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ART Spezial: Street Art! Gewinnt 3 x das Sonderheft!

Update 3.12: Vielen, vielen Dank für all die spannenden Kommentare. Ich finde die Vorschläge wirklich sehr gut – und die Debatte über die Namen von Kunstformen eine sehr wichtige. Denn es kursieren ja immer wieder Buzz-Begriffe wie “Relational art” oder “Post-Internet Art”. Es hat erstaunlicherweise relativ lange gedauert, bis jemand einfach mal “Kunst” in die Runde wirft. Danke, klaus! Er schlägt vor: “Einfach eine Form “zeitgenössischer Kunst”. Und auch Subsystem meint: “Vielleicht bedarf es keiner klaren Unterscheidung zu anderen Kunstgattungen mehr… Am ehesten würde ich die “Street Art” einfach als Kunst im öffentlichen Raum bezeichnen.” An die beiden geht je ein Heft – denn ich bin eigentlich kein großer Freund von zusätzlichen Schubladen. Kunst ist ja bereits eine Schublade der Übergattung “Leben”. Und ich bin ja eher ein Fan der Abschaffung der Kunst, damit diese alltäglich wird. (“Die Kunst selbst sollte nun durch ihre Verwirklichung im Leben aufgehoben werden, was bedeutete, dass Poesie oder künstlerisches Denken und Handeln nicht mehr nur auf Leinwänden, sondern in der Gestaltung der alltäglichen Lebenswelt Aller stattfinden sollte.”*) Gut gefallen hat mir aber auch der Vorschlag von “drikkes” in “Public Art”, “Free Art” bzw. “NGA – Non Government Art” zu unterscheiden. Ein Problem mit den Begriffen “Street bzw. Urban Art” ist nämlich, dass er nur das Medium, also die Straße, betont. Das wäre irgendwie so, als würde man jede Form von Malerei in einen Topf werfen und sie “Leinwandkunst” nennen. Glückwunsch – und viel Spaß mit den Heften. Und tausend Dank an alle für die Vorschläge!

“Das ideale Geschenk für den Onkel, der immer belächelt hat, was du da so treibst”, sagt fk.1just.de. Jetzt ist es am Kiosk (und im eShop): Das Sonderheft STREET ART von art. Unter anderem mit: Banksy, JR, Swoon, Shepard Fairey, Keith Haring, Martha Cooper, OZ, Mathieu Tremblin, Evan Roth, Benjamin Gaulon, The Wa, Paolo Cirio, Aram Bartholl, Philipp Teuchtler, Pixação, Digital Graffiti – und 16 Stickern von Andreas Ullrich/Klebstoff Magazine! Ich hab als Berater mitgearbeitet, gemeinsam mit Marie Lechner (Libération) den Text über Medienkunst im öffentlichen Raum geschrieben – und darf deshalb auch 3 Hefte verlosen! Die Frage an euch lautet, bitte wieder einfach ins Kommentarfeld schreiben (Deadline 29.11, 00:00 Uhr): Alle hassen ja irgendwie diesen Begriff “Street Art”, manchmal auch Postgraffiti oder Urban Art genannt – wie sollte man denn unsere liebe Kunstform in Zukunft besser benennen?

“Art & Arcade” @ MU, Eindhoven (bis 25. Mai)

