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Gordon Matta-Clark: “The Wall”, 1976

Schönes Zeitdokument: Eine rare Filmaufnahme, die den US-Künstler Gordon Matta-Clark bei einer Aktion in Berlin zeigt. Matta-Clark kam 1976 als Teilnehmer der von der Akademie der Künste und den Berliner Festwochen organisierten Ausstellung Soho in Berlin nach Berlin mit der Intention, einen Teil der Berliner Mauer in die Luft zu sprengen; Freunde rieten ihm von dieser selbstmörderischen Aktion ab. Letztendlich realisierte er die aufgezeichnete Performance, bei der er Werbeplakate an die Mauer klebte. Vgl. Brad Downey in Lüneburg. Via: Mathieu, merci!

#‎jesuischarlie‬


Foto: Banksy/Lucille Clerc

Ein trauriger Tag für die Pressefreiheit, ein trauriger Tag für die Freiheit der Kunst, einfach nur ein trauriger Tag. Karikaturisten auf der ganzen Welt (und auch Künstler wie Banksy und JR) haben reagiert – mit Zeichnungen und Humor gegen den Terror. Eine Sammlung gibt´s zum Beispiel hier und hier.

Watchlist: Benjamin Toutcourt

“Reverse Buffing” bzw. “Advance Buffing”: Monochrome Farbfeldmalerei im öffentlichen Raum. Via

Der Stall ist voll: “No Christmas for Merkel”

No Christmas for Merkel“: Die neue Aktion des Peng-Kollektiv. “Die Abschiebung in sichere Herkunftsländer mag auf den ersten Blick vielleicht nicht christlich erscheinen (so Angela Merkel), aber das stellt für Angela Merkel kein moralisches Hindernis dar. Die Bundeskanzlerin und mit ihr die Gesamtheit der Christlich Demokratischen Union lässt sich ihre besinnliche Weihnachtszeit nicht von humanitären Katastrophen an den Außengrenzen unseres gesegneten Heimatkontinents verderben. Im Gegenteil, sie unterstützt eine menschenfeindliche Asylpolitik aus Angst davor, die falschen Geflüchteten aufzunehmen – und stimmt damit ein in den Tenor aus den Straßen Kölns, Dresdens und Düsseldorfs. Wir sind für die CDU auf Wählerfang gegangen und haben unsere frohe Botschaft der Abschiebung auf Weihnachtsmärkten in Berlin verbreitet.” Die Weihnachtskarte ist nicht nur auf der Straße verteilt worden, sondern auch in den Briefkästen von 2000 Prominenten, Würdenträgern und Politikern gelandet. Via/Via

Zentrum für politische Schönheit: “Mit Kunst die Gesellschaft hacken”

Das Zentrum für Politische Schönheit auf dem 31. Chaos Communication Congress in Hamburg: “Eskalationsbeauftragter Stefan Pelzer und Chefunterhändler Philipp Ruch plaudern auf dem 31c3 aus dem Nähkästchen: Wie steht es um die Verteidigung der Menschlichkeit? Wie evakuiert man eine Gedenkstätte aus dem Hochsicherheitsbereich des Regierungsviertels? Was bieten CDU-Bundestagsabgeordnete an, um Aktionen des ZPS zu beenden?”

Buchtipp! Joachim Spurloser & Stefan Wartenberg: “CALYBA”

Dieses Buch ist ein Gedicht! Stefan Wartenberg und Joachim Spurloser (aka Graffitimuseum) haben Graffiti-Tags über viele Jahre hinweg auf Wänden der ganzen Welt aufgelesen – und damit Gedichte geschrieben. “Der Gesamttext Graffiti ist einem ständigen Wandel unterworfen. Sein tägliches Entstehen und Vergehen macht ihn lebendig – und gleichzeitig unendlich. Eine unbestimmbare Anzahl von Autoren und Zensoren arbeitet unermüdlich an seiner Weiterentwicklung: sei es in Form beständiger, ja mantraartiger, Wiederholung einzelner Bestandteile, sei es in der Verfeinerung oder Auflösung seiner Codierung, oder sei es in dem Versuch, des Auslöschens einzelner Wörter oder ganzer Sätze”, schrieben die Autoren bereits 2004 in ihrem Manifest des Graffitimuseums “Lest mehr Graffiti”. Über 50 Lautgedichte, über einem Zeitraum von 2005 bis 2014, hat das Duo angefertigt, klar inspiriert von Dada-Lyrik und konkreter Poesie. Und so findet sich zum Beispiel auch eine wunderschöne Hommage an Kurt Schwitters “Ursonate” – nur diesmal eben aus Tags geschrieben:

