KaDeWe sprühte, als er eingeladen war, dort ein Schaufenster für Lacoste zu gestalten. Cyprien Gaillard hingegen hat auch mal ein Feuerlöscherkunstwerk gemacht, er zeigte wie aus Bäumen Nebelwolken abgefeuert wurden. Vielleicht ist das – im Feld der Kunst – näher am befreienden Moment des Vandalismus. Ein lustvolles Spiel mit sinnlosen vergänglichen Formen, Wolkenschubsen im Wald. Matias Faldbakken und Anders Nordby entluden auch einfach mal einen Feuerlöscher in einem Ausstellungsraum. Mehr im eigenen Bereich von Graffiti bleibend gab es lustvolle vandalistische Experimente, wie die Nackerten in Wien, die ihre eigenen Körper mittels Feuerlöscherfarbe auf Zügen abbildeten oder 0331C und Krink, die Bilder von Baumkronen und drippende Regenwolken aus Farbe in die Stadt spritzen.

Neuerdings hat auch Katharina Grosse nebenbei politische Kunst gesprüht, als sie die Graffiti, wuchernde Natur und heruntergekommene Gebäude an der Zuglinie zwischen New York und Philadelphia mit Farbe überziehen ließ. Denn nebenbei politisch ist dieses, sicher sehr beeindruckende, Farbspektakel, als Übertünchen von sozialen Konflikten, wie Sarah Kendzior kritisierte, die machtvoll groß angebrachte farbige Kulisse schiebt sich vor die Zustände am Rand und außerhalb der Metropolen.

Doch wie ging es in Paris auf der Podiumsdiskussion weiter? Zur Rettung der Feuerlöschertags kam dann auf dem Podium folgerichtig Julien Priez, ein professioneller Kalligraph, der auch aus der Graffitiszene kommt, aber eben einen anderen Weg eingeschlagen hat. Statt bunten leuchtenden Bildern übt er sich weiterhin im Formgeben von Buchstaben. Er verteidigte an den Tags gerade die Verformung der Buchstaben durch das grobe Schreibutensil des Feuerlöschers, meinte, dass in dieser Form des Writings noch mehr als bei der Sprühdose der Körper mit eingehen würde, da die Buchstaben so viel größer seien als die die sie schreiben.

Wenn wir dieser Idee folgen, ist es interessant sich anzusehen, wie unterschiedlich Namen im Graffiti mit den unterschiedlichen Werkzeugen geschrieben werden. Mit der Sprühdose wird eher die Buchstaben entlang getanzt, den der ganze Körper muss schreiben, die Hand hat eigentlich nur die Aufgabe den Druck zu regulieren, entlang der Hauptachsen der Buchstaben wird sich zusammengekauert und wieder gestreckt soweit der Körper kommen kann. Auf Dinge zu klettern oder einen Roller oder eine Dose an einen Stock zu binden, erschließt neue Bereiche der Wand. Wackelig wird es dann, wenn fünf Teleskopstangen mit Klebeband verbunden sind, um da oben was hinzuschreiben wo niemand hinklettern kann, und wohin auch nicht von der Dachkante aus zu kommen ist: der verführerische Punkt in der Mitte der Wand. Gerade in Berlin ist das besonders schwer, die vielen leeren Brandwände haben keinerlei Halt bietende Struktur für Pixação-mäßige Kletteraktionen. Die von Pixação beeinflussten Leute in Berlin seilten sich daher ab, um ihre wilden Buchstaben die Wand herab perlen zu lassen, dokumentiert in dem Film Berlin Kidz. Ihren präzisen und detailreichen Buchstabenstil konnten sie durchziehen, weil sie sich selbst an die Stelle transportiert haben. Der Feuerlöscher ist eine andere Lösung: auf Distanz zu schreiben, verdünnte Farbe mit hohem Druck durch eine modifizierte Düse an die Wand bringen. Es scheint nicht darum zu gehen, die großen grauen Gebäude zu markieren, wie bei dem BORING von Banksy, vielmehr bezieht es sich ganz selbst auf das Projekt Graffiti. Graffiti wuchert weiter, es wird größer, wie gesagt auch körperlich anders im Schreiben, und in seiner Schrift selbst körperlicher.