Ein paar Bilder meiner Ausstellung “Art & Arcade” aus dem Haus für Elektronische Künste Basel, noch bis zum 25. Mai im MU in Eindhoven zu sehen & zu spielen: “If you are a gaming addict and an art freak, MU is THE place to be for you this April and May. Art & Arcade, a collection of ten gaming classics that have been given an artistic overhaul, is coming straight to Eindhoven from the Haus für Elektronische Künste in Basel where it premiered. Arcade video machines never go out of style. In the 1970s the first entertainment arcades appeared, the so-called Penny Arcades. As their name implies, they would spring to life after insertion of a coin. For decades these arcade games flourished, and classic games were developed and marketed for them, such as Pong, Space Invaders, Mario Bros, Tron Pac-Man and Donkey Kong. Having grown up with these games it was inevitable that these visual artists would start using the arcade games in their work. They are restructuring the video games, fitting them with new functions, creating fantasy worlds and experimenting with 8-bit aesthetics to transform the gaming culture into art. MU | Strijp S will be transformed into a gaming arcade where you can indulge yourself with games such as Painstation, Pentapong, The Machine, Radical ATM Service, Tesla Arcade, Cage was a n00b and Racer. Guest curator: Alain Bieber. Participating artists: fur art entertainment interfaces | Canedo, Maingardt & Hartmann | Hussein Chalayan | Djeff | Iván Kozenitzky, Federico Lazcano | JODI | MOBILESKINO | Evan Roth | Haas, Wellershoff & Winter | Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group.”

“Round 2. The Future of DIY Activism” @ Delai Sam, Moskau


Die Gruppenausstellung fand im dritten Stock des “rustikalen” Moskauer ZIL Culture Center statt


Simone C. Niquille: “Realface Glamouflage”


James Bridle: “Drone Shadow Handbook”


Where The Dogs Run: “Antishanon”


Aram Bartholl: “Killyourphone”


Dennis P Paul: “Nullstecker”


Evan Roth & Mr Impact: “Available Online For Free”, “Defekt”, “Liebe. Freiheit. Alles.”, “Putin”


Vladimir Turner & Ondřej Mladý: “Safety First”


U.R.A./FILOART : “I.-R.A.S.C. II F.C.P.


Mitch Altman: “TV-B-Gone”


::vtol: “Air”


Adam Harvey: “CV Dazzle”. Danke an die großartige Friseurin Tatiana Stolpovskaya!

Ein paar Impressionen meiner Ausstellung “Round 2. The Future of DIY Activism”, die ich gemeinsam mit dem russischen Künstler Igor Ponosov vom Kollektiv Partizaning, für das DIY-Festival Delai Sam organisiert habe.

Kurz zum Konzept: Im letzten Jahr wurde bei diesem Festival vor allem “90er-Jahre”-Aktivismus präsentiert – Guerilla Gardening, Adbusting, Street Art – deshalb wollte ich, natürlich mit einem Augenzwinkern, in diesem Jahr den Fokus auf “Critical Engineering” und “Free Art & Technology” legen. Vorgestellt wurden alles Kunstwerke, die sich in bester DIY-Manier selbst nachbauen ließen. Eine Friseurin schnitt zum Beispiel die Haare um Gesichtserkennung-Software zu überlisten, Näherinnen halfen dabei eine Handy-Verstecktasche aus Abschirmvlies zu schneidern oder wir bauten Universalfernbedienungen, um Fernsehgeräte auszuschalten.

Das Feedback zur Ausstellung war extrem interessant und durchaus sehr unterschiedlich: “Das sind ja tolle Hilfsmittel für Kriminelle” war so ein erstes, erstaunliches Kommentar. Auch überraschte mich die Reaktion eines Besuchers, der zahlreiche “Putin”-Propaganda-Sticker mitnehmen wollte – für seine Mutter. Rund 500 Besucher kamen zum Festival und der Ausstellung – bereits am ersten Tag war das gesamte Abschirmvlies vernäht (Kommentar der Helferinnen: “Tolle Sache, aber das Design könnte man noch ein wenig verschönern”), die Sticker hatten sich bereits im gesamten Gebäude verbreitet, ein Nullstecker war verschwunden, “I.-R.A.S.C.” und auch “Safety First” hatten für den meisten Gesprächsstoff gesorgt. Am nächsten Tag gab es dann einen weiteren Höhepunkt: Die DIY-Future-Activism-Fashion-Show – alle Models bekamen einen “CV Dazzle”-Haarschnitt, trugen “Realface Glamouflage”-Shirts und auch all die anderen Kunstwerke am Körper. Eine Aktion, frei nach meinem Leitmotiv: Der Kern ist radikal, darüber kommt ein dicke Schicht Humor und am Ende noch eine schicke Glasur Pop.