NURSO NATE , 2013 (Auszug)

NURSO
UR SO SOK NOK
NUK NO NUG NOV
OFF NOKS OX OKSE
OKSENMIST OXBOE MOKS
MIKS
MIP MOK MOC MOCMOB
MÖCMOB MOCK MOBSE
MOPS
DROPS KLOPS DRONE KRONE
IKONE HONE ALONE
ON ONE LONE LÖNE
DÖNER

“Nicht das Wort ist ursprünglich Material der Dichtung, sondern der Buchstabe. (…) Man kann z.B. das Alphabet, das ursprünglich bloß Zweckform ist, so vortragen, daß das Resultat Kunstwerk wird. (…) Wie der Maler Farbformen nach Belieben, also unabhänglg von einer Bedeutung, zur Gestaltung zusammensetzt, der Komponist Töne rhythmisch nach vollkommener Freiheit aneinanderreiht, so stelle ich Konsonanten und Vokale nach künstlerischen Gesetzen zusammen”, schrieb Schwitters in 1924 in seinem Manifest “Konsequente Dichtung”. “Meine Dichtung ist nicht nur zusammen mit der rhythmisierten Sprechmelodie entstanden, sondern, so merkwürdig das scheinen mag, nach Entstehung von Sprechmelodie und klanglichem Rhythmus. Ein Gefühlsinhalt, der bereits seine Gestaltung durch rhythmisierte Sprechmelodie gefunden hatte, verlangte die Bereicherung durch die Verschiedenartigkeit von Geräuschen und Tönen.”

Spurloser und Wartenberg haben es mit CALYBA geschafft, die Poesie der urbanen Poeten und deren Tags im öffentlichen Raum in eine Poesie in Papierform zu übertragen und sie in einen Gesamttext und neuen Kontext zu stellen. “Ihre Affäre mit dem “Gesamttext”, dem Fundus von Graffitinamen als Wortschatz, entfaltet sich als ein Sprachspiel, in dem Fremdes wie Vertrautes, scheinbar Sinnloses wie scheinbar Sinnvolles selbstverständlich und gleichberechtigt auftreten. Losgelöst von ihren ursprünglichen, oft unklaren Bedeutungen und Zusammenhängen gehen die wilden Namen, Zahlen und Abkürzungen der Graffiti hier Beziehungen ein, die von einer Sehnsucht nach Unendlichkeit geprägt sind. Ordnung und Zerstreuung – in Verse gegossen, verformt und entstellt – Graffiti erklingen in CALYBA als das, was es eigentlich immer schon war: Weltsprache und Gestammel.”

Außerdem gibt es am Ende ein kleines Glossar, damit jeder Sprayer auch schauen kann, ob sein Name ebenfalls in einem lyrischen Werk verewigt wurde. Lasst Euch dieses Buch nicht entgehen (es ist in einer Auflage von gerade mal 200 erschienen): Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk der Postgraffiti-Generation – erschienen im Berliner Verlag Possible Books (12 Euro, 128 Seiten, 148 x 185 mm). Und auch Matthias Hübner von Possible Books hat wieder einmal bewiesen, dass er einfach einer der besten Indie-Verleger Deutschlands ist, der wunderschöne Bücher herausbringt und den richtigen Riecher für solche tolle Projekte hat.

Igor Ponosov & Brad Downey: “The Tent”

So viel zur russisch-amerikanischen Freundschaft! Ein Projekt von Brad Downey & Igor Ponosov:
“This year, a speech delivered by Putin declared, with lips split by a smile, the purpose of Crimea’s annexation as, “protecting the interests of the Russian-speaking population in Crimea.” This absurd oversimplification undermines the reality of the actions that took place. The annexation resulted in disorder and chaos, and deep mistrust between countries. In yet one more simplification of this complex situation, governments in both the East and the West, have executed orders motivated by greed that resulted in tragic loss.

The artists, Brad Downey, an American, and Igor Ponosov, a Russian, developed an altruistic friendship, despite odds being against them. Physical distance and language barriers stood as challenges, but over the course of four years, the artists came to know one another as brothers. They realized projects together many times and travelled to meet each other in different countries. They hoped to do a project in Ukraine one day, since Igor had especially come to love spending time there. When they heard about the conflict in Ukraine, they decided that now would be the best time to finally realize the project they wanted to do there.