Pioniere waren hier wohl, wie bei Graffiti generell, Gangs und ihre Revierzeichen. In den 90er Jahren haben Gangs in Los Angeles vermehrt Feuerlöscher mit Farbe gefüllt um ihre Gebiete abzustecken, mehr dazu findet sich bei Susan Phillips: Wallbangin’: Graffiti and Gangs in L.A. Ähnlich wurde dann im Zuge von Occupy Oakland die Parole STRIKE sichtbarer geschrieben als mit einer Sprühdose. Der Unterschied im gegenwärtigen Graffiti ist wie erwähnt, dass es scheinbar mehr darum geht neue Gebiete und Formate auf der Wand selbst zu erschließen, vertikal und nicht horizontal wie beim Revier der Gang. Diese Logik, dass Graffiti sich von jeder Bodenverbundenheit löst und Formen findet, wurde kürzlich spektakulär inszeniert mit den Drohnen, an die Katsu eine Sprühdose angebracht hat. Etwas enttäuschend, denn er hatte das Schreiben gar nicht mehr unter Kontrolle, es waren nicht einfach verwackelte Buchstaben, sondern nur noch im Schlingerflug angebrachte Zufallsformen. Ich weiß von anderen Gruppen in Paris und Berlin, die schon viel weiter waren, aber nicht an die Öffentlichkeit gegangen sind, weil sie an einer kontrollierbaren Technik des ferngesteuerten Schreibens arbeiteten und dieses Ziel noch nicht erreicht hatten.

Die ejakulative Form des Schreibens mit Feuerlöschern ist neben den Berliner Pixadores ihr extremster technologischer Stand und der Drohnenangriff auf die Wände bleibt vorerst Utopie. Innerhalb der Spritzschrift gibt es noch interessante Innovationen, beispielsweise Hybrid Pieces aus Sprühbuchstaben und davon ausbrechenden gespritzten Linien. Der schon nicht mehr so symbolische körperliche Angriff durch Lush auf einen Buffer mit einer Farbladung aus dem Feuerlöscher, zeigt das Verführerische dieses auch brutalen Werkzeugs, demgegenüber geradezu von sanfter Verspieltheit gekennzeichnet sind die sich hochrankenden Hybrid Pieces von WON, das heckenförmige JUSTTHRILL neben dem Wendel in Berlin, und die vielfältigen Versuche mit der neuen Form der Farbwolke umzugehen, seien es abstrakte Zug Panels, die nackte Farborgie in Wien, drippende Regenwolken, künstlerische Nebelbänke, und die Riesenparolen. Einiges wird sich da vermutlich noch entwickeln, es ist nicht einfach nur ein krasseres Werkzeug, argumentiert etwa Ōyama Enrico Isamu Letter in seiner Untersuchung der Ästhetik von Feuerlöschergraffiti. Gegenüber Aktionen, die stark mit dem Kontext spielen, wie bei Banksy und Zevs, widmet er sich mehr Katsu und Kidult. Er beschreibt etwa, wie bei beiden die Technik und das Großformatige selbst zum Thema wird. Und wie beide auf eine Rekuperation von Graffiti in Galerien und Boutiquen reagierten, indem sie von außen ihre Namen an die Barrieren der Institutionen schwappen ließen. Gerade in diesen Konflikten und dem damit verbundenen Aufrüsten und Experimentieren beim Sprühen und Spritzen sind noch einige Überraschungen zu erwarten.

Call for participation: Dresden Public Art View

Jetzt mitmachen – noch bis zum 7. Juli: Dresden Public Art View! Gewinnt eine Plakatfläche in Dresden: “DRESDEN PUBLIC ART VIEW positioniert künstlerische Auseinandersetzung im öffentlichen Alltag und außerhalb des üblichen institutionellen Rahmens. Auf 50 Plakatwänden werden 50 Arbeiten von regionalen und internationalen Künstlern für 10 Tage im öffentlichen Raum der Stadt Dresden vom 29.7. bis 7.8.2014 zu sehen sein.

Kunst wird häufig durch institutionelle Orte, Rituale und Events weniger wahrnehmbar und vor lauter Aura kann man der Kunst gar nicht mehr unvoreingenommen begegnen. Ganz im Sinne von Klaus Staecks “die Kunst findet nicht im Saale statt” soll deshalb mit DRESDEN PUBLIC ART VIEW der Außenraum als komplexer Ort für Kunst, der jedem zugänglich ist, verstanden werden. Plakatwände sind Teil eines öffentlichen Alltags und präsentieren normalerweise die Konsumkultur unserer Gesellschaft. Mit DRESDEN PUBLIC ART VIEW sollen sie stattdessen für gesellschaftliche Reflexion und direkte Wahrnehmung künstlerischer Strategien genutzt werden. Die eigene Wahrnehmung und die Reflexion des Wahrgenommenen soll neu zum Diskurs gestellt werden und das alles ganz ohne Erklärung und Audioguide. Die Kunst wird als Eingriff in den alltäglichen Kontext verstanden, der diesen Kontext verändert und damit neue Wahrnehmung und Reflexion ermöglicht.