Ausstellung, Lecture und Fashion-Show waren wirklich DIY, wurden fast ohne Budget realisiert und dazu auch noch ein wenig russisch-chaotisch-improvisiert – aber ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß! Tausend Dank für die wunderschöne Zeit! Danke für all die neuen Freunde und Verbündete, danke an die beteiligten Künstler, danke an die Fotografen (Vladimir Turner, Ирина Харламова, Maria, Maria & Aleksandra), danke an alle engagierten Helfer – und danke vor allem an Igor, ohne den das alles gar nicht möglich gewesen wäre!

“Round 2. The Future Of DIY Activism” @ Delai Sam, 19./20. April 2014, Moskau


Adam Harvey: “CV Dazzle“: “CV Dazzle explores how fashion can be used as camouflage from face-detection technology, the first step in automated face recognition.”


Aram Bartholl: “Killyourphone” & “Dead Drops“. “Dead Drops” is an anonymous, offline, peer to peer file-sharing network in public space. / Killyourphone is an open workshop format. Participants are invited to make their own signal blocking phone pouch super fast for little money.


Dennis P Paul: “Nullstecker”. Nullstecker is a very simple hack consisting of 220 V power plugs modifed to trigger short circuits when plugged into the wall, shutting down all electricity.


Evan Roth: “Available Online For Free“. DIY: Download Russian Version.


Mitch Altman: “TV-B-Gone“. “You can use TV-B-Gone to control access to television for philosophical or practical reasons, or simply to have fun!”


Simone C. Niquille: “Realface Glamouflage“. Realface Glamouflage is a collection of Tshirts offering facial recognition dazzle.


James Bridle: “Drone Shadow Handbook”. A guide to drawing Drone Shadows.


Mr. Impact/Andreas Ullrich: “Defekt”. Diverse Sticker, u.a. “Liebe. Freiheit. Alles” & “Defekt”


U.R.A./FILOART : “I.-R.A.S.C. II F.C.P.“. Infra-red light against surveillance cameras II face care & protect.


::vtol: wird eine neue Arbeit für die Ausstellung bauen, eine Apparat, mit der man den Schmutzgehalt der Luft analysieren kann. “Having analyzed air content the algorithm forms a small 2D image taking the photos of the dirtiest cities and converting them to the abstract computer graphics. Pushing on the button it is possible to print a little digital image immediately. This instrument is to move in the city to search the dirtiest places for their virtual cleaning by means of converting pollution data into micro objects of digital art which are remained on any surface.”


Vladimir Turner & Ondřej Mladý: “Safety First“. To denounce the inadequate number of bike lanes, one of the artists rides a bike through Prague night’s traffic, through parks and crowds, turning his path into a DIY bike lane, which was screened on the street in front of him through a small projector installed on the handle bars.


Where The Dogs Run: Gadget to switch off the russian “Shanson” Radio Station.

Das russische Kollektiv Partizaning organisiert mit zahlreichen anderen Mitstreitern in Moskau das jährliche DIY-Festival Delai Sam (Делай Сам). Ich bin vor Ort, halte einen Vortrag zum Thema “Subversion, Fake und Fun im öffentlichen Raum” und habe auch eine kleine DIY-Ausstellung kuratiert. Mit dabei sind Arbeiten von: Adam Harvey, Aram Bartholl, Dennis P Paul, Evan Roth, Mitch Altman, Simone C. Niquille, James Bridle, Mr. Impact/Andreas Ullrich, U.R.A./FILOART, ::vtol:, Vladimir Turner, Ondřej Mladý & Where The Dogs Run.