It would be a chance to symbolically subvert the greed displayed by government. They prepared for the trip to Ukraine by stealing advertisement banners, a representation of consumerism, hence purchases obtained by money and influenced by greed. Brad and Igor converted the appropriated advertisement banners into a mobile artist workspace. The tent could be deconstructed easily and stored in a small backpack. By the time Brad and Igor were ready to go to Ukraine the peninsula had been annexed. Instead, they went to the Russian territory of Crimea. They asked no one to help fund this trip, for they wanted to accomplish it without external influences, during a time and in a location where outside influence ruled. For three days, they hiked to reach the Crimea’s highest plateau. Throughout this period of living inside the creation, they cherished the beautiful countryside and mourned the actions, or lack of action, from both the East and the West.” Via: Mail

Markus Butkereit & The Wa: “Merry Christmas”

Markus Butkereit & The Wa – und auch ich wünschen: Merry Christmas und einen wunderbaren Start ins neue Jahr 2015 – wir sehen uns in Düsseldorf!

Schöner Kleben! 5 x Klebstoff 8 gewinnen, gewinnen, gewinnen… / Die Gewinner!

OMG! Ist denn schon Weihnachten? Das neue Klebstoff-Magazin ist draußen – und wieder heiß & fettig & rischtisch klebrig geworden! Diesmal gab es eine Koop mit dem Comic & Illu-Festival BilBOlbul aus Bologna/Italien – unwiderstehliche 48 Seiten, farbig, über 200 Sticker, 9,90 Euro – und ihr könnt auch wieder 5 Hefte gewinnen. Preisfrage diesmal: Wenn der Weihnachtsmann ein Sticker wäre – wie sähe dieser aus? Gebt einfach nur ein Kommentar ab (bis spätestens 21.12) – die dümmsten/besten/lustigsten/skurrilsten Antworten gewinnen… Achja: Und diese Ausgabe ist übrigens auch Teil der allerersten KULTUR.BOX – und die kann man hier bestellen

Und hier sind sie, die 5 Gewinner, herzlichen Glückwunsch! Ihr bekommt so schnell es geht ein Heft zugeschickt! Happy xmas!!!

coke_man mit: “Weißer Sticker mit dem Hinweis: Aus markenrechtlichen Gründen darf unsere Werberfigur nur für kommerzielle Zwecke verwendet und dargestellt werden werden. C.C. Anwalt #cola_xmas”

Steph mit: “Ein scratch and sniff der nach Zimt und orange riecht … wahlweise auch nach entenbraten”

sandra mit: “Da der Weihnachtsmann ja mit der Mode geht, hat er eine gut getrimmte Bartfrisur und eine Beannie Mütze auf dem Kopf. Hose und Jacke sind ebenfalls merry hipster mäßig angepasst. Der Jutebeutel ist ebenfalls pflicht, die Coke ist der Mate gewichen und zum Update der Wünsche wird die WhatsApp Nachricht übers I- phone gesendet und mit zwei blauen Häkchen bestätigt.”

joh: “Ich glaube er wäre so richtig fett, also eigentlich komplett unpraktisch für einen Sticker. Dann Glitzert er auch noch, bröselt also ab und hinterlässt überall seine Spur, egal ob man es nun will oder nicht. Und zu guter Letzt beherbergt er einen Sensor oder ähnliches was ihn ständig in schallende Weihnachtslieder, die keiner mehr hören kann, ausbricht. Ein Kunstwerk der Nervigkeit. Menschengeschaffen.”

Julia Heartworm: “Ich stelle mir mehr so einen Sticker vor, der ein halbes Jahr hinter meiner Heizung lag und jetzt völlig fusselig ist.”

Update: The Wa


“Es war einmal”, 2014, Berlin: “Fairy tale characters arranged in a militant fashion before a sculpture of a former German communist leader within a residential park in Berlin on May 1st 2014. Within 5 hours the installation had been removed by passers by.”


“Patria o Muerte !”, 2014, Winterthur: “Hand painted reproductions of communist propaganda billboards seen in Cuba. Reproductions are installed on billboards with all geographical references are removed.”


“I.Q.”, 2014, Colombo, Sri Lanka: “Bumper stickers found on the shell of a turtle.”

Wir hatten ihn schon richtig vermisst! Lange, lange gab es keine News des französischen Künstlers The Wa mehr – jetzt hat er sich endlich wieder zurückgemeldet! DANKE für das Update!