Jeder Künstler/in kann sich mit bis zu 3 Arbeiten für DRESDEN PUBLIC ART VIEW bewerben. Die Arbeiten müssen im Format 362 cm x 258 cm (Endformat: 252 x 356 cm) als pdf-Datei angelegt sein und eine maximale Auflösung von 150 dpi haben. Folgende Unterlagen müssen bis spätestens 7.7.2014 12:00 MESZ per Email an dresdenpublicartview@gmail.com gesendet werden: Bis zu 3 Arbeiten angelegt im Format 362 cm x 258 cm (Endformat: 252 x 356 cm) pdf, max. Auflösung 150 dpi; Ein pdf-Dokument mit Name, Anschrift, Emailadresse, Telefonnummer, ggf. Website, kurzer Lebenslauf, Kurzbeschreibung der Arbeit (max. 100 Zeichen); die Teilnehmer werden ab dem 10.7.2014 bekanntgegeben.” Via: Mail

Infografik-Graffiti: Sasha Kurmaz und “Statistic”

Das neue Projekt von Sasha Kurmaz: “Statistic”. “The concept of the work is to create an abstract painting in a public space that will be created on the basis of the sociological survey. The purpose of the study to determine the ratio of residents of Katowice (Poland) to the problem of Russian military intervention in Ukraine. About 150 people were interviewed by questionnaire. Based on this study, I created infographic. The chart shows the average of the balance of opinions. The project was realized within the scope of the Katowice Street Art Festival. Katowice, Poland 2014.” Via: Mail, thx!

Jani Leinonen: “Hunger King”

Trotz massiver Proteste hat das Budapester Stadtparlament umfangreiche Sperrzonen für Obdachlose beschlossen. Die Betroffenen dürfen demnach alle Orte, die zum Weltkulturerbe zählen, nicht mehr als Aufenthaltsort benutzen, ebenfalls tabu sind zudem 29 Unterführungen und der Umkreis von 100 Metern um Kinderspielplätze, Schulen und Friedhöfe. Der finnische Künstler Jani Leinonen hat dies nun für seine neue Aktion “Hunger King” thematisiert: “Máté Kocsis, the mayor of the 8th district of Budapest has said that “if we don’t push homeless people out, we will end up being pushed out by them”. The sentence crystallizes the new political attitudes towards poverty not just here in Hungary but also in many other Western countries that used to promise to protect those who could not protect themselves. It crystallizes other things too. First, Hungarian governments wide campaigns to criminalize homelessness is a diversion to draw attention away from the states failure to achieve the promises of the regime change. Hungarys economy is today in a worse state than it was during state socialist regime: more than 1 million people, or 12% of the population, live below the poverty line (Ferge 2012), one million Hungarians cannot heat their homes properly and the occurrence of cold-related deaths is 10 times higher than in other developed countries (Habitat for Humanity Magyarország 2012:10).

Second, those who dismiss the homeless and dependent as “parasites” fail to understand economics and parasitism. A successful parasite is one that is not recognized by its host, one that can make its host work for it without appearing as a burden. Such is the ruling class in a capitalist society. Hungarian situation depicts a global problem. The political and economical elite has screwed things up, and now they are using every trick in the book to ensure their power even though another world is becoming inevitable. You can sell oppression as emancipation, impoverishment as enrichment and the formalities of participation as substantial democracy only for so long until people notice.

The ruling system is doing its best to paralyze our capacity to think about alternatives. Although majority of Hungarians think the country is on the wrong track, they also believe there is nothing they can do to change the direction of the politics. My view is very limited but I was surprised how many journalists, academics or social workers I interviewed working in institutions funded by the government cannot speak out in public because they fear loosing their job or funding. I am not saying Hunger King will speak for them but at least it draws attend to one of the most pressing issues in contemporary Hungary. It shows in a very direct way how in equally people are treated based on their social and economical status. Its my job as an artist to encourage people to imagine alternative social and political arrangements. Hunger King is a call for social and political engagement, a call for change.

Whether you love them or hate them, in Hunger King everybody can send their greetings directly to the rulers of Hungary. We will deliver the messages. 6.6.2014 in Budapest, Jani Leinonen

PS. For the information and quotes thanks to Éva Tessza Udvarhelyi, Jason Read and Slavoj Zizek.”