Da im letzten Jahr bei der Delai Sam-Ausstellung u.a. Guerilla Gardening, Adbusting und andere “90er”-Jahre-DIY-Techniken präsentiert wurden, wollte ich in diesem Jahr den Fokus auf “Digital/New Media Activism” legen und ein paar neue Projekte präsentieren, die sich an der Schnittstelle zwischen Medienkunst und Aktivismus bewegen. Das Besondere daran: Alle Werke sind reproduzierbar und können in bester DIY-Manier nachgebaut werden und inspirieren hoffentlich auch zu eigenen Hacks. Und damit das alles nicht zu politisch-dikatisch rüberkommt, wird das ganze am Ende in eine Finissage-Fashion-Show verwandelt. Der große Dank gilt allen Künstlern und Helfern, die bei dieser Ausstellung mitmachen, denn ist mal wieder eine 0-Budget-Herzblut-Ausstellung! #

Hier noch einmal ein Auszug aus dem Konzept in EN: “Activism is a continouus race. Every actions creates a counter-action. Guerilla Gardening, adbusting, temporary sculptures in urban space are nice tools, but in an contemporary and digital warfare seems already quite antiquate. The exhibition and fashion show “Round 2. The Future of DIY Activism” presents in a humorous and inspiring way art projects from new media, net.activism and hacktivism, that are questioning the new challenges of our digital environment, issues like mass surveillance, free (internet) culture, media manipulation – and what activist can do against it. The works show how a new generation of artists, designers and engineers are taking a highly critical approach to the development and use of the engineered systems and infrastructures that we increasingly rely on for daily life. And the particularity of the show is that all presented works can be reproduced, remixt, altered, improved, costumized. Because: After the industrial age and our digital age comes the maker age. More and more fab labs and hacker/maker spaces are popping up around the world competing with mass production and empowering people to create smart (activist) devices for themselves. We might have lost the first fight – but now comes round 2.”

SPIELSALON: Art & Arcade (bis 16. März) / Pressestimmen und Impressionen


//////////fur//// art entertainment interfaces: “Painstation”, 2002: Das Künstlerduo, bestehend aus Volker Morawe und Tilman Reiff, entwickelt multisensorische Artefakte als Gegenentwurf zur fortschreitenden Benutzerisolation an digitalen Endgeräten. Ihre Pong-Variation “Painstation” ist inspiriert vom Kartenspiel Folter-Mau-Mau, bei dem es mit dem Restblatt je nach Kartenfarbe Hiebe auf die Verlierer-Hand setzt. Painstation lässt sich als “neuzeitliches Duellierungs-Artefakt“ bezeichnen. Dem Duell gleich, stehen sich zwei Gegner an der Tischkonsole gegenüber, allerdings können sie ihre Waffen nicht selbst wählen, sondern werden je nach Spielverlauf mit drei unterschiedlichen Repressalien konfrontiert: Hitze, Stromschläge oder Peitschenhiebe. Auf ironisch-subversive Weise entlarven Morawe und Reiff die gängige Spielepraxis als nichts anderes als eine zeitgenössische Duellierungsmethode, in der aus einem virtuellen Spiel schmerzhafte Realität wird.


Djeff: “Pentapong”, 2007: Dreiseitiger Fußball ist eine Variante des Fußballspiels mit drei statt zwei Mannschaften. Das Spiel wurde vom dänischen Situationisten Asger Jorn erdacht. Er wollte damit das Prinzip der Zweiwertigkeit (wahr/falsch, bekannt/unbekannt) aufheben und zeigen, dass es mehrwertige Logiken gibt. Auch der Spieleklassiker “Pong” ist in der Ursprungsversion auf zwei duellierende Spieler angelegt. Der französische Medienkünstlers Djeff hat seine “Pentapong”-Arcade auf gleich fünf potentielle Spieler erweitert: die höhere Anzahl von Spielern sorgt für mehr Spaß, mehr Konflikte und eine interessante Gruppendynamik.


Evan Roth: “When We Were Kings”, 2011 & “Observing User Achievement”, 2013: “Klondike” ist eine spezielle Variante der virtuellen Kartenspiele bzw. Patiencen. Entwickelt wurde das Spiel 1989 von Wes Cherry während er für Microsoft arbeitete. Besonders bekannt ist diese Variante durch die Verbreitung mit Microsoft Windows unter dem Namen “Solitaire” bzw. “Solitär”, welche seit 1990 mit dem Betriebssystem ausgeliefert wurde. Die beiden Videoloops von Roth bestehen einzig aus der legendären Gewinn-Animation – einmal aus der Sicht des Spielers und einmal aus der Sicht des Computers. Eine Hommage an die 90er-Jahre, als die Menschen sich im Büroalltag und an ihren Computern noch langweilten.


Hussein Chalayan: “Approaching”, 2013: Der Teppich “Approaching” des türkisch-zypriotischen Modedesigners und Konzeptkünstlers Chalayan kombiniert Elemente moderner westlicher Kultur mit orientalischen Aspekten traditioneller Teppiche. Das Muster im Zentrum des Teppichs versetzt die Figur eines modernen Videospiels in ein traditionelles Umfeld.

MOBILESKINO: “Space Racer”, 2014: Die Maschinen von MOBILESKINO sind nicht digital, sie haben lediglich das Aussehen und den Ton von ihnen ausgeliehen. Sie funktionieren komplett analog mit Projektionen, Schalter und Diabildern. Hier wird also die digitale Welt, die oft zum Simulieren unserer Umwelt verwendet wird, von analogen Maschinen simuliert.


JODI: “SOD”, 1999: Hinter dem Pseudonym JODI verbergen sich der niederländische Künstler Joan Heemskerk und der Belgier Dirk Paesmans, beides Pioniere der Netzkunst. Für ihre Arbeit “SOD” tilgte JODI die grafisch explizite bzw. narrative Seite des Spiels “Wolfenstein 3D”, dem umstrittenen Vorgänger von “Quake”, und reduzierte alle Oberflächendarstellungen auf Linien, Dreiecke und Quadrate. Übrig bleibt eine mysteriöse Schwarzweiß-Landschaft: Das Schloss mit den verschlungenen Gängen sieht aus wie eine Galerie, in der nur Kopien von Kasimir Malewitschs “Schwarzem Quadrat” an den Wänden hängen; die Nazis sind zu schwarzen Dreiecken geworden, die man nur noch erkennt, weil sie gelegentlich “Achtung!” schreien. Von allen Game-Modifikationen ist es in grafischer Hinsicht die reduzierteste, aber gleichzeitig respektiert sie die Mechanik des Originals und entlarvt so die Spielelogik.


Canedo, Maingardt, Hartmann: “cage was a n00b“, 2013: In Anlehnung an John Cages “Reunion” (1968) wurde mit “cage was a n00b” von Remmy Canedo, Sergej Maingardt und Tobias Hartmann das Konzept des Schachspiels zwischen John Cage und Marcel Duchamp auf einen Kickertisch übertragen: Während bei “Reunion” die elektronisch improvisierte Musik mehrerer Instrumentalisten in Abhängigkeit von den Schachzügen der Spieler wiedergegeben oder stummgeschaltet wurde, wird bei “cage was a n00b” der Kickertisch selbst zum Instrument und jeder Spieler zum Musiker. In der zweiten Version dieser interaktiven Klanginstallation werden alle Klangereignisse in Echtzeit durch das Spiel der Kontrahenten generiert oder getriggert und die Position des Spielballes steuert simultan das Panorama der elektronischen Klänge.


Marius Winter, Marie Wellershoff und Benedikt Haas: “Tesla Arcade”, 2013: Winter, Wellershoff und Haas, Studenten der Filmakademie in Ludwigsburg, transportieren ein eigentlich digitales, modernes Spiel mit Hilfe von historischen Elementen (Glühbirnen, antiker Tisch) in die analoge Welt. Die ungewöhnliche Spiele-Oberfläche ist ein Gegenentwurf zur Uniformität der modernen Technik und dient der Versöhnung zwischen digitaler und analoger Welt, zwischen neu und alt.


Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano: “Radical ATM Service“, 2014: Das argentinische Künstlerduo hat einen Bankomaten als Spielautomaten getarnt: “Ihre Geldkarte wurde Ihnen abgenommen. Sie werden sie sicher und unbeschadet zurück erhalten. Wir werden uns kein Geld von Ihnen oder Informationen über Sie aneignen. Bitte keine Panik. Sie werden nicht mit einer Kamera aufgezeichnet und können sich gern natürlich verhalten.” Nach diesem Hinweis hat der Benutzer die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen. Anders als bei den üblichen Bankautomaten gehören zu dieser Auswahl beispielsweise das Spielen von radikalen Spielen oder das Ansehen von Dokumentationen. Jede dieser Auswahlmöglichkeiten befasst sich unter anderem mit Themen wie Umweltschutz, dem Kampf gegen multinationale Konzerne oder mit gemeinnützigen Organisationen, die innovative Modelle und neue auf ihnen basierende soziale Netzwerke entwickeln. Im Anschluss an dieses Bildungsprogramm erhalten die Nutzer ihre Karte zurück. Für die Ausstellung bekam die Installation aus dem Jahr 2007 ein “Schweizer Update”.


Andreas Ullrich / C. Rockefeller Art Investment Group: “The Machine”, 2014: Der Kunstmarktflipper des Dresdner Medienkünstlers Andreas Ullrich nutzt als Spielfläche einen normalen “Flipper-Automaten”. Mit einem Spielball werden unterschiedliche Hindernisse und Buttons bzw. Tunnel angespielt und dadurch Punkte erworben. Statt eines Rollenspielhintergrunds oder einer fiktiven SciFi-Story stellen aber zeitgenössische Galerien und Museen die Hindernisse dar, so dass der Spieler verschiedene Karierrepunkte eines zeitgenössischen Künstlers anspielen und durchlaufen muss. Bei jeder bedeutenderen Institution bzw. “Combos” aus Galerien und Museen werden höhere Preise als Punktstand gutgeschrieben, der Wert des “Künstlers” wächst entsprechend.

Pressestimmen


* 20min.ch, 16.1.14

* “Durchgehend weht ein wunderbar subversiver Geist durch die neue Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade”: Besprechung in der BZ

* RSI.ch: Beitrag im italienischsprachigen TV der Schweiz

* Kulturtipp beim Schweizer TV: Tele Basel (dritter Beitrag, ab Minute 4)

* “Kunst als Spiel oder Spiel als Kunst?”: Besprechung in der tageswoche.ch

* “Der interaktive Töggelikasten”: Der Kulturtipp bei Radio X

* Ausstellungstipp der Woche: art-magazin.de

* Beitrag bei Nerdcore

Mehr Bilder auch hier & hier. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. März, im Haus für Elektronische Künste, Basel, alle Informationen hier.

Heute, 15.1: SPIELSALON: Art & Arcade / Vernissage & Freitag, 17.1: All Out 8bit Arcade Adventure / Museumsnacht-Afterparty

Bis spät in die Nacht haben wir noch an den letzten Feinheiten gearbeitet – hier ein paar erste Bilder vom Aufbau! Und heute, Mittwoch, 15. Januar, ist es endlich soweit: Um 19 Uhr feiern wir die Vernissage meiner neuen Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade” im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier… Kommt vorbei! Und am Freitag, 17.1, gibt es die Basler Museumsnacht und im SPIELSALON findet die 8bit-Afterparty “All Out 8bit Arcade Adventure
” statt – mit Stu, Schnauz und MistaMista & Suffix.

Noch 5 Tage: SPIELSALON: Art & Arcade

Die Weltpremiere im SPIELSALON: Art & Arcade: der Kunstmarkt-Flipper von Andreas Ullrich & der C.Rockefeller Art Investment Group! Gerade eben fertig geworden: Ab 15. Januar spielbar!

Am Mi, 15. Januar, 19 Uhr, ist die Vernissage im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung (bis 16. März) mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier…

Noch 12 Tage: “SPIELSALON: Art & Arcade” in Basel

Liebe Arcade-Lover! Hier noch ein kleiner Appetizer: Der belgische Designer Kris Temmerman hat auf einer Schaufensterscheibe ein 8-Bit-Game für seine Nachbarschaft installiert. Via

Und am Mi, 15. Januar ist die Vernissage meiner Ausstellung “SPIELSALON: Art & Arcade” im Haus für elektronische Künste in Basel, eine spielbare Gruppenausstellung mit Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich / C.Rockefeller Art Investment Group, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Winter. Alle Infos dazu auch hier…

SPIELSALON: Art & Arcade


Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann: “cage was a n00b” (Soundinstallation/Kicker). Alle Klangereignisse werden direkt durch das Spiel generiert oder durch den Spielverlauf gestaltet.

SPIELSALON: Art & Arcade
16. Januar bis 16. März 2014; Vernissage: Mittwoch, 15. 1, 19h
Gruppenausstellung mit: Evan Roth, JODI, Hussein Chalayan, //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe), Djeff, Andreas Ullrich, Ivan Kozenitzky, Frederico Lazcano, Mobileskino (David Pfluger, Florian Olloz, Gilbert Engelhard, Roland Schmidt), Remmy Canedo, Sergej Maingardt, Tobias Hartmann, Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek.
Haus für elektronische Künste, Basel

Arcade-Automaten sind Kult. In den 1970er-Jahren eröffneten die ersten Spielhallen, sogenannte “Penny Arcades”, in den USA und Europa. In der Blütezeit der Automaten erschienen Spieleklassiker wie Pong, Space Invaders, Pac-Man, Mario Bros, Tron oder Donkey Kong. Viele erfolgreiche Spiele wurden später als PC- und Videospielkonsolen umgesetzt und setzten so den Grundstein für den Erfolg von Homecomputern. Arcade-Spiele haben Ikonen der Popkultur hervorgebracht. Auch zahlreiche Künstler haben sich dem Thema angenommen und nutzen Arcade-Maschinen als künstlerisches Medium. Dabei programmieren sie nicht einfach nur ein künstlerisches Computerspiel, sondern ihre Automaten sind gleichzeitig auch Kunstobjekte und Rauminstallationen. Die Künstler bauen die Maschinen um, ergänzen sie um neue Funktionalitäten, erschaffen neue Spielwelten, spielen mit der 8-Bit-Ästhetik und übersetzen die Spielkultur in die Kunst.

Vom 15. Januar bis 16. März verwandelt sich das Haus für elektronische Künste Basel in einen Spielsalon in dem die besten Arcade-Automaten von Künstlern aus aller Welt zu sehen und natürlich auch spielbar sind.
Unter anderem baut das Schweizer Künstlerkollektiv MOBILESKINO ihren “Racer” exklusiv für die Ausstellung in eine Weltraum-Edition um. Der französische Medienkünstler Djeff ist mit dem Spiel “Pentapong” vertreten und Fur Art Entertainment Industries aus Deutschland bringen ihre “Painstation”. Die Ausstellung wurde kuratiert von Alain Bieber.


“Tesla Arcade” von Marie Wellershoff, Benedikt Haas & Marius Fietzek


“Painstation” von //////////fur//// art entertainment interfaces (Tilman Reiff, Volker Morawe)


JODI: “Sod”


“PetaPong” von Djeff

Justin Bieber: der nächste Rooftop King?

Ich glaube bald ist Evan Roth seinen Titel als “Bad Ass Mother Fucker” los – denn jetzt kommt Justin Bieber! Und zwar ist Bieber jetzt auch Graffiti-Sprüher geworden bzw. scheint dies seine neue Freizeitbeschäftigung auf Tour zu sein, schon in Brasilien, Australien und Kolumbien hat Bieber die Hotelwände “verschönert”. Seine Lieblingsmotive sind scheinbar irgendwelche Tiere und Botschaften wie “RIP PAC” (sein verstorbener Hamster, nach Tupac Shakur benannt). Und wer hat´s verschuldet? Bestimmt rebel:art – Biebers daily dose of graffiti inspiration!